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Polizei Hannover fahndet weiter via Facebook

Bilanz des Modellversuchs Polizei Hannover fahndet weiter via Facebook

Seit einem halben Jahr nutzt die Polizeidirektion Hannover in einem bundesweit einmaligen Modellversuch das Internetportal Facebook für die Suche nach Vermissten und die Fahndung nach Tätern. Jetzt zieht sie eine positive Bilanz – trotz neuer Vorwürfe wegen mangelnden Datenschutzes in dem Online-Netzwerk.

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Seit einem halben Jahr nutzt die Polizeidirektion Hannover in einem bundesweit einmaligen Modellversuch das Internetportal Facebook für die Suche nach Vermissten und die Fahndung nach Tätern.

Quelle: dpa

Hannover. „Die Resonanz ist gewaltig“, sagt Polizeisprecher Stefan Wittke. In acht Fällen erhielten die Ermittler in den vergangenen sechs Monaten den entscheidenden Hinweis, nachdem sie Bilder von Gesuchten bei Facebook eingestellt hatten. Inzwischen hat die Seite der Polizeidirektion Hannover mehr als 26 000 „Fans“.

Im Februar hatte die Polizei mit der Facebook-Fahndung begonnen, nach sechs Monaten geht der Modellversuch nun zu Ende. In den kommenden Wochen will das Innenministerium die Ergebnisse auswerten und prüfen, ob die Polizeidirektion im weltgrößten Online-Netzwerk aktiv bleiben soll. Bis die Entscheidung fällt, wollen die hannoverschen Ermittler Facebook weiter nutzen.


Der wohl spektakulärste Fall, in dem die Fahndung per Facebook die Kriminalpolizei zu den mutmaßlichen Tätern führte, war die Vergewaltigung einer 16-jährigen Schülerin am Ostersonntag. Die Jugendliche hatte die beiden 21 und 22 Jahre alten Männer in einer Diskothek am Raschplatz kennengelernt. Dort waren sie von einer Überwachungskamera aufgenommen worden; kurz nach der Tat stellte die Polizei das Bild eines Tatverdächtigen ins Internet. Bereits am nächsten Tag meldete sich ein 19-Jähriger bei den Beamten, beteuerte allerdings, mit der Tat nichts zu tun zu haben. Letztlich aber führte seine Zeugenaussage die Polizei zu den mutmaßlichen Tätern. Auch zwei Vermisstenfälle konnten innerhalb kürzester Zeit geklärt werden. Ein zwölfjähriges Mädchen und ein 14 Jahre alter Junge meldeten sich nur Stunden, nachdem ihr Foto auf der Facebook-Seite veröffentlicht worden war bei der Polizei. „Wir merken, dass wir junge Menschen über das soziale Netzwerk sehr gut erreichen“, sagt Polizeisprecher Wittke. Einer Auswertung zufolge sind 59 Prozent der Besucher zwischen 18 und 34 Jahre alt.

Unabhängig von den Erfolgen sieht auch die Polizeidirektion Hannover, dass der Datenschutz auf Facebook verbesserungswürdig ist. „Jedem Nutzer muss noch deutlicher gemacht werden, worauf er sich einlässt“, sagt Wittke. In der aktuellen Debatte werfen Datenschützer Facebook vor, von jedem Internetnutzer automatisch die IP-Adresse zu speichern, sobald dieser einen „Gefällt mir“-Button anklickt oder eine Facebook-Fanseite öffnet. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) hält das für illegal. Am Donnerstag hat nun der niedersächsische Landesbeauftragte für Datenschutz, Joachim Wahlbrink, eine Prüfung in Auftrag gegeben. „Wir wollen wissen, was mit den Daten der Besucher passiert, wenn sie sich durch die Facebook-Seite der Polizeidirektion klicken“, sagte ein Sprecher. Der Kieler Datenschützer Thilo Weichert hält es für „absolut heikel“, dass Polizeibehörden zur Benutzung von Facebook „animieren“. „Es handelt sich um eine unsichere Kommunikationsform, die über die USA läuft. Dort haben die Behörden Zugriff auf die Daten.“

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