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Aus der Stadt So gefährlich sind Hannovers Straßen
Hannover Aus der Stadt So gefährlich sind Hannovers Straßen
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21:08 18.03.2016
Am 20. Februar 2015 kommt eine 71 Jahre alte Frau ums Leben, nachdem sie bei Dunkelheit am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer die Straße queren will und von einem Mercedes erfasst wird. Der Fahrer des Wagens ist 68 Jahre alt. Quelle: Elsner
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Hannover

Um fast 2000 ist die Zahl der Unfälle regionsweit im vergangenen Jahr gestiegen – die Polizei kündigt an, stärker kontrollieren zu wollen, vor allem bei jungen Erwachsenen. Insgesamt zieht die Polizeidirektion trotzdem eine positive Bilanz in der Verkehrsunfallstatistik – weil die Zahl der Verkehrstoten und -verletzten deutlich gesunken ist.

„Dadurch fühlen wir uns in unseren Maßnahmen bestätigt“, sagte Polizeipräsident Volker Kluwe gestern bei der Präsentation der jüngsten Statistik. Drei Risikogruppen bereiten den Verkehrsexperten besonders Sorgen: Kinder, junge Erwachsene und Senioren.

Weniger Verkehrstote

Insgesamt stieg die Zahl der Unfälle im Verantwortungsbereich der Polizeidirektion von 33 528 um 5,6 Prozent auf 35 398. Dennoch sank die Zahl der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, leicht von 5209 auf 5139. Insgesamt kamen mit 49 Personen 15 weniger als im Jahr 2014 ums Leben.

Die Zahl der Schwerverletzten sank von 640 auf 569. Dennoch will die Polizeidirektion ihre Bemühungen bei der Präventionsarbeit verstärken, denn trotz der insgesamt positiven Tendenz stieg im vergangenen Jahr die Zahl der bei Unfällen schwer verletzten Senioren und Kinder.

Zu hohe Geschwindigkeit Hauptursache

Den bedenklichsten Anstieg verzeichnet die Polizei jedoch bei den jungen Erwachsenen. Von 2014 auf 2015 hat sich die Zahl der 18- bis 24-Jährigen, die bei Unfällen starben, von drei auf neun verdreifacht.

„Hauptursache für Verkehrsunfälle mit schweren Folgen sind auch im vergangenen Jahr überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit gewesen“, sagt Uwe Lange, Leiter des Dezernats für Einsatz und Verkehr der Polizeidirektion.

In diesem Jahr nimmt die Polizei außer dem Tempoproblem noch ein weiteres Thema in den Fokus. „In den vergangenen Jahren ist es offenbar aufgrund von Ablenkung vermehrt zu Unfällen gekommen“, sagte Kluwe. Immer häufiger greifen offenbar vor allem junge Autofahrer am Steuer nebenbei zum Handy, um Kurznachrichten zu schreiben oder zu telefonieren.

Nicht nur der Verkehrssicherheitstag am 18. Juni soll deshalb in diesem Jahr unter dem Motto „Ablenkung im Straßenverkehr“ stehen. Seit 2015 arbeitet die Polizeidirektion an einem Projekt, das im kommenden Jahr auf der Ideenexpo vorgestellt werden soll. Dabei werden Unfälle, die durch Ablenkungen ausgelöst wurden, gemeinsam mit den Betroffenen rekonstruiert, verfilmt und mit Elftklässlern aufgearbeitet.

Ausbau des Fahrtauglichkeitstests für Senioren geplant

Trotz eines positiven Trends in der Verkehrsunfallstatistik hat die Polizeidirektion angekündigt, vor allem das Projekt „FIT im Auto“ weiter voranzutreiben. Das Fahr­training der Landesverkehrswacht Niedersachsen richtet sich an Senioren ab 65 Jahren, die ihr Können am Steuer testen wollen.

Grund für diese Entscheidung sind die steigenden Zahlen bei Unfällen, an denen Senioren beteiligt waren. Die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die über 65 Jahre alt sind und bei Unfällen verletzt wurden, stieg von 756 im Jahr 2014 um fast zehn Prozent auf 830 im vergangenen Jahr. Das ist ein negativer Rekordwert in den vergangenen zehn Jahren. Zwölf Senioren verloren ihr Leben, das sind drei weniger als im Jahr 2014, dafür stieg die Zahl der schwer verletzten älteren Menschen von 135 auf 143.

„Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe“, sagte Uwe Lange, Leiter des Dezernats für Einsatz und Verkehr der Polizeidirektion Hannover. Zum einen erhöht sich seit Jahren die Lebenserwartung der Deutschen, zum anderen steige die Mobilität der älteren Menschen. Das macht sich auch in der Unfallstatistik bemerkbar. Der Großteil der bei Unfällen verletzten Senioren war mit dem Fahrrad oder mit dem Auto unterwegs.

Viele Unfälle in der Stadt

„Der Grund dafür ist, dass viele ältere Menschen nicht mehr so gut mit der hohen Verkehrsdichte zurechtkommen“, erklärte Lange. Viele Unfälle mit Senioren ereigneten sich in der Stadt, wo der Verkehr unübersichtlich ist. Allein von 2011 bis 2014 stieg die Anzahl der im Bereich der Polizeidirektion Hannover zugelassenen Autos um 11 Prozent.

In konkreten Zahlen sind das 23 000 Autos, mehr, die nun auf den Straßen in der Region unterwegs sind.

Dazu kommt nach Informationen von Lange, dass ältere Fußgänger in bestimmten Situationen ihre Kräfte falsch einschätzen und beispielsweise denken, sie könnten eine Straße noch überqueren, bevor sich Autos gefährlich näherten. Zudem kommen mehrere Senioren offenbar nicht mehr so gut mit ihren Fahrzeugen zurecht.

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