Hannover. In den vergangenen zwölf Monaten habe das Pilotprojekt der Polizei Hannover bei dem sozialen Netzwerk „nur positive Erfahrungen“ ergeben, so der Minister.
„Bisher hatten wir acht Erfolge bei der Fahndung und Vermisstensuche“, betonte der CDU-Politiker. Aktuell hat die Polizei Hannover rund 98.000 Freunde bei Facebook. „Wir erreichen so mehr junge Menschen als über Aufrufe in Zeitungen. Darauf dürfen wir nicht verzichten.“
Um die Nutzung auch rechtlich abzusichern, werde lediglich der Rahmen etwas verändert.
Rückblick: Vor gut zwei Wochen hatte das Ministerium der Polizei die Veröffentlichung personenbezogener Daten auf der Facebook-Plattform vorläufig gestoppt. Begründet wurde diese Entscheidung mit dem Hinweis, es seien rechtliche Fragen zu klären.
Der Datenschutzbeauftragte des Landes hatte sich massiv gegen die Facebook-Fahndungsaufrufe der Polizei ausgesprochen. Die ins Netz gestellten Daten würden auf Servern in den USA transferiert und dort von Facebook ausgewertet. Es bestehe die Gefahr, dass sich auch die US-Sicherheitsbehörden dieser Datensammlung bedienten – dies sei mit den deutschen Gesetzen nicht vereinbar, hieß es seitens der Datenschützer.
Die Polizeidirektion hatte vor fast genau einem Jahr erstmals einen Fahndungsaufruf ins Netz gestellt. Nach dem Verschwinden der 19-jährigen Cicek Ö. aus Burgwedel baten die Ermittler auch bei Facebook um Hinweise auf ihren Aufenthaltsort, da die Schülerin in dem sozialen Netzwerk sehr viele Kontakte hatte.
dpa/kas
Dieser Artikel wurde aktualisiert.
HAZ.de Anmeldung