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Politiker fordern Absage des Naidoo-Auftritts

NDR Plaza-Festival Politiker fordern Absage des Naidoo-Auftritts

Anspielungen auf rechtspopulistische Themen: Wegen des umstrittenen Songs „Marionetten“ des Sängers Xavier Naidoo fordern hannoversche Kulturpolitiker die Absage des Auftritts des Künstlers beim Plaza Festival des NDR Ende Mai. Dort ist Naidoo mit seiner Band Söhne Mannheims einer der Stargäste.

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Umstritten: Xavier Naidoo.

Quelle: dpa

Hannover. In dem Lied werden Politiker unter anderem als „Hoch- und Volksverräter“ bezeichnet und es wird zu Gewalt aufgerufen: „Wenn ich so einen in die Finger krieg, dann reiß ich ihn in Fetzen!“ In Hannover werden nun Stimmen laut, die sich für eine Absage des Auftritts stark machen. „Wir haben uns damals gegen den Auftritt der Band Freiwild in Hannover stark gemacht, weil es sich dabei um eine Gruppe handelt, die jenseits der freiheitlich demokratischen Grundordnung steht. Im Fall Xavier Naidoo verhält es sich genauso“, sagt Daniel Gardemin, kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat. „Wir leben in einer liberalen Gesellschaft, die Grenzen hat und die sind meiner Meinung nach durch Herrn Naidoo überschritten worden.“

Auch Belgin Zaman, die kulturpolitische Sprecherin der SPD im Rat, hat Zweifel, ob die Entscheidung des NDR, die Söhne Mannheims in Hannover auftreten zu lassen, richtig ist: „Der NDR bieten ihm bei dem Festival ein Forum. Der NDR hat Xavier Naidoo doch 2016 nach Protesten von seiner Teilnahme am Eurovision Song Contest abgezogen. Jetzt laden sie den Sänger zu ihrem Festival ein – da wird mit zweierlei Maßstäben gemessen.“

Xavier Naidoo ist wiederholt mit umstrittenen Äußerungen in die Schlagzeilen geraten. Einige Sprüche des Sängers.

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Auch Hendrik Hoppenstedt, der Vorsitzende des CDU Regionsverbandes Hannover und Bundestagsabgeordneter, hat für das Vorgehen des NDR kein Verständnis: „Als öffentlich-rechtlicher Sender, der von Rundfunkgebühren finanziert wird, kann man ein Konzert mit einer Gruppe die solche Zeilen singt, nicht veranstalten.“ Er sieht in dem Song-Text einen Aufruf zur Gewalt und fühlt sich als Bundestagabgeordneter selber betroffen. „Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, aber hier werden Grenzen überschritten und das ist nicht mehr tolerabel“, sagt Hoppenstedt.

Am Wochenende hatte sich der Radiosender Bremen Vier von Naidoo und seiner Band distanziert. Der Sender zog sich aus der Präsentation zweier Konzerte der Künstler zurück. Der Song „Marionetten“ befeuere Verschwörungstheorien und nehme mehrfach Bezug auf die Theorien der sogenannten Reichsbürger. Auch im bayrischen Coburg distanziert sich nun der Hauptsponsor eines Musikfestivals, bei dem die Söhne Mannheims auftreten sollen, von dem Song.

25.000 Menschen feierten auf der Expo-Plaza beim Plaza Festival 2016 ihre musikalischen Lieblinge. Den Anfang beim machten am Glasperlenspiel und Joris. Am Abend spielten noch Sarah Connor, Rea Garvey und The Boss Hoss.

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Wie NDR 2 mit der Situation umgehen wird, werde derzeit unter anderem mit dem Veranstalter Hannover Concerts diskutiert. Auch die Band diskutiere die Situation intern und soll sich Montagabend mit dem Oberbürgermeister der Stadt Mannheim getroffen haben, um über die öffentliche Kritik zu diskutieren. „Sobald uns die Ergebnisse dieser Gespräche vorliegen, werden wir eine Entscheidung treffen“, sagt NDR-Sprecher Ralf Pleßmann. Als die Band gebucht wurde, habe es das Lied noch nicht gegeben, sagte Hannover Concerts-Geschäftsführer Nico Röger. „Außerdem ist es nicht Aufgabe des Veranstalters, Zensur zu betreiben – ein Verbot muss vom Staat kommen, nicht von uns.“

Das Plaza Festival findet am 26. Mai auf der Expo Plaza statt. Außer den Söhnen Mannheims sollen dort noch Max Giesinger, Bosse und Walking in Cars auftreten.

Von Lisa Malecha 
und Tobias Morchner

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