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Aus der Stadt Politiker wollen Kröpcke ohne Pyramide
Hannover Aus der Stadt Politiker wollen Kröpcke ohne Pyramide
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00:17 05.04.2014
Von Conrad von Meding
„Die Pyramide nimmt der Hänge­skulptur die optische Kraft und wird dem Platz ohnehin nicht gerecht“, kritisiert SPD-Politiker Hermann. Quelle: Archiv
Hannover

Spontane Unterstützung erhielt er vom FDP-Politiker Wilfried Engelke, der sich einen Umzug etwa zum Platz der Weltausstellung vorstellen kann. Betreiber Rainer Aulich fiel am Abend aus allen Wolken. „Absoluter Blödsinn, die Pyramide hat doch längst Wahrzeichenfunktion für Hannover-Touristen“, sagt er. Eine Million Euro habe sein Unternehmen in die mehrstöckige Konstruktion investiert. „Jetzt gibt es nach Ende der Großbaustellen wie dem Kröpcke-Center endlich wieder freie Blickachsen auf die Pyramide, und dann kommt so ein Vorschlag.“ Sein Vertrag für das Holzbauwerk, das stets kurz vor Adventsbeginn aufgebaut wird, endet nach dem Weihnachtsmarkt 2014 – für das nächste Jahr könnte es nun Probleme geben.

Anlass für die Diskussion ist das neue Lichtkunstwerk, das die Stadt über dem Kröpcke installieren lässt. „Die Pyramide nimmt der Hänge­skulptur die optische Kraft und wird dem Platz ohnehin nicht gerecht“, kritisiert SPD-Politiker Hermann. Allerdings wird das Lichtkunstwerk während der Dauer der Weihnachtsbeleuchtung ohnehin ausgeschaltet, um am Kröpcke keine Lichtkonkurrenz zu schaffen, klärte Planer Paul Babel vom Bauamt auf Nachfrage von CDU-Ratsherr Felix Blaschzyk auf. Der hält nichts von einem neuen  Standort für die Pyramide. „Sie hat sich zum Kulttreff entwickelt und hat Tradition in Hannover“, argumentiert Blaschzyk. Auch Grünen-Fraktionsvize Michael Dette sagt: „Mich stört die Pyramide eigentlich nicht.“ Er erinnert zudem daran, dass die Stadt mit den jährlichen Pachteinnahmen der Pyramide über eine Art Koppelgeschäft einen Teil der Weihnachtsbeleuchtung finanziert. Diesen Deal hatte der einstige Wirtschaftsdezernent Michael Karoff eingefädelt. „Da sollte man dann schon fair mit jemandem umgehen, der so viel Geld bezahlt.“

1994 stand die Pyramide erstmals in der weihnachtlichen Innenstadt. Damals war es noch der kleinere Vorläufer, und er stand etwas weiter westlich in der Georgstraße auf Höhe der Einmündung Große Packhofstraße. Nach einigen Jahren zog sie zum Kröpcke um und wurde zweimal erweitert – zuletzt bereits mit Blick auf die geplante Lichtskulptur. „Die ganze Bauweise nimmt Rücksicht auf die Skulptur, das stört sich gar nicht“, sagt Aulich. Und gibt zu bedenken: „Die Pyramide hat am Fuß einen Durchmesser von 20 Quadratmetern, mit den nötigen Fluchtwegen ringsherum gibt es kaum irgendwo angemessenen Platz in der Stadt“, sagt Aulich. Und am Platz der Weltausstellung, erinnert er, ist stets der Weihnachtsmarkt mit dem Tor aufgebaut.

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