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Aus der Stadt Polizei Hannover findet mutmaßliche Tatwerkzeuge im Maschsee-Mord
Hannover Aus der Stadt Polizei Hannover findet mutmaßliche Tatwerkzeuge im Maschsee-Mord
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21:23 09.11.2012
Die Polizei Hannover sucht am Freitagmorgen mit Spürhunden und Tauchern den Maschsee nach weiteren Leichenteilen ab Quelle: Alexander Körner/dpa
Hannover

Die Ermittler wissen, dass die zu dem Mordfall veröffentlichten Details jeden Zuhörer auf eine Belastungsprobe stellen. Dennoch muss die Polizei die Öffentlichkeit informieren und zum Teil grausame Einzelheiten bekannt geben. Nur so besteht die Chance, dass sich doch noch ein Zeuge meldet und den möglicherweise entscheidenden Hinweis gibt. Genau darauf wird es ankommen. Auch zehn Tage nachdem ein Spaziergänger Teile des zerstückelten Leichnams im Wasser am Nordufer des Sees entdeckte, fehlt nämlich vom Täter noch jede Spur. 

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, fanden die Feuerwehrtaucher bereits am vergangenen Mittwoch nicht nur mehrere Teile des Leichnams. In unmittelbarer Nähe dazu entdeckten sie auch mehrere Werkzeuge, darunter eine Bügelsäge und einen Winkelschleifer mit einer Diamantschleifscheibe zum Durchtrennen von Fliesen. Die Polizei kann nicht ausschließen, dass die Geräte in Zusammenhang mit dem Tod der Andrea B. stehen. Möglicherweise benutzte der Täter die Werkzeuge, um den Leichnam seines Opfers zu zerteilen.

In den vergangenen Tagen versuchten die Ermittler zunächst ohne Hilfe der Öffentlichkeit zu klären, woher die Werkzeuge stammen könnten. „Wir haben Vertriebswege überprüft“, sagte am Freitag Polizeisprecher Holger Hilgenberg. Inzwischen steht fest, dass der Winkelschleifer vom Hersteller Alpha-Tools in Deutschland über die Baumarktkette Bauhaus vertrieben wird. Letztlich aber sind sowohl der Winkelschleifer als auch die Säge und ein Hammer, der ebenfalls im Maschsee lag, tausendfach im Umlauf.

Die Mordkommission „Fackel“ sucht Hinweise zu den folgenden Gegenständen, die im Maschsee gefunden wurden und vermutlich in Verbindung mit dem Mord an Andrea B. stehen.

Um möglicherweise doch noch etwas über die genaue Herkunft der Werkzeuge zu erfahren, hat die Polizei nun Bilder veröffentlicht. Bei dem Hammer handelt es sich um einen etwa 30 Zentimeter langen Maurerhammer, der eine vier Zentimeter breite, abgeflachte Spitze hat. Auffällig sind der gesplitterte Holzgriff und die Nägel zur Befestigung des Hammerkopfes. Die Bügelsäge ist etwa 80 Zentimeter lang und rot lackiert. Im Bereich des Griffs gibt es jedoch gelbe Anhaftungen. Der Winkelschleifer hat ein dunkelblaues Gehäuse, auf dem sich weiße Farbspritzer befinden. 

Die MordkommissionFackel“ sucht nach Personen, die diese Gegenstände schon einmal gesehen haben, Angaben machen können zu Personen, die solche Gegenstände im Besitz hatten, oder aber wissen, wo solche Werkzeuge möglicherweise abhandengekommen sind.

Ein Spaziergänger hat am Mittwoch eine Frauenleiche am Nordufer des Maschsees entdeckt.

Andrea B. war am Sonnabend, 27. September, zuletzt im Stadtteil Burg gesehen worden. Dort lebte die drogenabhängige Frau in einem Frauenhaus. Um sich ihre Sucht zu finanzieren, soll Andrea B. regelmäßig anschaffen gegangen sein. Wann sie ums Leben kam, ist weiterhin unklar.

Bereits vergangene Woche hatte die Polizei damit begonnen, die Aufnahmen einer Überwachungskamera auszuwerten, die am Nordufer des Maschsees installiert ist. Die Beamten hoffen, auf  den Videos Hinweise auf den Täter zu entdecken. Möglicherweise gibt es Aufnahmen davon, wie er die Leiche ans Wasser brachte, um sie dort zu versenken. „Die Auswertung erfolgt in Echtzeit, nimmt viele Stunden in Anspruch und dauert noch an“, sagte am Freitag Polizeisprecher Hilgenberg.

Bei der Suchaktion am Freitag fanden Taucher einige Kleidungsstücke im Maschsee, die nun von Kriminaltechnikern auf Spuren untersucht werden sollen. Hinweise zum Fall der getöteten Andrea B. nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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