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Polizei greift erfolgreich gegen Antänzer durch

Kriminalität in der Innenstadt Polizei greift erfolgreich gegen Antänzer durch

Der Polizeiinspektion Mitte ist es im vergangenen halben Jahr gelungen, die Zahl der Taschendiebstähle mit dem sogenannten Antänzertrick massiv zurückzudrängen. Die Anzahl der Fälle reduzierte sich um gut 50 Prozent.

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Hannover. Verzeichnete die Behörde im ersten Halbjahr 2015 noch 320 Straftaten der Antänzer, waren es im Vergleichszeitraum 2016 nur noch 157. Eine erhöhte Polizeipräsenz, die zentrale Bearbeitung der Fälle durch die Ermittlungsgruppe „Maghreb“, die Verhängung von Aufenthaltsverboten für Mehrfachtäter für den Innenstadtbereich sowie bislang 30 Verurteilungen in sogenannten beschleunigten Verfahren haben zu dem Erfolg geführt. „Insbesondere die schnellen Verurteilungen zu Haftstrafen haben eine deutliche Wirkung gezeigt“, sagt Olaf Gösmann, Leiter der Polizeiinspektion Mitte.

Sogenannte Antänzer hatten zum Jahreswechsel bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil die Täter am Kölner Hauptbahnhof auch massiv Frauen sexuell bedrängt hatten. „Eins muss man klar sagen: So etwas wie in Köln hat es hier in Hannover nicht gegeben“, sagt Gösmann.

Trotzdem: Rund 300 Verdächtige, die ihre Beute mit dem Antänzertrick machen, hatten die Ermittler in ihren Akten verzeichnet. „An Wochenenden waren in der Regel 50 bis 60 dieser Personen im Innenstadtbereich aktiv“, sagt Gösmann. Sie stammten in der Regel aus Nordafrika, insbesondere aus Algerien, Tunesien und Marokko. Die Diebe besetzen im Steintor, am Raschplatz, rund um das Jugendzentrum Glocksee und das Faust-Gelände neuralgische Punkte und warteten auf ihre Opfer, meist Angetrunkene. Die Täter verwickeln sie in ein Gespräch, umarmen sie dabei und tanzen mit ihnen auf der Straße. Die Opfer sind meist so abgelenkt, dass sie gar nicht merken, dass ihnen Brieftasche oder Handy gestohlen werden.

Leicht angestiegen ist aber die Zahl der gewöhnlichen Taschendiebstähle in der Innenstadt – von 630 Taten im ersten Halbjahr 2015 auf 649 Fälle den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Für viele dieser Vergehen sind nach Erkenntnissen der Ermittler junge Frauen aus Südosteuropa verantwortlich. „Sie reisen mit dem Zug meistens aus Nordrhein-Westfalen nach Hannover, dann wird die Innenstadt abgegrast – und anschließend steigen sie wieder in den Zug“, sagt Gösmann. Anders als noch vor wenigen Jahren fielen die jungen Frauen heute nicht mehr durch ihre Kleidung auf.

Der Zeitpunkt zur Veröffentlichung der Zahlen über die Straftaten durch Antänzer ist bewusst gewählt. „Wir wollten den Bürgern vor dem Beginn des Maschseefestes dieses Signal senden“, sagt Olaf Gösmann. Der Polizist weiß aber auch, dass er und seine Kollegen künftig hart dafür arbeiten müssen, dass die Antänzer-Szene Hannover weiterhin meidet. Eine Lockerung der Präsenz der Beamten in der City könne er sich derzeit nicht erlauben – und er hat es auch nicht vor: „Wir werden uns nicht zurückziehen“, sagt Gösmann.

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