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Polizei bereitet sich auf Fußball-Krawalle zu Ostern vor

Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig Polizei bereitet sich auf Fußball-Krawalle zu Ostern vor

Das könnte ein turbulentes Osterwochenende werden: 96-Rowdies wollen das Derby gegen Braunschweig zum
„Kampftag“ machen und schon in der Vergangenheit hatte es bei solchen Spielen wiederholt schwere Krawalle gegeben. Die Polizei rüstet auf. Der Innenminister bedauert den Zeitpunkt des Spiels. 

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Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Nach den jüngsten Ausschreitungen von Anhängern des Fußball-Zweitligisten Hannover 96 stellt sich Niedersachsens Polizei auf ein turbulentes Osterwochenende ein. Am Sonnabend wird in Hannover das Derby gegen Eintracht Braunschweig angepfiffen. In der Vergangenheit hatte es bei solchen Spielen wiederholt schwere Krawalle gegeben.

„Unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, sagt Torsten Schiewe, Sprecher der Polizeidirektion Hannover. „Die Geschehnisse vom vergangenen Wochenende werden mit in die Planungen einbezogen.“ Gleiches gelte für die Erfahrungen aus den Derby-Begegnungen der vergangenen Jahre. 2013 waren in Hannover 1800 Polizeibeamte zusammengezogen worden, denen es zwar gelang, die rivalisierenden Gruppen beider Vereine voneinander zu trennen, die dann aber selbst von Krawallmachern angegriffen wurden. Nach der Derby-Randale wurden 272 Strafverfahren unter anderem wegen Körperverletzung und Landfriedensbruchs eingeleitet.

Wenn man Hannoveraner und Braunschweiger nach den Derbys ihrer Fußballvereine fragt, dann lautet die Antwort meist: "Es gibt nur eines!" Gemeint ist das Niedersachsen-Derby, Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig. Treffen diese Vereine aufeinander, dann brennt es auf und neben dem Platz.

Wir werfen einen Blick auf die bewegte Geschichte dieses großen Fußballderbys.

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Am vergangenen Freitag hatten 96-Anhänger beim Auswärtsspiel in Würzburg mit einem Banner gefordert: „Macht Samstag zum Kampftag “. Sie zündeten Pyrotechnik, auf der Rückfahrt randalierten einige Anhänger vor einer Disco in Erfurt. Bei einer Schlägerei mit rund 40 Beteiligten wurden vier Menschen verletzt.

Verlegung des Derbys gescheitert

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) zeigte sich enttäuscht, dass es nicht gelungen ist, das brisante Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig zu verlegen. „Es war von Anfang an keine glückliche Entscheidung, am Osterwochenende ein Derby anzusetzen“, sagte Pistorius der HAZ. Er habe sich um eine Verlegung auf Gründonnerstag bemüht, doch das sei abgelehnt worden, um die Wettbewerbsbedingungen nicht zu verzerren: Braunschweig absolvierte erst am Montagabend ein Spiel gegen Dynamo Dresden.

„Wir werden bis an die Grenze der Belastbarkeit gehen müssen“, sagte Alexander Zimbehl, der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Einen Tag nach dem Hochrisikospiel in Hannover empfängt Werder Bremen den Hamburger SV - ein Aufeinandertreffen von ähnlicher Brisanz. Das Zusammenkommen beider riskanter Partien an einem Wochenende sei „äußerst kritikwürdig“, findet Dietmar Schilff, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Auch die für den Bahnhofsbereich zuständige Bundespolizei stellt sich auf Ausschreitungen in Hannover ein. „Das Osterfest kommt für uns als erschwerende Sache hinzu“, sagt ihr Sprecher Detlef Lenger. Bei den Osterfeuern fließe viel Alkohol und die Polizei müsse gewalttätige Streitigkeiten schlichten, so Schilff.

Von Peer Hellerling und Heiko Randermann

Bahn will Beförderungsverbote für Fußballchaoten verhängen

Die Deutsche Bahn will konsequenter gegen randalierende Fußballfans vorgehen. „Zugpersonal wird im Zug durch Fans, die stark alkoholisiert sind, angegriffen, mitunter auch schwer verletzt. Das nehmen wir nicht mehr hin“, sagte DB-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke dem NDR. Das Unternehmen will zunehmend Beförderungsverbote aussprechen. Im Jahr 2016 habe es 70 solcher Fälle gegeben. Rischke: „Der Fußballfan, der sich nicht an die Regeln hält, wird von der Fahrt ausgeschlossen und bekommt einen Ausschluss für einen langen Zeitraum. Wer trotzdem Zug fährt, begeht Hausfriedensbruch.“ Der Bahn entstehen nach eigenen Angaben jedes Jahr 2 Millionen Euro Schaden durch zerstörte Züge und für Sicherheitspersonal. Rischke fordert mehr Unterstützung von Vereinen und dem Deutschen Fußball-Bund. Für den DFB sind dagegen Polizei und Bahn zuständig.

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