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Nach HAZ-Bericht

Politiker fordern: Satzung für Müllgebühren ändern

Von Mathias Klein

Der Fall einer Familie, die laut aha zu wenig Müll produziert, schlägt Wellen: Hannovers Politiker fordern nun, die Satzung für Müllgebühren zu ändern.
Sortieren spart Geld: Metin Onur von der Firma innotec holt einen Fahrradrahmen aus einer Restmülltonne.

Sortieren spart Geld: Metin Onur von der Firma innotec holt einen Fahrradrahmen aus einer Restmülltonne.

© Nico Herzog

Nach dem HAZ-Bericht über eine Familie, die zwar wenig Müll produziert, aber dennoch eine größere Abfalltonne nehmen muss, rufen Politiker nach einer Änderung der Müllgebührensatzung. „Ich werde in dieser Angelegenheit der Geschäftsführerin des Abfallzweckverbandes einen Brief schreiben“, sagte beispielsweise der Abfallexperte der SPD-Regionsfraktion, Wilhelm Behne. Aus eigener Erfahrung könne er sagen, dass für die Familie aus Misburg die kleine Tonne völlig ausreiche. „In solchen Fällen müssen wir die Satzung einfach mal überarbeiten.“

Wie berichtet, hatte der Abfallwirtschaftsbetrieb aha die Familie Körner nach einem Datenabgleich gezwungen, statt einer 60-Liter-Tonne mit 14-täglicher Leerung einen 120-Liter-Behälter vor das Haus zu stellen. Dafür muss die Familie jährlich 90 Euro mehr bezahlen als bisher. Die Begründung von aha: Die Satzung schreibe eine Mindestmüllmenge pro Person und Woche von zehn Litern vor. Da in dem Haushalt fünf Personen leben, müsse die größere Tonnen genommen werden.

Auch die Grünen sprechen sich für eine Satzungsänderung aus. „Man muss den Leuten entgegenkommen, die weniger Müll produzieren“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Ratsfraktion, Michael Dette. Allerdings könne es dann sein, dass für bislang kostenlose Leistungen wie Abholung von Sperrmüll oder die Anlieferung von Grünschnitt eine Gebühr kassiert werden müsse. Die CDU warf aha „Schnüffelei“ vor. „Es ist völlig unerheblich, ob in einem Haushalt drei oder vier Kinder leben“, meinte der Vorsitzende der CDU-Regionsfraktion, Eberhard Wicke. Die Satzung müsse dringend geändert werden, damit diejenigen, die ihren Müll sortieren, nicht noch weiter bestraft würden, meinte er.

Wicke rief außerdem zu einer besseren Mülltrennung in Privathaushalten in Hannover auf. „Dann könnte aha mehrere Millionen Euro sparen“ , sagte er. Das wiederum könnte die Müllgebühren zumindest stabil halten, meint der CDU-Politiker. „Da liegen praktisch Millionen in den Tonnen, die nur gehoben werden müssen“, sagte er. Als Beispiele nennt er unter anderem Papier sowie Edelmetalle wie Kupfer und Platin aus Elektroschrott, die in den Restmülltonnen landeten. Gefordert seien aber nicht nur die Privathaushalte, sondern vor allem aha. „Der Abfallentsorgungsgesellschaft fehlt bei der Behälterabfuhr ein Gesamtkonzept“, sagte Wicke.

Dass eine bessere Müllsortierung tatsächlich viel Geld spart, beweist die Firma innotec, die im Auftrag großer Wohnungsunternehmen in Hannover seit Jahren die großen Abfallbehälter vor Mietshäusern kontrolliert und den Müll dort neu sortiert. innotec betreut in Hannover und im Umland die Abfalltonnen von insgesamt rund 30.000 Haushalten, in denen rund 60.000 Menschen leben, berichtete Geschäftsführer Sven Heincke. „Oft landen Stühle oder große Kisten im Restmüllcontainer“, berichtet Heincke. Dadurch würden die Container verstopfen, nur wenig Müll passt rein, weitere Behälter müssten aufgestellt werden. Als Beispiel für den großen Erfolg beim nachträglichen Müllsortieren nennt der Geschäftsführer ein Haus mit 56 Wohnungen an der Kugelfangtrift. Als innotec im Jahr 2004 dort mit den täglichen Kontrollen begann, brachte jeder Haushalt pro Woche 117 Liter in den Restmüll, heute sind es nur noch 85 Liter. Durch die Reduzierung um 28 Prozent bei der Müllmenge spare jeder Haushalt rund 35 Euro Müllgebühren pro Jahr. aha sollte zu Geld machen, was zu Geld gemacht werden könne, meinte Wicke.

Bei aha will man zu der Angelegenheit vorerst keine Stellung nehmen. „Solange die CDU nicht mit dem Vorschlag an uns herangetreten ist, sagen wir auch nichts dazu“, meinte Sprecher Stefan Altmeyer.

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  • dementi Inno ceasar – 20.09.10
    Seit dem die Firma innotec da ist, ist endlich mal ordnung auf dem müllplatz. Hut ab vor denen, die die leistungen so erbringen...übrigens habe ich dadurch schon 100€ an müllkösten gespart pro jahr...
  • Müllsortierung tatsächlich viel Geld spart, beweist die Firma innotec, emm wie – 28.07.10
    Hallo, was ist den dass für ein verspäteter Aprilscherz!
    Innotec und Geld sparen.
    1. ist das System unlogisch und
    irrational.
    2. Darf der Mieter bis zu 150,00€
    pro Jahr mehrzahlen.
    3. wird von Innotec eine Mindestmüll
    Menge vorgegeben und diese Menge
    ist zu zahlen, ob erreicht
    oder nicht. Wer mehr erzeugt,
    bezahlt auch mehr.
    4. ist es erstaunlich, dass die
    Innotec Müllplätze nicht die
    Ordnungs-, Ümweltbehörde auf den
    Plan ruft.

    Seit diese Firma bei uns dem Müll betreut, haben wir Partytime for Rats
  • ... Alt-Wunstorfer und Kenner des Herrn B. – 27.07.10
    Warum verstößt die Wahrheit gegen die Nutzungsbestimmung.

    Jeder der Herrn B. kennt wird das geschriebene bestätigen können.
  • Abfallgebühren Sakimere – 26.07.10
    Zur Info! - Im Stadtgebiet befinden sich einschließlich der Deponie Lahe 10 Annahmestellen für E-Schrott. Und: In jedem Geschäft, das Batterien verkauft, befindet sich auch ein Sammelbehälter für verbrauchte Batterien. Da müßte doch auf dem Heimweg ein Laden zu finden sein. Nicht immer nur spontan handeln, sondern auch morgens mitdenken.
  • Ratsherr Behne Alt-Wunstorfer und Kenner des Herrn B. – 26.07.10
    Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen
  • Elektroschrott bürgernah annehmen unfreiwilliger Schrottsammler – 26.07.10
    Gibt es inzwischen eigentlich Sammelstellen für Elektroschrott, die man auch ohne Auto in zumutbarer Zeit erreichen kann? Die Annahmestelle in Lahe ist doch nur für Autobesitzer mit viel Tagesfreizeit geeignet. Früher soll es mal eine Annahmestelle in der Neustadt und dann in Linden-Miitte gegeben haben, später nur noch in Lahe unter einer Adresse, die auf dem Stadtplan nicht nachvollziehbar ist, weil dort die verzweigten Wege alle denselben Straßennamen tragen. Zuhause stapeln sich die kaputten Elektrogeräte im Keller, weil ich sie nicht in den Restmüll werfen mag.

    Warum gibt es eigentlich bei den Altglascontainern keine Behältnisse für alte Batterien mehr? Wenn ich auf dem Heimweg im Kaufhaus eine neue Batterie kaufe, habe ich immer garade keine Wegwerfbatterie dabei.
  • Verursacher? Müllsparer – 26.07.10
    Schön das die Herren Freizeitpolitiker jetzt einen Brief an AHA schreiben wollen.

    Was soll das bringen?

    Sie selbst haben doch die Abfallsatzung mit genau diesen Regeln beschlossen und nicht etwa AHA.

    Wollen die Herrschaften wieder mal von ihren eigenen Fehlern ablenken?

    Sie haben -wieder besseres Wissen - auch die Kalte Rotte und die Müllverbrennung entschieden. Und für beides zahlen wir jetzt alle die überhöhten Abfallgebühren.

    Die "Denke" von diesen Herrschaften kann man nicht verstehen, aber man muss sie bezahlen.

    Was sagte ein Bekannter dazu: "Wieder ein Fall wo wir uns von denen verkaspern lassen und auch noch die Rechnung bezahlen dürfen!"

    Warten wir also auf die nächste Erhöhung der Müllgebühren ...

    Verursacht nicht durch den pösen AHA, sondern durch politische Fehlentscheidungen.
  • @ majestix Dr. Hans Olg – 26.07.10
    Bestimmte Dinge kann auch ein Verwaltungsgericht nicht korrigieren! Da muss schon die Politik ran und die Satzung ändern.
  • endlich wach qwer – 26.07.10
    schön, dass Herr Behne einen Brief schreiben möchte und kann. Nun ist der Druck von außen da und er möchte etwas tun!! Wo waren er und seine Ratskollegen bei den Sitzungen? Lesen sie die Protokolle nicht? Wie haben sie abgestimmt?
  • Verursacherprinzip macht auch nix – 26.07.10
    @Wußtich: Sowas nennt man auch Verursacherprinzip. Bei wem Reste anfallen, der soll auch afür löhnen!
  • @toni majestix – 26.07.10
    Wenn man seinen Kopf bereits beim Einkaufen benutzt kommt erst gar kein Müll zu Stande. Ich kämpfe seit Jahren selbst vor dem unfähigen Verwaltungsgericht dagegen, allerdings erfolglos. Genauso ist es doch mit der Tonne für zwei Grundstücke. Obwohl in dem anderen Haus mehrere Parteien und ich ganz allein wohne wird genau halbiert.
  • Unglaubwürdig bis populistisch Wettberger – 26.07.10
    "„Ich werde in dieser Angelegenheit der Geschäftsführerin des Abfallzweckverbandes einen Brief schreiben“, sagte beispielsweise der Abfallexperte der SPD-Regionsfraktion, Wilhelm Behne."
    Was tun solche Leute eigentlich im Rat? Lesen die die Ratsdrucksachen nicht oder verstehen sie sie nicht? Die SPD-Fraktion hat immerhin federführend an der Abfallsatzung gearbeitet und diese mehrheitlich verabschiedet. Warum kommen dem Genossen nun jetzt erst Bedenken bei dieser bürgerfeindlichen Regelung?
    Solche Leute sind inkompetent und populistisch und haben im Rat nichts verloren.
  • oha aha mar – 26.07.10
    unsere politiker wollen sich darum kümmern?? möge gott mit uns sein...

    das wird doch eher noch teurer für uns!
  • QWußtich aw – 26.07.10
    Schon mal darüber nachgedacht, dass sie mit Sperrmüll und Grünschnitt auch Geld verdienen und nicht nur Kosten haben? Siehe Altpapier.
    Bei manchen Unternehmen ist es sogar so, wenn man Grünschnitt anliefert, darf man sich in gliecher Menge Humus kostenlos oder geringes Entgeld mitnehmen. Nicht umsonst gibt es einen Haufen Schrottsammler, die die Sperrmüllberge vor der offiziellen Abholung plündern. Mit Altmetall läßt sich gut Geld verdienen.
  • Konkurrenz belebt das Geschäft aw – 26.07.10
    Wie wäre es, wenn der Markt für weitere Unternehmen der Abfallwirtschaft zugelassen werden? Bei ALtpapier hat es ja auch was gebracht.
  • innotec Irgendwer – 25.07.10
    Das einzige was innotec beweist, ist ein unnötige Belastung der Mieter. Dank der Einführung des innotec-Systems zahlen in unserer Umgebung die Mieter deutlich mehr für die Müllbeseitigung als vorher bei der Sackabfuhr. Nicht ohne Grund laufen noch etliche Beschwerden bei den großen Vermietern und den Mieter-Verbänden.
  • Ach guck Wußtich – 25.07.10
    "Allerdings könne es dann sein, dass für bislang kostenlose Leistungen wie Abholung von Sperrmüll oder die Anlieferung von Grünschnitt eine Gebühr kassiert werden müsse."

    Na also. Die ganze Angelegenheit ist die öffentliche Vorbereitung neuer bzw. höherer Gebühren. "Auf politischen Druck" bekommen also ein paar Müllsparer günstigere Tonnen, während alle insgesamt mehr zahlen müssen. Wie der Saldo für aha aussieht, kann sich jeder denken.

  • Tonnen für alle ! kritiker – 25.07.10
    Wenn die Politiker die Satzung nun ändern wollen, dann sind wir gespannt wer dann die betriebswirtschaftlich zu verteilenden Gesamtkosten bezahlt und welcher Mengenfaktor ihnen dann einfällt.
  • @ Toni Rubber Duck – 25.07.10
    Du solltest mal die Großstadt verlassen und Dich in Wald und Flur umsehen. Dann wirst Du Tonnenweise Müll und Unrat sehen, trotz der bisherigen Mindestmengen. Es bringt also erwiesenermaßen nichts das aha den Bürgern vorschreiben will wie viel Müll sie zu produzieren haben. Es ist typisches Behördendenken von Beamten, die offenbar nichts anderes zu tun haben als die Bürger zu drangsalieren.
  • Mindestmengen nicht ohne Grund! Toni – 25.07.10
    Schön das es bald die günstigen Tonnen für jedermann gibt!
    Den Rest schmeißen wir dann wie alle anderen auch in den Wald?
    Mindestmengen können dies verhindern!

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