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Prognose-App soll Polizei bei Einbrecherjagd helfen

Pilotprojekt "Premap" Prognose-App soll Polizei bei Einbrecherjagd helfen

Ab November wird auch bei Hannovers Polizei eine neue Software zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt. Mit dem Programm „Premap“ sollen Vorhersagen möglich sein, wo Wohnungseinbrecher wahrscheinlich zuschlagen. In anderen Städten funktioniert die Technik schon.

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Schon 2015 testete die Polizei in Hannover die Prognosesoftware SPSS Modeler. Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend.

Quelle: Bernd Thissen/dpa

Hannover. Hannover wird ab November Teil des landesweiten Tests, Wohnungseinbrüche schon im Vorfeld zu erkennen. Landesminister Boris Pistorius (SPD) hatte das Programm Premap (Predictive Mobile Analytics for Police) erstmals Ende 2016 vorgestellt, seit Februar wird es bereits in vier Regionen erprobt. Auf Tabletcomputern können die Beamten sehen, wie wahrscheinlich weitere Einbrüche in welchen Stadtteilen sind. Seit 2015 ist es bereits der zweite Versuch, eine Prognosesoftware einzuführen.

Zusammenhänge erkennen

Die App erstellt Zusammenhänge zwischen Einbrüchen und errechnet daraus mögliche Zeiten und Orte für weitere Taten. „Premap soll dabei helfen, dass wir den Tätern zuvorkommen“, sagt Pistorius. Seit Anfang 2017 wird die Software in Salzgitter, Peine, Wolfenbüttel und Wolfsburg getestet. Ab November kommen Hannover und Osnabrück hinzu. „Durch die urbane Umgebung und die bevorstehende dunkle Jahreszeit erwarten wir einen größeren Erkenntnisgewinn für das Projekt“, sagt Pistorius. Das größte Problem aus Sicht der Tester: In den bisherigen Gebieten gab es zu wenig Einbrüche, um Premaps Können unter Beweis zu stellen.

Mit einem Pilotprojekt wird in Niedersachsen getestet, ob eine App der Polizei dabei helfen kann, Einbrüche zu verhindern.

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Das jetzige Pilotprojekt wird in Hannover bei der Polizeiinspektion Ost angesiedelt - die dortigen Ermittler bearbeiten seit 2014 alle Einbruchsdelikte in der Stadt. Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe erhofft sich „relevante Informationen für operative Maßnahmen und gezielte Fahndungen“. In der Stadt werden jährlich etwa 3000 Wohnungseinbrüche angezeigt, die Aufklärungsquote betrug 2016 lediglich 23,2 Prozent.

Bayern setzt bereits seit 2014 auf ein ähnliches Vorhersageprogramm. Laut dortigem Innenministerium sind die Einbrüche in München kurz nach Einführung um bis zu 42 Prozent zurückgegangen. Auch der Bund deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Niedersachsen spricht von einem „sehr interessanten Projekt“. Nach Angaben des Landesvorsitzenden Matthias Karsch werde der BDK den Feldversuch „ergebnisoffen“ verfolgen. „Wenn es Schwachstellen gibt, werden wir darauf hinweisen.“

Sorge um Stigmatisierung

Karsch warnt zudem davor, nur auf Premap zu setzen. „Der Einsatz darf nicht dazu führen, dass wir in relevanten Zeiten einfach mehr Streife fahren.“ Kritik kommt auch von der Landesdatenschutzbeauftragten Barbara Thiel. Sie fürchtet, dass die Daten „zu einer Stigmatisierung von Wohngebieten und deren Einwohnern führen“. Zudem fordert sie, nur öffentlich zugängliche Daten zu verwenden.

Das Innenministerium hatte bereits 2015 die Prognosesoftware SPSS Modeler getestet. Ihre Wirksamkeit habe aber nicht nachgewiesen werden können. Premap kann sich noch bis Ende März bewähren. Bei Erfolg könne sie dann auch auf anderen Deliktfeldern zum Einsatz kommen.

Von Peer Hellerling

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