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Polizei gibt Daten zu Straftaten nicht heraus

Flüchtlings-Kriminalität Polizei gibt Daten zu Straftaten nicht heraus

Seit mehr als zwei Monaten erfasst die Polizeidirektion Hannover, wie alle anderen Dienststellen im Land auch, die Zahl der Straftaten von und an Flüchtlingen. Doch öffentlich machen will die Behörde die erstmals erhobenen Daten vorerst nicht. Eine entsprechende Anfrage der HAZ wurde abgelehnt.

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Polizisten ermitteln auch gegen Flüchtlinge. Die Ergebnisse werden aber vorerst nicht veröffentlicht.

Quelle: dpa

Hannover. Dafür wurden im elektronischen Vorgangsbearbeitungssystem Nivadis der Behörde eigens neue Eingabefelder für die Erfassung dieser Delikte eingeführt.

„Eine valide Bewertung der Kriminalitätsentwicklung ist auf der Grundlage des zurückliegenden, sehr kurzen Zeitraums seit der Erhebung dieser Daten sowie eines fehlenden Bezugszeitraumes nicht möglich“, teilt die Polizeidirektion Hannover mit. Vor diesem Hintergrund sei eine Veröffentlichung der nur für wenige Wochen vorliegenden Daten des Jahres 2015 nicht vorgesehen. „Darüber hinaus erscheint eine Aussage zur Kriminalitätsentwicklung nur sinnvoll, wenn auch ein Bezug zur Anzahl der dort aufhältigen Flüchtlinge hergestellt wird“, heißt es in der Stellungnahme der Behörde weiter. Weiter weist die Behörde in dem Schreiben darauf hin, dass für das Jahr 2015 bislang noch keine abschließenden Zahlen vorlägen.

Bei der polizeilichen Kriminalstatistik handelt es sich um eine Ausgangsstatistik. Das bedeutet, dass die Daten erst mit dem Abschluss der polizeilichen Ermittlungen statistisch erfasst werden. Auf diese Weise kann es passieren, dass eine Tat, die beispielsweise im Jahr 2015 begangen wurde, erst in der Statistik des Jahren 2017 auftaucht.

Mit der systematischen Erfassung der Straftaten von und an Flüchtlingen wollte das niedersächsische Innenministerium, das den Anstoß zu diesem Schritt gegeben hatte, Gerüchten entgegentreten, die seit Beginn der Flüchtlingskrise insbesondere im Internet kursieren und die zum Teil gezielt gestreut wurden. Bei Facebook und in anderen sozialen Netzwerken tauchen regelmäßig Hinweise auf angebliche Verbrechen auf, die von Flüchtlingen verübt worden sein sollen. Die Angaben zu den angeblichen Straftaten bleiben in aller Regel so vage, dass sie nicht überprüft werden können, verfehlen die beabsichtigte Wirkung jedoch nicht: Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Durch die systematische Erfassung der Straftaten von und an Flüchtlingen wollten die Behörden dieser Entwicklung im Internet entgegentreten und erstmals belastbare Zahlen präsentieren.

Das Vorhaben war unter anderem von Flüchtlingsverbänden kritisiert worden. Allein die Kategorie „Flüchtling“ sei problematisch, weil nicht klar definiert sei, wer damit gemeint ist und wer nicht.     

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