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Politische Prominenz erweist die letzte Ehre

Nach Tod von Bernd Strauch Politische Prominenz erweist die letzte Ehre

Der Tod von Bürgermeister Bernd Strauch hat in der Stadt eine Welle von Beileidsbekundungen ausgelöst. Im Rathaus schrieben sich am Dienstag 150 Besucher in das Kondolenzbuch ein, unter ihnen Hannovers ehemaliger OB Herbert Schmalstieg, Alt-Bundespräsident Christian Wulff und Bettina Wulff. 

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Oberbürgermeister Stefan Schostok trägt sich als Erster in das Kondolenzbuch für den Montag gestorbenen langjährigen Bürgermeister Bernd Strauch ein.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Im Rathaus haben sie ein passendes Foto ausgesucht für den Tisch mit dem Kondolenzbuch. Es zeigt Bürgermeister Bernd Strauch in dunklem Anzug mit seinem typischen Lächeln – offen und herzlich. Im Grunde will der lachende Strauch so gar nicht zu der schweren Stille in der großen Halle passen, zu den schwarzen Krawatten der mehr als Hundert Trauernden. Aber dieser dezente Bruch hätte ihm gefallen. Auf charmante Weise ein bisschen neben der Spur zu sein und doch nicht aus dem Rahmen zu fallen.

Hannovers früherer Erster Bürgermeister Bernd Strauch ist am Montagnachmittag gestorben. Mit 66 Jahren erlag er einem Krebsleiden. Strauch war nicht nur Erster Bürgermeister, er leitete die Ratssitzungen und war so etwas wie die graue Eminenz der Jazzmusik in Hannover. Erst ein Jahr ist es her, dass er vom Bürgermeisteramt zurücktrat.

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Die Stadt legt das Kondolenzbuch noch bis Freitag in der Rathaushalle aus. Am Donnerstag, 15. Oktober, findet um 14 Uhr in der Marktkirche ein Trauergottesdienst statt. Danach lädt OB Schostok zum Empfang im Rathaus.

Die Anteilnahme in der Stadt ist schon jetzt riesig. Etliche Hannoveraner drücken in den sozialen Medien ihr Beileid aus. 150 Rathausmitarbeiter, Politiker, Prominente und Bürger haben sich gestern im Kondolenzbuch verewigt, unter ihnen Alt-Bundespräsident Christian Wulff (CDU) zusammen mit Bettina Wulff. Das Kondolenzbuch liegt noch bis Freitag für jedermann in der Rathaushalle aus. Am Donnerstag, 15. Oktober, um 14 Uhr hat die Stadtverwaltung eine Trauerfeier in der Marktkirche angesetzt. Ob der Platz in Hannovers größter Kirche ausreicht, ist ungewiss. Danach gibt es einen Empfang im Rathaus.

Der Mann mit dem schlohweißen Haar war beliebt wie kaum ein anderer Politiker in Hannover. „Das liegt daran, dass er sich in Menschen hineinversetzte und ihnen das Gefühl gab, sie können stolz auf sich sein“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Er ist der Erste, der sich im Kondolenzbuch verewigt. An den „Freund, Ratsvorsitzenden, Bürger und Politiker“ schreibt Schostok mit seinem Dienstfüllfederhalter. Und: „Wir werden dich niemals vergessen!“ Strauch sei ein Vorbild, sagt Schostok später vor der Rathaustür. Jemand, der es verstanden habe, zwischen divergierenden Interessen zu vermitteln.

Politiker, Repräsentant Hannovers und leidenschaftlicher Jazz-Musiker: Hannovers langjähriger Erster Bürgermeister Bernd Strauch ist tot. Er starb im Alter von 66 Jahren. Ein Rückblick in Bildern.

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Hannovers ehemaliger OB Herbert Schmalstieg (SPD) lässt es sich nicht nehmen, gleich nach Schostok zum Stift zu greifen. Ihm folgen langjährige Ratspolitiker wie Grünen-Mitglied Lothar Schlieckau. Er kannte Strauch seit 1991. „Ein ausgleichender Mann, einer, der sich auch um die kleinen Dinge in der Stadt gekümmert hat“, sagt Schlieckau. Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci ringt um Fassung. Die Worte fallen ihm sichtlich schwer. „Strauch war ein großartiger Mensch. Einer, wie ich nur wenige gekannt habe“, sagt er. Der junge CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt hat den Ersten Bürgermeister nur ein paar Jahre erlebt, aber er ist ins Rathaus geeilt, um persönlich zu kondolieren. „Strauch hat sich über Parteigrenzen hinweg verdient gemacht. Seine Selbstironie zeichnete ihn aus“, sagt Oppelt.

Während einer nach dem anderen am Tisch Platz nimmt und letzte Worte an die Familie Strauch schreibt, hält sich Alt-Bundespräsident Christian Wulff im Hintergrund. Sein Gesicht wirkt versteinert, Bettina Wulff scheint entspannt. Sie bleibt in der zweiten Reihe, als Wulff nach einer Weile vortritt und den Stift zur Hand nimmt. „Ohne seine Menschlichkeit ist die Welt ärmer“, schreibt Wulff der Familie ins Kondolenzbuch. Später erklärt der Alt-Bundespräsident seine Verbindung zu Strauch. „Als ich 1993 von Osnabrück nach Hannover kam, hatte ich es anfangs nicht leicht hier“, erzählt Wulff. Strauch aber sei ihm sehr offen und einladend begegnet. Das habe er nicht vergessen.

Die Trauergemeinschaft unter der Rathauskuppel löst sich langsam auf. Das gerahmte Foto des ehemaligen Bürgermeisters bleibt in der Weite der Halle zurück. Strauch scheint den Menschen hinterherzulächeln, so als wollte er sagen: Jetzt ist mal gut mit den Lobeshymnen.

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