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"Die AfD kann in Hannover 4 Prozent schaffen"

Wissenschaftler meint: "Die AfD kann in Hannover 4 Prozent schaffen"

Am 11. September 2016 sind Kommunalwahlen in Niedersachsen. Nach Ansicht des Politologen und Wahlanalytikers Daniel Gardemin von der Leibniz Universität kann die AfD in Hannover auf 4 Prozent der Stimmen kommen. Bei bundesweiten Umfragen liegt die rechtsgerichtete Partei bei zweistelligen Werten.

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Der hannoversche Politologe Daniel Gardemin sieht die AfD bei der Kommunalwahl in Hannover bei 4 Prozent.

Quelle: r

Hannover.  Herr Gardemin, die Alternative für Deutschland (AfD) wird 2016 bei den Kommunalwahlen antreten. Welches Ergebnis trauen Sie der rechtsgerichteten Partei in Hannover zu?

In der jüngsten Wahlumfrage für Niedersachsen erreichte die AfD 4 Prozent der Stimmen. Das dürfte auch ein ganz grober Richtwert für Hannover sein. Diese Prognose sagt aber noch nichts darüber aus, was in einem Jahr passiert. Entscheidend bleibt, welche Themen die AfD aufgreift und wie sich die bundespolitischen Trends entwickeln. Eine Kommunalwahl wird stark von überregionalen Themen beeinflusst, man denke an die Atomkatastrophe von Fukushima und das gute Abschneiden der Grünen im Jahr 2011.

Die Kommunalwahl im kommenden Jahr dürfte in der Flüchtlingspolitik entschieden werden.

Das ist keinesfalls ausgemacht. Die Flüchtlingspolitik stand ohne Zweifel in diesem Jahr im Fokus. Aber kaum ein Thema ist so stark, dass es dauerhafte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der entscheidende Wahlkampf wird erst nach den Sommerferien beginnen, da bleibt noch eine Menge Zeit. Zudem gehe ich davon aus, dass der Flüchtlingsstrom 2016 nachlässt.

Die Landesregierung sieht das anders, sie rechnet sogar mit steigenden Flüchtlingszahlen. Aber welcher Partei luchst die AfD in Hannover Wähler ab?

Dafür gibt es nur Indizien. Die AfD-Wähler gehören wohl eher den kleinbürgerlichen Milieus an und haben eine konservative Grundhaltung. In Hannover decken die beiden großen Volksparteien SPD und CDU solche Wählerschichten ab. Zudem haben bei der letzten Kommunalwahl insgesamt 5 Prozent der Wähler für rechtskonservative Gruppen wie die „Hannoveraner“ und die WfH gestimmt. Die AfD dürfte mindestens die Hälfte dieser Wähler an sich binden, der Rest kommt aus den Volksparteien.

Was ist eigentlich mit den Piraten? Haben die noch eine Chance?

Im Wahlkampf werden die Piraten versuchen, sich zu platzieren. Aber sie brauchen ein Thema, Datenschutz allein reicht nicht aus. Bisher habe ich keine Lebenszeichen von den Piraten registriert, die ich deuten könnte.

Wie verändert sich die Parteienlandschaft in Hannover vor der Wahl?

Das Parteienspektrum wird pluraler. Es gibt Nischen für jeden Wählergeschmack. Ob sich das belebend auf die politische Kultur auswirkt oder die Auseinandersetzung lähmt, hängt auch davon ab, welche Antworten die anderen Parteien der AfD entgegensetzen.

Interview: Andreas Schinkel

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