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Polizei bestätigt Echtheit des Bahlsen-Kekses
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"Krümelmonster" gibt Keks zurück Polizei bestätigt Echtheit des Bahlsen-Kekses

Einen Tag nach dem zweiten Bekennerschreiben des „Krümelmonsters“ ist der gestohlene Bahlsen-Keks wieder da. Mit einer roten Schleife umwickelt, hing er am Hals des Niedersachsenrosses vor der Leibniz-Uni. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass es sich um den echten Leibniz-Keks handelt. Firmen-Chef Werner M. Bahlsen will ihn bald wieder an die Fassade der Firmenzentrale anbringen lassen.

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Ersten Einschätzungen nach hängt hier der gestohlene Bahlsen-Keks.

Quelle: Michael Thomas

Hannover .  Solch einen Trubel wie am Dienstagmorgen hat es vor dem Hauptgebäude der Leibniz Universität wohl zuletzt während der massiven Studentenproteste im Jahr 2009 gegeben. Fotografen, Kamerateams, Radioreporter und jede Menge Schaulustige hatten sich rund um die Statue des Niedersachsenrosses auf der Wiese vor der Hochschule versammelt. Doch das spontane Zusammentreffen hatte nichts mit bildungspolitischen Unmutsäußerungen der Studentenschaft zu tun, sondern mit jenem „Krümelmonsterkrimi“, der die Stadt seit Wochen beschäftigt.

Der gestohlene goldene Keks der Firma Bahlsen ist wieder aufgetaucht. Liebevoll verziert mit einer roten Schleife war er um den Hals des Reiterstandbilds vor der Universität gehängt worden. Gegen 8
 Uhr, als die ersten Hinweise auf den Fund bei der Polizei eingingen, war noch nicht klar, ob es sich bei dem Keks tatsächlich um das im Januar gestohlene Wahrzeichen der Firma Bahlsen handelte. Erst am frühen Nachmittag bestätigte die Polizei dann, was viele sich erhofft hatten: Der Dieb, der als „Krümelmonster“ in Erscheinung getreten war, hatte Wort gehalten und den Keks zurückgegeben. Zweimal hatte er sich in Schreiben, die bei der HAZ eingingen, an die Öffentlichkeit gewandt. Zunächst forderte er, die Firma Bahlsen müsse alle Stationen des Kinderkrankenhauses auf der Bult mit Keksen versorgen, wenn sie das Firmenwahrzeichen zurückhaben wolle. Am Montag dann stellte er die Rückgabe des Kekses in Aussicht. Und da hing er nun um den Hals des Rosses – auf den ersten Blick ist er nicht beschädigt, lediglich ein wenig verbogen, was wohl leicht behoben werden kann.

Ein Scherzkeks? Dieses Video des hannoverschen Comedian Pedro Prüser ist am Dienstag im Netz aufgetaucht.

Bestaunt wurde er unter anderem von Leon Wachenhausen. Auf dem Weg zur Schule war der 14-Jährige von einer Stadtbahn aus auf die Versammlung vor dem Uni-Gebäude aufmerksam geworden. „Weil dort normalerweise um diese Zeit nicht so viel los ist und ich noch etwas Luft hatte, bin ich ausgestiegen, um nachzusehen“, berichtet der Achtklässler. Als er den Keks am Pferd hängen sah, holte er sofort sein Handy aus der Tasche heraus, um ein Foto zu machen. „Sonst hätte mir die Geschichte in der Schule bestimmt niemand geglaubt.“

Vor der Universität hatte die Polizei unterdessen Unterstützung von der Feuerwehr erhalten. Ein Kripobeamter, ausgerüstet mit Mundschutz und Handschuhen, ließ sich im Korb einer Drehleiter an das Fundobjekt in gut fünf Metern Höhe heranfahren. Vorsichtig untersuchte er den goldenen Keks, dann löste er mithilfe eines Feuerwehrmannes die beiden Karabinerhaken, mit denen der an einer goldenen Kette hängende Keks am Hals des Rosses befestigt war. Der Kripobeamte wickelte das 20 Kilogramm schwere Stück in Plastikfolie und ließ sich wieder nach unten bringen.

Die Ermittlungen in dem Fall dauern weiter an. „Nach wie vor gehen wir in dieser Angelegenheit von Diebstahl und versuchter Erpressung aus“, sagte Oberstaatsanwältin Irene Silinger. Selbst wenn Firmenchef Werner M. Bahlsen seine Strafanzeige zurückziehen würde, liefen die polizeilichen Untersuchungen weiter. Versuchte Erpressung gilt als Offizialdelikt, das von Amts wegen verfolgt wird und mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. Sollten der oder die Täter nicht gefasst werden, können sie sich frühestens in fünf Jahren gefahrlos als Drahtzieher des Kekskrimis zu erkennen geben. Dann erst wären die Delikte verjährt. Bislang fehlt von ihnen jedoch weiter jede Spur. Derzeit geht die Polizei Hinweisen nach, denen zufolge der goldene Keks bereits am Montagnachmittag an der Pferdestatue gehangen haben soll.
Uni-Präsident Erich Barke ist davon überzeugt, dass die Keksdiebe nicht unter der Studentenschaft zu finden sind. „Ich habe noch nie ein Krümelmonster in irgendeinem Hörsaal hier gesehen“, sagte er. Falls das Monster ihm doch noch begegne, würde er ihm auf die Schulter hauen und ihn rügen. „Aber im Grunde genommen war es eine ganz lustige Aktion“, sagte Barke weiter.

Beim Kekshersteller Bahlsen löste die Nachricht von der Rückgabe des Firmenwahrzeichens Jubel aus. „Ich freue mich sehr und hoffe, dass dies wirklich unser Keks ist“, ließ Firmenchef Werner M. Bahlsen mitteilen. Offen ließ der 63-Jährige in seiner Erklärung, wann er sein gegebenes Versprechen einhalten und die 52 000 Kekspackungen an 52 verschiedene Einrichtungen der Stadt verschenken will. Schließlich dürfte es noch einige Zeit dauern, bis die Polizei den Keks an Bahlsen übergibt.

Denn der vergoldete Leibniz-Keks wird derzeit kriminaltechnisch auf Spuren untersucht. Bei den Analysen im Landeskriminalamt gehe es nun zum einen um die Aufklärung einer nicht unbedeutenden Straftat, teilte Behördensprecher Frank Federau mit. „Darüber hinaus versuchen unsere Experten auch eine mögliche Mittäterschaft des Krümelmonsters nachzuweisen. Dieses ist allerdings äußerst schwierig, da ein bundesweiter Spurenabgleich in einer ,Monster-Datenbank‘ nicht möglich ist“, fügte er bedauernd hinzu.
Am Abend sorgten zwei junge Männer im Zusammenhang mit dem Kekskrimi für einen Polizeieinsatz in der Redaktion der „Neuen Presse“. Sie hatten behauptet, Fotos vom Krümelmonster beim Anbringen seiner Beute zu haben. Die Beamten verdächtigten die Männer, in die Sache verstrickt zu sein. Der Verdacht stellte sich als unbegründet heraus.

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