Entsetzt haben Kommunalpolitiker aus Hannover auf die Zunahme häuslicher Gewalt reagiert: „Wir müssen uns die Zahlen jetzt genau anschauen, um herauszufinden, wo die Gründe für die Zunahme familiärer Gewalt liegen“, kündigte Ingrid Wagemann (Grüne), Vorsitzende des Sozialausschusses im Rat der Stadt Hannover an. Nachgegangen werden soll auch der Frage, ob die Gewalt tatsächlich zugenommen hat, oder ob die Dunkelziffer erhellt worden ist, weil sich immer mehr Opfer trauten, die Täter bei der Polizei anzuzeigen.
„Mich hat besonders erschreckt, dass häusliche Gewalt alle Gesellschaftsschichten berührt“, sagte Wolfgang Schiemann (SPD), Mitglied des Gleichstellungsausschusses der Regionsversammlung. „Opfer können durchaus gutverdienende Rechtsanwältinnen sein und Ärzte die Täter.“
Michaela Michalowitz, Vorsitzende des Ausschusses, sagte, es seien „vor allem die Fälle von häuslicher Gewalt in Mittelschichtsfamilien“, die sie entsetzt hätten. Gudrun Koch, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, glaubt indessen nicht, dass die Gewalt in den Familien zugenommen hat. „Ich denke eher, dass bei körperlicher Gewalt die Schläger heute schneller angezeigt werden“, sagte Koch.
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