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Polizei nimmt mutmaßliche Schleuser fest

Asylmissbrauch Polizei nimmt mutmaßliche Schleuser fest

Die Polizei hat am Dienstag zwei Männer im Raum Hannover festgenommen, die Menschen eingeschleust und zum Asylmissbrauch angeleitet haben sollen. Die Kommunikation soll über eine Facebook-Seite gelaufen sein. Bei den Durchsuchungen und Festnahmen waren auch Spezialkräfte der Polizei im Einsatz.

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Zwei Männer wurden festgenommen. 

Quelle: Polizei

Hannover. Die Polizei hat mit Spezialkräften ein auf das Einschleusen von Iranern spezialisiertes Netzwerk zerschlagen und im Raum Hannover zwei 37 und 54 Jahre alte Hauptbeschuldigte verhaftet. Die Schleuser sollen die Iraner gezielt für ihr Anhörungsgespräch als Asylbewerber trainiert und sie auf die Schilderung falscher Fluchtgeschichten sowie die vorgetäuschte Annahme des christlichen Glaubens vorbereitet haben, teilte die Bundespolizei am Dienstag mit.

Bei einer bundesweiten Razzia gab es am frühen Dienstagmorgen 22 Durchsuchungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Berlin, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Zu den weiteren Beschuldigten gehören die Ehefrau sowie die Mutter des 37-jährigen Iraners, ein 30-jähriger Mitarbeiter der deutschen Botschaft im Iran sowie ein Rechtsanwalt. Bei den Durchsuchungen wurden zwei Schreckschusspistolen, Laptops, Handys, gefälschte Dokumente sowie Schulungsunterlagen auf Persisch sichergestellt.

Intensive Vorbereitung der Personen

Konkret werde dem Netzwerk bislang das illegale Einschleusen von zehn Iranern nach Deutschland vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Oliver Eisenhauer in Hannover. Die Auswertung der sichergestellten Unterlagen werde ergeben, ob es weitere Fälle gibt. „Die Zahl kann sich durchaus noch erheblich erhöhen.“ Um das Ausmaß des Asylmissbrauchs zu prüfen und mögliche Abschiebungen vorzubereiten, seien noch verwaltungsrechtliche Ermittlungen in Abstimmung mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erforderlich, teilte die Bundespolizei mit.

Mit einer angeblich hundertprozentigen Erfolgsgarantie für die Einschleusung und den dauerhaften Aufenthalt soll der 37-Jährige auf Facebook geworben haben. Dabei verwies er auf ein Netzwerk von Urkundenfälschern, Dolmetschern und Rechtsanwälten sowie einen Abschiebeschutz. Als Schleuserlohn sollen vier bis fünfstellige Beträge verlangt worden sein.

Um den Geschleusten unberechtigterweise ein Visum für Deutschland zu verschaffen, soll die Mutter des Hauptbeschuldigten entsprechend vorbereitete Unterlagen jeweils bei dem mitbeteiligten Botschaftsmitarbeiter in Teheran eingereicht haben, sagte Eisenhauer. Dieser ermöglichte dann die Visumvergabe und damit die Einreise nach Deutschland.

Der mitbeschuldigte 54-jährige Dolmetscher soll die illegal nach Deutschland gelangten Iraner intensiv für die Anhörung als Flüchtling geschult und sie eingewiesen haben, sich als konvertierte Christen auszugeben, denen bei einer Abschiebung in die Heimat Verfolgung droht. Zu diesem Zweck ließen sich die Eingeschleusten den Besuch deutscher Gottesdienste bestätigen und lernten biblische Gleichnisse auswendig.

dpa/ewo

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