Nur 24 Stunden nach dem Überfall auf die Filiale der Commerzbank in Vahrenwald am Freitag hat die Polizei am Sonnabendvormittag den mutmaßlichen Täter gestellt. Der 22-jährige Mann mit türkischen Wurzeln hat die Tat sowie einen weiteren Überfall auf dieselbe Geschäftsstelle am 17. August gestanden. Er hatte sich für die Raubüberfälle mit einer Pistole bewaffnet und von Kopf bis Fuß in schwarze Schleier gehüllt. Auf den ersten Blick ähnelte das Gewand einer Burka – die auffällige Tarnung sollte die Polizei schließlich auf die Spur des Mannes führen.
Aus der Zeitung hatte eine 53-jährige Mitarbeiterin eines Hotels in der Vahrenwalder Straße am Sonnabendmorgen unmittelbar vor ihrem Arbeitsbeginn von dem sogenannten Burka-Räuber erfahren. Beim Reinigen eines Zimmers stieß sie kurz darauf auf einige weitgeschnittene schwarze Kleidungsstücke und Tücher. Die Frau wurde stutzig, informierte die Polizei und erklärte, dass ihr das Verhalten des Zimmerbewohners bereits vor dem Fund verdächtig vorgekommen sei. Der 22-Jährige befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Hotel.
Ermittler der Kriminalpolizei durchsuchten das Hotelzimmer und wurden fündig: In einem Koffer entdeckten sie eine Schreckschusspistole und einen Teil der Beute. Mehrere Beamten in zivil observierten daraufhin das Gebäude und die nähere Umgebung. Schwer bewaffnete Kräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) hielten sich im Hintergrund für den Zugriff bereit.
Die Polizisten mussten nicht lange warten. Vor einer Spielhalle in der Vahrenwalder Straße geriet gegen 10.30 Uhr ein junger Mann in ihr Visier, auf den die Beschreibung des Tatverdächtigen passte. Minuten später stürmten SEK-Beamte die Spielhalle und überwältigten den 22-Jährigen. Er hat in einer ersten Vernehmung gestanden, am 17. August sowie am 3. September jeweils gegen 9.30 Uhr mit einer Pistole bewaffnet die Filiale der Commerzbank in der Vahrenwalder Straße betreten zu haben. In beiden Fällen richtete er seine Waffe direkt auf einen der Mitarbeiter der Bank, reichte eine Plastiktüte über den Tresen und forderte Geld.
Zum Motiv des Mannes liegen derzeit keine Hinweise vor. Womöglich finanzierte der 22-Jährige sich seinen Lebensunterhalt mit den Überfällen. Er ist der Polizei bereits wegen einer Reihe von Eigentums- und Gewaltdelikten bekannt. Nach einem Raubüberfall in Baden-Württemberg verbüßte er dort zuletzt eine Haftstrafe. Seit seiner Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt im Juni 2009 hat der 22-Jährige keinen festen Wohnsitz mehr. Wie lange er sich schon in Hannover aufhält, ist nicht bekannt. Vermutlich wechselte er seine Unterkünfte in regelmäßigen Abständen.
Der Tatverdächtige sollte noch am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden.
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