Die Täter schleichen sich nachts auf Rastplätze. Während die Fahrer schlafen, schlitzen sie die Planen der Lkw-Anhänger auf, stehlen die Ladung und flüchten unerkannt mit ihrer Beute. Die Opfer bemerken den Diebstahl dann erst am nächsten Morgen. Auch im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover haben die „Piraten der Rastplätze“, wie die Täter in Ermittlerkreisen auch genannt werden, in diesem Jahr häufiger zugeschlagen. „Wir haben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 28 Fälle verzeichnet“, sagt Polizeisprecherin Martina Stern. Im Vergleichszeitraum 2008 waren es nur 25.
Vor gut einem Monat entwendeten Unbekannte 80 Flachbildschirme von einem Lastwagen auf der Raststätte Lehrter See, während der Fahrer in seiner Kabine die vorgeschriebene Ruhezeit einhielt. „Das sind Profis. Sie wissen genau, welche Speditionen für welche Auftraggeber unterwegs sind und welche Routen die Fahrer benutzen“, erläutert Gunther Zimmermann vom Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen. Die Täter hätten es, so der Sprecher weiter, vor allem auf Alkohol, Tabak und hochwertige Elektroartikel abgesehen. Bundesweit richteten die Ladungsdiebe im vergangenen Jahr einen Schaden von rund 1,5 Millionen Euro an.
Experten vermuten, dass die Dunkelziffer aber noch sehr viel höher liegt. „Die betroffenen Spediteure hängen so was nicht an die große Glocke. Sie regeln das lieber still mit ihrer Versicherung“, sagt Verbandssprecher Zimmermann. Das LKA hat jetzt ein Flugblatt herausgegeben, das auf Rastplätzen verteilt werden soll. Darin bekommen die Fernfahrer Tipps, wie sie sich vor den Dieben schützen können. So sollen zum Beispiel nur beleuchtete und möglichst bewachte Parkplätze für die Pausen angefahren werden. Gunther Zimmermann hält diesen Vorschlag angesichts häufig überfüllter Rastanlagen für kaum umsetzbar: „Eigentlich müssten die Speditionen für Transporte von sensiblen Waren zwei Fahrer einsetzen, so dass der Lkw immer in Bewegung bleiben kann.“ Doch dies verursache erhebliche Mehrkosten, die von den Auftraggebern meist nicht akzeptiert würden.
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Kommentare
Kriminelle auf Rastplätzen JE – 15.06.09
es sollte generell mehr polizeikontrollen auf rastplätzen geben. wenn man sich manchmal das treiben so ansieht, kann man echt angst bekommen. nicht zu vergessen, dass halb polen und die halbe ukraine ihren müll hier ablagern und übers wochenende hier campenWer läßt so dreist beklauen M1 – 15.06.09
LKA gibt Tips:1. Fahrt auf Rastplätze die nicht überfüllt aber dennoch beleuchtet sind
2. Fahrt mit mind. 2 Fahrer damit der Truck in Bewegung ist.
Beides unerfüllbare Bedingungen.
Wer sind die Diebe?
Wer sind die Bestohlenen?
Oder ist der Fahrer froh, wenn er beklaut wird. Scheint mir eine Masche zu sein von der einige leben.