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Polizei warnt vor Keyless-Go-Technik

Leichtes Spiel für Autodiebe Polizei warnt vor Keyless-Go-Technik

Drei teure Wagen gestohlen: Die Nutzung schlüsselloser Zugangssysteme bei Autos birgt Risiken. Die Polizeidirektion Hannover gibt am Tag der offenen Tür Infos aus erster Hand.

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Risiko Keyless-Go: Weil Diebe das System knacken, empfielt die Polizei Schüsselhüllen (re.), die den Funkkontakt abschirmen. Zum Öffnen und Starten des Wagens muss der Fahrer den Schlüssel aber aus dem Etui holen – was allerdings nicht mehr „Keyless“ ist.

Quelle: Uli Deck

Hannover. Die Polizeidirektion Hannover rät Autofahrern von der Nutzung von schlüssellosen Zugangssystemen bei Fahrzeugen ab, der sogenannten Keyless-Go-Funktion. Derartige Systeme seien nicht sicher genug, Autodiebe hätten leichtes Spiel, hochwertige Fahrzeuge zu stehlen. „Der beste Schutz vor Autodiebstahl durch die Ausnutzung der Schwachstellen der Keyless-Go-Systeme ist der Verzicht darauf“, teilte die Behörde mit.

Autos mit schlüssellosen Zugangsmöglichkeiten werden von nahezu allen Herstellern angeboten. Der Vorteil: Auf den Schlüsseln der jeweiligen Fahrzeuge werden elektronische Zugangs- und Fahrberechtigungscodes gespeichert. Die Schlüssel kommunizieren mit der Bordelektronik der Autos über Induktionsantennen. Stimmen die Codes überein, wird das Fahrzeug entriegelt, der Autofahrer muss den Schlüssel nicht mehr in die Hand nehmen. Das Starten des Motors erfolgt auf Knopfdruck, ohne Schlüssel. Der Nachteil: Mit speziellen Geräten, sogenannten Funkstreckenverlängerern, lässt sich die Kommunikation zwischen Autoschlüssel und Bordelektronik belauschen, weil die Schlüssel dieser Fahrzeuge dauerhaft Signale an das Auto senden. Autodiebe machen sich das zu nutze. „Auch aus ein Dutzenden Metern Entfernung können sie die Signale mit einem Scanner abfangen, das dazugehörige Fahrzeug öffnen und es starten“, sagt Polizeisprecher André Puiu. Haben die Täter ihre Beute an einen sicheren Ort gebracht, können sie dort über weitere Spezialwerkzeuge Nachschlüssel codieren.

Anfang des Jahres hat Hannovers Polizei eine Ermittlungsgruppe Kfz gebildet - die muss sich immer häufiger mit der neuen Masche beschäftigen. Ende Januar wurde in Altwarmbüchen ein BMW X6 im Wert von rund 51.000 Euro gestohlen. In der Nacht zu Donnerstag wurden in Isernhagen-Süd zwei hochwertige Fahrzeuge, die beide mit der Keyless-Go-Technik ausgestattet waren, entwendet. Die Täter stahlen einen Mercedes GLE im Wert von 95.000 Euro sowie einen Mercedes S 350 im Wert von 65.000 Euro. „Ob die Diebe in diesen Fällen tatsächlich die Signale der Schlüssel ausgelesen haben, können wir erst sagen, wenn wir die Fahrzeuge wiedergefunden haben“, sagt Behördensprecher Puiu.

Sonntag mehr Infos:

Die Schwachstellen der Keyless-Go-Technik gehören zu den Schwerpunktthemen beim Tag der offenen Tür der Polizeidirektion Hannover am Sonntag. Zwischen 11 und 17 Uhr sind Besucher auf dem Gelände an der Waterloostraße willkommen, die Teilnahme ist kostenlos.

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