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Ultras verlegen sich auf 96-Amateure

Polizei in Sorge Ultras verlegen sich auf 96-Amateure

96-Fans boykottieren die Bundesligaspiel: Die Ultras haben angekündigt die Spiele der „Roten“ in der Bundesliga zu boykottieren und die zweite Mannschaft von Hannover 96 zu unterstützen. Auf die Einsatzkräfte der Polizei könnte jetzt eine erhebliche Mehrbelastung zukommen.

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Die 96-Ultras wollen jetzt die zweite Mannschaft von Hannover 96 unterstützen.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Auf die Einsatzkräfte der Polizei kommt in der neuen Fußballsaison eine erhebliche Mehrbelastung hinzu. Grund ist die Ankündigung der teilweise gewaltbereiten 96-Ultras, aus Protest gegen die neuen Regeln für Dauerkartenverkauf für ihre angestammten Blöcke in der HDI-Arena die Spiele der „Roten“ in der Bundesliga zu boykottieren und stattdessen die zweite Mannschaft von Hannover 96 in der Regionalliga zu unterstützen. Dabei kommt auf die Beamten vermutlich eine Menge Arbeit zu.

In der Regionalliga nämlich trifft die Zweitvertretung der „Roten“ auf die Reserveauswahlen von Wolfsburg, St. Pauli, Bremen und vor allem Braunschweig, deren Fans mit den 96-Anhängern im Clinch liegen. Das wird voraussichtlich zu zusätzlichen Risikospielen führen. „Sollten wir eine Begegnung als Risikospiel bewerten, wird sie in die HDI-Arena verlegt“, heißt es vonseiten der Polizeidirektion. Bislang werden die Begegnungen der zweiten Mannschaft von Hannover 96 im beschaulichen Beekestadion in Ricklingen ausgetragen.

Einen Vorgeschmack auf das, was die Einsatzkräfte möglicherweise in der neuen Saison erwartet, gab es bereits am vergangenen Montag. Beim Niedersachsenderby zwischen Wolfsburg und Hannover in der Regionalliga flogen am Bahnhof Flaschen auf die Einsatzkräfte, eine Beamtin wurde verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung, Landfriedensbruchs, Beleidigung und Diebstahls. „Wir werden die Entwicklungen beobachten und die aktuellen Vorkommnisse bewerten“, teilt die Behörde mit.

Die Nagelprobe wartet bereits am 23. August. Dann treffen die Amateure von Werder Bremen und 96 aufeinander. Das Testspiel der beiden Erstligateams vor einer Woche fand bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – aus Sicherheitsgründen.

Auch die Fans von Hannover 96 haben sich bereits auf die neuen Gegebenheiten eingestellt. Auf der Internetseite „Das Fanmagazin“ ist eine eigene Diskussionsplattform für die Spiele in der Regionalliga eröffnet worden. „Um das erhöhte Interesse an den 96-Amateuren zu würdigen, haben wir nun einen eigenen Bereich dazu im Forum eröffnet“, heißt es auf der Seite.

Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei in Niedersachsen (GdP) bestätigt diese Entwicklung Prognosen aus der Vergangenheit. „Es war absehbar, dass die Ultras verstärkt die Spiele in den unteren Ligen besuchen werden“, sagt GdP-Landeschef Dietmar Schilff. Sollte ein Spiel aus Sicherheitsgründen in ein größeres Stadion verlegt werden, würde die Entscheidung zusätzliches Sicherheitspersonal und den Einsatz von mehr Polizeikräften bedeuten, sagt der Gewerkschafter.

Auch die Einsatzkräfte der Bundespolizei, die für die Sicherheit an Bahnhöfen und Flughäfen zuständig sind, rechnen mit zusätzlichen Aufgaben für die kommende Saison. „Wir beobachten die Szene und werden genau hingucken, wie sich die Problemfans verhalten“, sagt Behördensprecher Martin Ackert.

Richtigstellung

Die 96 Ultras legen Wert auf die Feststellung, dass nicht alle Fans der Amateurmannschaft gewaltbereit sind. Das stimmt natürlich. Tatsächlich hätte es heißen müssen, die „teilweise gewaltbereiten Ultras“. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen. Im Online-Artikel ist er mittlerweile korrigiert worden.

Felix Harbart

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Foto: Es geht auch ohne Pyrotechnik: Die 96-Ultras haben beim Spiel gegen Helsingborg auch ohne Bengalos gefeiert.

Sie kamen ein wenig später als sonst. Doch dafür gaben sie dann von der 1. Minute an Gas. Vom befürchteten Stimmungsboykott der Ultras wegen der von Hannover 96 gegen sie verhängten Sanktionen war gestern im Fanblock nichts zu merken.

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