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Polizei gelingt Schlag gegen Graffiti-Sprayer 

Durchsuchungen Polizei gelingt Schlag gegen Graffiti-Sprayer 

Der Polizei ist es nach langen Ermittlungen gelungen, eine Gruppe von Graffiti-Sprayern zu überführen. Die Täter sollen einen Schaden von mehr als 100 000 Euro angerichtet haben.

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Hoher Schaden ist durch Graffiti an Zügen der Deutschen Bahn entstanden. Der Polizei ist nun ein Schlag gegen Sprayer gelungen.

Quelle: Henning Kaiser/Symbolbild

Hannover.   Polizei und Staatsanwaltschaft haben einer Gruppe von Graffiti-Sprayer das Handwerk gelegt. Gegen die sechs Männer im Alter zwischen 22 und 25 Jahren ermitteln die Behörden wegen Sachbeschädigung im großen Stil. Die Verdächtigen hatten vornehmlich Züge und Gebäude der Deutschen Bahn und der Üstra, Brücken aber auch Mehrfamilienhäuser im Stadtgebiet besprüht. Bislang beläuft sich der Schaden auf 109.000 Euro. 

Durch Zufall waren die Beamten der Ermittlungsgruppe Graffiti auf die Sprayer aufmerksam geworden. Im September 2016 waren bei Bauarbeiten in einem Mehrfamilienhaus an der Brauhofstraße in Linden-Mitte zahlreiche Speichermedien entdeckt und der Polizei übergeben worden. Die Auswertung der sichergestellten USB-Sticks und SD-Cards zog sich mehrere Monate lang hin. Doch dann förderten die Experten der Polizei Überraschendes zu Tage. Gespeichert waren unter anderem Videos und Fotos, die die Mitglieder der Gruppe bei illegalen Graffiti-Aktionen zeigten.

Sprayer dokumentierten ihre Taten

Es ist in der Szene üblich, das Anbringen der sogenannten Tags, der bunten Bilder und Schriftzüge, zu dokumentieren und im Internet in sozialen Netzwerken oder einschlägigen Plattformen zu veröfentlichen. Auf den sichergestellten Speichermedien sind alte und relativ neue Taten dokumentiert. Nach Angaben der Polizei erstrecken sie sich auf einen Zeitraum zwischen 2013 und 2016. 

Die weiteren  Ermittlungen ergaben, dass die Gruppe aus einer Vielzahl von Mitglieder besteht, die von befreundeten Sprayern regelmäßig unterstützt wird. Nach Ansicht der Polizei gehören die sechs Verdächtigen allerdings zum harten Kern der Gruppe. Bislang hat die Polizei keine Erkenntnisse, dass auch Deutschlands bekanntester Sprayer, ein inzwischen 34-jähriger Hannoveraner, der unter dem Pseudonym Moses bekannt ist, zu der Gruppe gehört.

Polizei durchsucht sechs Wohnungen

Am Dienstag  durchsuchten Beamte schließlich sechs Wohnungen und andere Orte, an denen sich die Verdächtigen regelmäßig aufhalten – darunter Gebäude in Hannover, Lehrte, Leipzig und Berlin. Dabei stellten sie erneut umfangreiches Material der Sprayer sicher, das nun ausgewertet werden muss.

Der Deutschen Bahn entsteht jährlich ein Millionenschaden durch Farbschmierereien an ihren Zügen und Gebäuden. Im vergangenen Jahr registrierte das Unternehmen 27 000 Graffiti-Taten. Für die Beseitigung mussten 8,6 Millionen Euro ausgegeben werden. Die Bahn unternimmt inzwischen eine Menge, um den Tätern Einhalt zu gebieten. So ist die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei verstärkt und die Zahl der Kontrollen intensiviert worden.

Um den Tätern nicht die Genugtuung zu verschaffen, dass ihre Tags auf den Zügen durch das ganze Land fahren, bemüht sich das Unternehmen, die Schmierereien spätestens innerhalb von 72 Stunden zu entfernen. Allein die Neulackierung eines Triebwagens dauert sieben Tage und kostet bis zu 30 000 Euro.

Von Tobias Morchner

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