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Südstadt-Bult

Politiker fordern Zukunft für Schlachthof


Nahezu der gesamte Bezirksrat Südstadt-Bult ist verärgert, die Schlachthofnutzer sind verunsichert – und die Verwaltung sich keiner Schuld bewusst. Bei der Sondersitzung des Bezirksrats zur Zukunft des Alten Schlachthofs, einem Gewerbepark mit rund 65 Mietern im Stadtteil Bult, hat es jetzt nicht an deutlichen Worten gefehlt.

Wie berichtet, endet das Erbbaurecht Ende Dezember 2011, dann läuft der Pachtvertrag inklusive der Zwangsverwaltung des Areals aus – und die Stadt will ihn nicht verlängern. Die ansässigen Firmen mit ihren 200 Mitarbeitern bangen um den Standort und ihre Existenz. Betroffen sind auch viele Zuliefererfirmen in Stadt und Umland.

Pikant an dem Vorgang: Die Kommunalpolitiker haben erst durch Berichterstattung in Zeitungen davon erfahren, dass die Stadt das Areal aufgeben will und damit die Zukunft der 65 Betriebe gefährdet. Eine „grandiose Verdunkelungstaktik der Verwaltung“ nannte SPD-Fraktionsvorsitzender Ewald Nagel diesen Umstand. FDP-Ratsfraktionschef Wilfried Engelke monierte unter Anspielung auf zahlreiche kommunale Gründerwettbewerbe, dass die Wirtschaftsförderung jedem, der „einmal einen blinkenden Taschenrechner erfinden will“, Hilfe zukommen lasse – die Existenz von Dutzenden alteingesessenen Betrieben aber gefährde.

Dafür haben die Fraktionen keinerlei Zweifel aufkommen lassen, den Schlachthof erhalten zu wollen. „Es liegt offen auf der Hand: Hier sollen bestehende Strukturen zerstört werden“, wetterte Nagel. Gegen eine Vermarktung des Geländes sprach sich auch Zwangsverwalter Krause-Dommnich-Meerheimb aus. Aufgabe einer Stadt sei nicht allein der Verkauf von Grundstücken, sondern auch das Unterstützen von Betrieben.

Zudem betonte er die Einmaligkeit des Standorts: „Hier ist ein Mikrokosmos aus Geschäften, Dienstleistern und Kulturträgern entstanden.“ Viele der Nutzer könnten aber nur begrenzt höhere Mieten zahlen. Mehr als ein Dutzend von ihnen bestätigte das in der Bezirksratssitzung, betonte aber auch die enge Bindung an den Standort. Vielfach seien sämtliche Rücklagen in die Renovierung der Räume gesteckt worden.

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  • Eine saubere Welt ohne schmutzige Arbeit! DEW – 12.06.09
    Aber wenn doch das Schmiergeldangebot so hoch war!

    Außerdem, wenn man jahrelang in sauberen Amtsstuben sitzt, hat man zu "schmutziger Arbeit" keine Beziehung mehr. Da will man dann neue Bürohäuser errichtet sehen, alles clean - nur, wer soll es bezahlen und zwar nicht nur die Baukosten!

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