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Das Stück zum Trick

Prävention gegen Trickbetrüger Das Stück zum Trick

Trotz umfangreicher Präventionsarbeit von Stadt und Polizei werden Senioren immer wieder Opfer von Trickbetrügern. Jetzt geht die Polizei neue Wege – mit einem Theaterstück. Und das ist nötig: 2014 gab es 1300 Fälle von Trickbetrug in Hannover.

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In dieser Szene sitzen die Senioren in einem Café und werden von einem Herrn nach dem Weg zum Zoo gefragt. Kaum ist der Fremde gut informiert verschwunden, stellen die Rentner fest, dass sie bestohlen wurden.Fotos: Schaarschmidt (6)

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Für den ersten Lacher und die damit verbundene Einstimmung des Publikums sorgt Monika Stadtmüller gestern selbst. Dafür zieht die Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt Hannover das Führerhäuschen einer Art Miniaturstadtbahn über die Bühne im Ballhof Zwei. Ähnlich beschwingt geht es danach auch weiter, obwohl das Thema, dem sich die acht Laienschauspieler in ihren Darbietungen widmen, ein ernstes ist: Senioren als Opfer von Straftaten.

Gemeinsam mit Experten der Polizeiinspektion Mitte und einem Theaterpädagogen des Staatstheaters haben die Mitglieder des Seniorenbeirates unter dem Titel „(K)Ein Happy End“ acht kleine Szenen entwickelt, die aufzeigen, wie dreist Taschendiebe und Trickbetrüger vorgehen, um ältere Menschen zu bestehlen. Im Jahr 2014 registrierte die Polizeidirektion Hannover insgesamt rund 1300 Fälle von Trickbetrug in der Region Hannover. Dabei ergaunerten die Täter etwa 900 000 Euro allein an Bargeld. Der Wert des gestohlenen Schmucks oder anderer Wertgegenstände ist in dieser Statistik noch nicht enthalten. Ohne konkrete Zahlen nennen zu können, weiß die Polizei, dass die Zahl der Straftaten im Jahr 2015 zwar sank. „Dabei wurde aber nach unseren Erkenntnissen ein höherer Betrag an Bargeld erbeutet“, sagt Polizeisprecher Sören Zimbal.

„Senioren werden Opfer von gerade einmal 6 Prozent der Straftaten, die in Hannover begangenen werden“, sagt Bürgermeister Thomas Hermann, Vorsitzender des Kommunalen Präventionsrates der Landeshauptstadt. Doch die Folgen, die diese Taten für die älteren Menschen hätten, seien meist weitreichender als nur de Verlust von Geld oder Schmuck. Opfer eines Taschendiebstahls oder einer Betrugsmasche seien oft so verunsichert, dass sie sich mehr und mehr aus dem sozialen Leben zurückzögen. „Und das darf nicht passieren“, sagt Herrmann. „Denn die Senioren sind ein wichtiger Bestandteil der Stadtgesellschaft.“

Seit Jahren engagieren sich Stadt und Polizei stark in der Präventionsarbeit mit Senioren. Immer wieder werden Flyer verteilt, an öffentlichen Ständen können sich ältere Menschen über die Tricks der Betrüger informieren. „Trotzdem erleben wir immer wieder, dass Senioren dennoch Opfer werden“, sagt Stadtmüller. Viele der Betroffenen kündigten sogar vorher an, dass sie alle Tricks der Betrüger kennen würden und daher davor gefeit seien. Auch wegen dieser Erfahrungen, die nicht nur der Seniorenbeirat, sondern auch die Polizei immer wieder macht, entstand die Idee für das Theaterstück.

Viele Senioren kennen die Tricks, sie gehen nur davon aus, dass sie niemals Opfer eines Betrügers werden.

„Auf diese Weise werden die Senioren über einen neuen Kanal erreicht und informiert und können sich dann besser schützen“, sagt Christopher Fredebohm, Kontaktbeamter der Polizeiinspektion Mitte und Mitinitiator des Stückes. Dadurch, dass Senioren nach den Anweisungen der Polizei realistische Betrugsszenen nachstellen, kann das Publikum die Taten mit eigenen Augen sehen. Ein anderer Faktor, der dafür sorgt, dass das Vorgehen von Betrügern beim Taschendiebstahl in der U-Bahn oder im Supermarkt und Maschen wie der Enkel- oder Handwerkertrick im Gedächtnis bleiben, ist, dass die acht Senioren auf der Bühne nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter mimen.

So kommt es zu abstrusen Szenen wie jener, in der eine Rentnerin in der U-Bahn-Station einer anderen Seniorin dreist den Geldbeutel aus der Handtasche fischt. Oder zwei ältere Damen, die im Blaumann vor der Tür einer Seniorin stehen und erklären, sie seien von den Wasserwerken und wollten den Druck in der Heizung überprüfen. In einer anderen Szene ruft der vermeintliche Enkel einer Rentnerin an. Nachdem er der Frau in feinstem Jugendslang erklärt hat, dass er sie nur so selten besuche, „weil ich in den letzten Wochen Endstress hatte“, berichtet er ihr von einem „hammergeilen Sportwagen“, den er sich kaufen wolle. Er habe sogar ein Angebot, brauche dafür aber sofort 10 000 Euro von Omi. Als kurz darauf ein angeblicher Freund vor Großmutters Tür steht - man ahnt es - gibt die Frau ihm das Geld.

(K)Ein Happy End wird am 25. Februar im Großen Saal der Heniettenstiftung aufgeführt. Der Eintritt ist frei.

So tricksen die Betrüger Senioren aus

Das sind die gängigsten Tricks der Betrüger - mehr lesen Sie in diesem Artikel.

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