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Aus der Stadt Polizei-Sammlung in Hannover vor dem Aus
Hannover Aus der Stadt Polizei-Sammlung in Hannover vor dem Aus
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21:38 19.09.2010
Zieht die Besucher an: Das „Hackebeilchen“ des Massenmörders Fritz Haarmann. Quelle: Frank Wilde

Das „Hackebeilchen“ des hannoverschen Massenmörders Fritz Haarmann und rund 1000 weitere Exponate aus mehr als 500 Jahren Polizeigeschichte werden schon bald nicht mehr in Hannover zu sehen sein. Nach Informationen der HAZ sind die Tage der Polizeigeschichtlichen Sammlung Niedersachsen auf dem ehemaligen Telefunken-Gelände an der Göttinger Chaussee in Ricklingen gezählt. Aus finanziellen Gründen soll das Museum umziehen – voraussichtlich an einen Standort der Polizeiakademie Niedersachsen in Hannoversch Münden. Zu den zum Teil einzigartigen Ausstellungstücken zählen historische Fahrzeuge, Uniformen und Waffen, darunter das aus dem 17. Jahrhundert stammende Richtschwert des hannoverschen Scharfrichters Johann Wilhelm Göpel.

„Es gibt derzeit einen Prüfauftrag des Innenministeriums, der die Fortführung der Polizeigeschichtlichen Sammlung in einer alternativen Liegenschaft zum Inhalt hat“, bestätigte Philipp Steinhoff, Sprecher der Polizeiakademie Niedersachsen, die Träger der Ausstellung ist. Ausgangspunkt für die Prüfung sei ein Hinweis des Landesrechnungshofes, der den Betrieb des Museums in Hannover jüngst als „kritisch“ bewertet habe. In Zeiten knapper Kassen halten die Finanzkontrolleure es nicht für tragbar, dass die Sammlung weiterhin in der dafür angemieteten, rund 2000 Quadratmeter großen Produktionshalle auf dem Telefunken-Gelände untergebracht ist. Auf welche Höhe sich die Kosten für die lichtdurchfluteten Hallen pro Monat belaufen, konnte die Polizeiakademie zunächst nicht mitteilen. Fest steht: Den Ausgaben stehen keine Einnahmen gegenüber, der Eintritt in das Museum ist frei.

Die Polizeigeschichtliche Sammlung hatte die Räumlichkeiten in Ricklingen im Frühjahr 2001 bezogen. Zuvor hatte die Ausstellung keine feste Heimat, lediglich für einige wenige Wanderausstellungen wurden die Exponate aus den Kellerräumen hervorgeholt. Seitdem die Ausstellung auf dem ehemaligen Telefunken-Gelände für jedermann zugänglich ist, erfreut sie sich regen Zuspruchs. Nach Angaben von Hermann Fraatz, Mitglied des Förderkreises, kommen jährlich etwa 7000 Besucher in die Ausstellung. „Allein in der Nacht der Museen haben wir mehr als 1000 Gäste im Haus“, sagte Fraatz. Eine besondere Anziehungskraft auf die Gäste hat seit jeher das „Hackebeilchen“ des berüchtigten Mörders Fritz Haarmann, der in den zwanziger Jahren sein Unwesen in Hannover trieb. 24 junge Männer soll er getötet haben.

Bis Ende Oktober will eine Arbeitsgruppe der Polizeiakademie nun eine Lösung für die zukünftige Unterbringung der Ausstellung präsentieren. Die Auflösung der Sammlung sei nicht vorgesehen, betonte Polizeisprecher Steinhoff.

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