Er hatte, offenbar nach erheblichen Mengen Alkohols auch an der Hotelbar, seinen Zimmerschlüssel verlegt, dafür aber in wüstem Ton und zu Unrecht Angestellte verantwortlich gemacht. Weitergehende Vorwürfe, wonach er auch sein Zimmer am Morgen nach dem Vorfall erheblich verunreinigt hinterlassen und deswegen Hausverbot erhalten haben soll, wies der Christdemokrat erneut zurück. Er hat seinen Rechtsanwalt und Parteifreund, den früheren Stadtkämmerer Eberhard Nickel, mit der Klärung der Angelegenheit beauftragt.
Dabei dürften Aussagen von Hotelmitarbeitern eine wesentliche Rolle spielen.Hannovers CDU-Vorsitzender Dirk Toepffer bedauerte den Streit im Hotel, ist am Montag aber dennoch in die Offensive gegangen: „Wenn sich herausstellen sollte, dass die übrigen Vorwürfe nicht zu halten sind, erwarte ich eine Entschuldigung von Regionspräsident Hauke Jagau.“ Der Sozialdemokrat soll die politische Verantwortung dafür übernehmen, dass Mitarbeiter seiner Verwaltung rufschädigende Details über die nächtlichen Ereignisse in die Welt gesetzt hätten. Die Regionsverwaltung, argumentierte Toepffer, hätte den Politiker sofort informieren müssen, als Hinweise auf dessen Fehlverhalten gekommen seien.
Dass der Christdemokrat im Hotel unliebsam auffiel, erfuhr nach Lage der Dinge zuerst eine Mitarbeiterin der Stadt Hannover, die kurz nach der Messe Zimmer für 2010 reservieren wollte. Die Geschichte aus München machte bald auch in der regionalen Behörde die Runde. Das Hotel selbst, sagte Regionssprecherin Christina Kreutz, habe sich am Montag auf Nachfrage jedoch nicht geäußert und auch keinen Namen genannt. Man habe in den Tagen zuvor „von Dritten“ gehört, was vorgefallen sein soll.
HAZ.de Anmeldung
Kommentare
Repräsentanten. Anwalts bester Liebling – 13.10.09
Zitat :"Er habe nach übermäßigem Alkoholkonsum nachts heftig herumgepöbelt, auch sei am nächsten Morgen eine intensive Reinigung des Zimmers nötig gewesen, heißt es. Der Beschuldigte streitet den Vorwurf vehement ab. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt er. Es müsse sich „um eine Verwechslung“ handeln."
Um nicht mehr Herr meiner Sinne zu sein und Amnesie auf Grund von Alk zu haben, muß ich schon ganz schön auf Steuerkosten saufen.
Aber Untreue, Erinnerungslücken und Alk Probleme sind in Politikerkreisen nichts Neues.
Deshalb ist der Steuern zahlende Bürger keineswegs Politikverdrossen, sondern Politikerverdrossen. Das ist ein großer Unterschied.
Die Leber wächst mit Ihren Aufgaben,
bei Volksvertretern ist es manchmal umgekehrt.
Salamitaktik Jörg Allner – 13.10.09
Im ersten Artikel der HAZ über diesen Fall hiess es noch "ein Politiker" und "ein Hotel", später dann liess man verlautbaren, dass der Beschuldigte der CDU angehöre und auch der Name des Hotels wurde veröffentlicht. Nachdem der Druck der Öffentlichkeit wächst, u.a. hier in den Kommentaren, wird die HAZ wohl nicht umhin kommen endlich Ross und Reiter zu nennen.Der unabhängige Beobachter fragt sich indes warum sich eine Tageszeitung die Salamitaktik der Politiker zu eigen macht, immer nur dass zuzugeben, was sowieso schon bekannt ist. Dies alles hat mit Qualitätsjournalismus und dem Streben nach Wahrhaftigkeiten, wie es einer seriösen Zeitung gut zu Gesicht stünde, nichts zu tun. Mein Tipp: Fakten, Fakten, Fakten und an die Leser denken!
Wer ist es? Buschi Blümel – 13.10.09
Der eigentliche Skandal ist doch, dass die HAZ sich nicht traut und nicht die journalistische Chuzpe hat, Namen zu nennen.Eine solche halbgare Berichterstattung wie hier macht doch keinen Sinn. Sie fördert wohl eher noch die Politikverdrossenheit, weil auf diese Weise alle in Verdacht geraten. Zudem zementiert sie den Ruf der hiesigen regionalen Zeitungen dahingehend, dass dort die Journalisten dort eben keinen überbordenden investigativen Ehrgeiz entwickeln. Schade eigentlich. Deswegen sehe ich mich genötigt die SZ zu abonnieren. Die nennen auch mal Ross UND Reiter.
Arbeitsrechtliche Konsequenzen Hermes – 13.10.09
Ich finde auch, das so ein Verhalten streng gewürdigt werden sollte, Hausverbot hin oder her, denn der Skandal liegt woanders.Aber die CDU ist ja bereits dabei, die eisernen Konsequenzen zu ziehen. Die Nachforschungen laufen unerbittlich. Auch der Rechtsanwalt des - hoppla, Vorsicht! - mutmaßlichen, besoffenen Parteigenossen Randalierers ist unterwegs!
Der gejagte eigentliche Schuldige, also der indiskrete Verwaltungsmitarbeiter, kann sich schon mal nach einem neuen Job umsehen. So gehts ja auch nicht, daß ein niederer Verwaltungslakaie gegen die herrschaftliche Obrigkeit opponiert! Zu Poden mit dem Purschen!
Mir wird bei alldem nur daß, was dem Herrn aus der CDU möglicherweise auf dem Hotelzimmer wurde: kotzübel!
seltsame Berichterstattung whoknows – 13.10.09
Zum einen sollte die Öffentlichkeit erfahren, welcher Volksvertreter sich daneben benommen hat, warum berichtet die HAZ das nicht?Zum anderen ist es sehr seltsam, wie der CDU Chef, nachdem bekannt wurde, dass es ein eigener Mann war jetzt versucht Jagau die Schuld zuzuschieben. Am erstaunlichsten ist, dass die HAZ das so ungefiltert ohne Gegenseite widergibt.
Irgendwie bemerkensert wie parteeisch sich HAZ verhält. Für einen quasi regionalen Medienmonopolisten sehr bedenklich.
Politikerverhalten CDU-Wähler – 13.10.09
Das hätte sich mal ein Mitglied des sog. "Prekariats" erlauben sollen, was wäre dann über die betreffende Person in der Presse geschrieben worden??Namen 123 – 12.10.09
Die Auswahl an Volksvertretern, die hier mitreisen durften ist ja nicht besonders groß. Müsste ja jemand aus dem Wirtschaftsausschuss gewesen sein. Man möchte schon wissen, wer sich da so daneben benimmt. Schliesslich ist er ja eine öffentliche Person im doppelten sinn: a.) Er vertritt das Bild Hannovers in der ffentlichkeit, und somit auch mich b.) Auch das private Verhalten eines Kommunalpolitikers geht die Bevölkerung etwas an - Ansonsten würde man sich ja nicht aus Eitelkeit für ein Mandat bewerben, sondern einer anständigen Tätigkeit nachgehen.Daneben benommen paulchen – 12.10.09
So so, erst war gar nichts , dann war doch was, und dann war dieser Herr wohl vollkommen betrunken. Ein normaler Arbeitnehmer der sich solch eine Entgleisung samt folgendem Lügenmärchen erlauben würde, hätte sofort die fristlose Kündigung erhalten. Herr Töpfer wo sind ihre ach so tollen Prinzipien die sie noch im Fall Gerberding herausposaunt haben? Schon vergessen? Denn sie müssten ihren "Parteifreund" auch ganz schnell abservieren!