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Aus der Stadt Massives Polizeiaufgebot bei Feiern in der City
Hannover Aus der Stadt Massives Polizeiaufgebot bei Feiern in der City
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17:51 01.01.2017
Die Feiern in der City verliefen weitgehend friedlich. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

Solche Silvesternacht hat es in Hannovers Innenstadt noch nicht gegeben. Polizisten mit Maschinenpistolen patrouillieren, Beamte sind mit Videokameras an der Uniform (Bodycams) unterwegs, Einsatzkräfte in grellgelben Signalwesten bewachen Plätze, insgesamt sind bis zu 30 Prozent mehr Einsatzkräfte in der Innenstadt als sonst üblich bei Jahreswechseln. Das Feiern unter Polizeischutz zeigt Erfolg. Die Beamten erteilen zahlreiche Platzverweise gegen rücksichtslose Böllerer und Störer, doch insgesamt bleibt die Silvesternacht ruhig.

Zum Jahreswechsel hat die Polizei die Präsenz in Hannover deutlich erhöht.

Mit seiner Prognose hatte Landespolizeidirektor Knut Lindenau wenige Tage vor Silvester etwas daneben gelegen.„Um 0.15 Uhr beginnt für uns am Neujahrstag die Arbeit“, hatte er bei der Vorstellung des Sicherheitskonzepts erklärt. Doch schon zwischen 21 und 23 strömten unzählige Feierwütige in die City und machten den Helfern das Leben schwer. Die zumeist jungen Männer mit Migrationshintergrund, so stellen es Polizeidirektion und Bundespolizei übereinstimmend fest, provozierten in regelmäßigen Abständen andere Besucher und auch Polizeibeamte. Sie warfen Böller in Menschenmengen, schossen Raketen auf Passanten ab, immer wieder krachten die ohrenbetäubenden Knallgeräusche illegaler Feuerwerkskörper, sogenannter Polenböller, durch die Stadt.

Zeitweise waren Hauptbahnhof und Vorplatz mit etwa 1000 Menschen hoffnungslos überfüllt. Die Bundespolizei reagierte mit Gefährderansprachen und Platzverweisen auf das „distanz- und respektlose Verhalten“ der jungen Migranten. Gegen 21 Uhr fiel der Polizei im Bereich Steintor eine etwa 20-köpfige Gruppe junger Männer auf, die sich daran machten, Besucher der Partymeile „anzutanzen“ und dabei auszurauben. Die Beamten stellten die Personalien der Männer fest und verwies sie des Platzes.

In der Menschenmenge auf dem Kröpcke detonierten nach Mitternacht zahlreiche Böller, manche davon absichtlich in Richtung von Mitfeiernden geworfen. Ein junger Mann immerhin brachte auf dem Opernplatz lieber sich selbst als andere in Gefahr, indem er Raketen aus der bloßen Hand gen Himmel schickte. „Wie blöd muss man eigentlich sein?“, fragte kopfschüttelnd ein Passant sich und seine Begleiterin.

Hätten die Polizisten jeden aus dem Verkehr gezogen, der mit Feuerwerk Unfug trieb, hätten sie Busse zum Abtransport gebraucht. Ab und an wurde es den Beamten doch zu bunt – etwa, als ein junger Mann über den Opernplatz lief und dabei eine Böllerbatterie so hielt, dass die Leuchtkugeln waagerecht wegzischten. In einem anderen Fall übernahmen höhere Mächte die Strafe. In der Goethestraße sprengten junge Männer einen Briefkasten mit einem Böller. Einer von ihnen freute sich darüber derart, dass er beim Wegrennen die Umsicht vergaß und mit voller Wucht gegen einen Schildermast lief.

Zahlreiche Menschen hab den Jahreswechsel am Kröpcke gefeiert.

Böller in die Menge gefeuert

Kurz darauf nahmen die Beamten an der Haltestelle „Aegidientorplatz“ einen 25-Jährigen fest. Er soll zuvor einer 32-Jährigen an die Brust gefasst haben. Für den mutmaßlichen Täter war die Feiernacht damit zu Ende. Er musste bis 10 Uhr im Polizeigewahrsam verbringen.

Hannovers Polizei ist mit dem Verlauf der Silvesternacht zufrieden. Die Zahl der endgültig geahndeten Straftaten soll erst in ein paar Tagen bekannt gegeben werden.

Leitstelle registriert 718 Einsätze

Auch die Feuerwehr war in der Silvesternacht stark gefordert. Mit 99 Brand- und 247 Notfalleinsätzen im Stadtgebiet war die Belastung für die Einsatzkräfte bei diesem Jahreswechsel deutlich höher, als im Jahr zuvor. Die Leitstelle registrierte etwa 30 Prozent mehr Anrufer als im Vorjahr.

Ursache für die vielen Einsätze waren in der Regel Feuerwerkskörper, die Mülleimer, Papiercontainer, Balkone oder Hecken in Brand gesetzt hatten. Darüberhinaus lösten in der Nacht wieder zahlreiche Rauchmelder und Brandmeldeanlagen Alarm aus, weil der Rauch der abgebrannten Böller in die Gebäude eingedrungen war. Der Rettungsdienst versorgte etliche Menschen mit Alkoholvergiftungen oder Patienten, die im Verlauf von handfesten Auseinandersetzungen verletzt worden waren oder die nach dem unsachgemäßen Gebrauch von Böllern versorgt werden mussten.

Um die vielen Einsätze abarbeiten zu können, hatten Feuerwehr und Rettungsdienst im Vorfeld ihr Personal aufgestockt. Insgesamt war die Berufsfeuerwehr und der Rettungsdienst mit 285 Helfern im Silvestereinsatz. Auch die Freiwilligen Feuerwehren hatte sich um zusätzliches Personal gekümmert und insgesamt rund 120 ehemalige Helfer rekrutiert.

Die meisten der 99 Brandeinsätze waren zum Glück schnell beendet. Bei Balkonbränden im Schmedesweg in Hainholz, in der Behnsenstraße in Linden-Süd und in der Plauener Straße in Vahrenwald entstand jeweils nur geringer Schaden. Deutlich länger beschäftigte die Feuerwehr dagegen der Brand einer Gartenlaube in der Lange-Feld-Straße in Kirchrode. Der Brand der Hütte und des angrenzenden Holzschuppens war gegen 2.35 Uhr entdeckt worden. Weil sich die Wasserversorgung vor Ort schwierig gestaltete, mussten lange Schlauchleitungen gelegt werden, um das Wasser zur Einsatzstelle zu pumpen. Das Feuer war deshalb erst gegen 5.45 Uhr gelöscht. Die Aufräum- und Nachlöscharbeiten dauerten sogar bis etwa 8.15 Uhr an. In diesem Fall steht die Ursache für den Brand noch nicht fest.

Von Tobias Morchner und Bernd Haase

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