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Polizei räumt besetztes Haus in Hannover-Linden

Limmerstraße Polizei räumt besetztes Haus in Hannover-Linden

Die Polizei hat am Montagvormittag ein besetztes Haus in der Limmerstraße in Hannover-Linden geräumt. Das Gebäude war in der vergangenen Woche von Linksaktivisten besetzt worden, die mit der Aktion den drohenden Abriss verhindern wollten.

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Ein 20-jähriger Besetzer wird von Höhenrettern der Polizei vom Dach des besetzten Hauses abgeseilt.

Quelle: Martin Steiner

Fünf Tage lang hielten Aktivisten das Haus Nummer 98 in der Limmerstraße besetzt, am Montag beendete die Polizei die Aktion und räumte das Gebäude. Mehrere Mannschaftswagen fuhren gegen 9.45 Uhr vor dem besetzten Haus vor. Im Gebäude stießen die Polizisten auf 14 Mitglieder der linksalternativen Szene im Alter von 20 bis 40 Jahren. Die Polizisten nahmen die Personalien der Besetzer auf und erteilten Platzverweise. Der Einsatz verlief weitgehend friedlich. Lediglich ein 30-jähriger Mann widersetzte sich der Aufforderung, das Gebäude zu verlassen, und kam vorübergehend in Gewahrsam. Ein 20-jähriger Hausbesetzer wartete auf dem Dach auf die Beamten und weigerte sich, freiwillig herunterzukommen. Daraufhin erklommen Höhenretter der Polizei den Dachstuhl und brachten den Mann nach unten.

Ein besetztes Haus in der Limmerstraße in Hannover-Linden hat die Polizei Montagvormittag geräumt.

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Etwa 40 Aktivisten hatten das Haus Nummer 98 am Mittwochabend besetzt. Zunächst hatten sie ihre Aktion damit begründet, dass sie das Gebäude vor dem Abriss bewahren wollten. Später forderten sie, das Haus solle als alternatives Jugendzentrum genutzt werden. Ein Hannoveraner mit iranischen Wurzeln hatte das Grundstück im Februar gekauft. Er plant, an der Stelle ein Mehrfamilienhaus zu errichten. „Ich habe vier Tage lang versucht, gemeinsam mit den Besetzern eine Lösung zu finden“, sagte der Mann am Montag. Unter anderem habe er vorgeschlagen, einen Verein zum Erhalt des Gebäudes zu gründen. „Ich war offen, vielleicht hätte das funktioniert. Aber die Besetzer haben nur gefordert.“

Unterdessen zeigten die hannoverschen Grünen Verständnis für die Besetzungsaktion. Das Anliegen der Besetzer sei „nachvollziehbar“, sagte Stadtverbands-chefin Friederike Kämpfe, auch wenn „sich über den Weg, den sie gewählt haben, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, sicherlich streiten lässt“. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Heidrun Dittrich teilte mit: „Ich stehe voll und ganz hinter den jugendlichen Besetzern.“

Die Besetzer des Hauses Limmerstraße 98 in Linden-Nord und dessen Besitzer kommen weiterhin nicht zusammen. Gespräche zwischen beiden Seiten blieben am Wochenende ohne Ergebnis. Als Reaktion demonstrierten am Sonntag rund 120 Mitglieder der linksalternativen Szene für den Erhalt des ehemaligen Fahrradgeschäftes und für günstigen Wohnraum im gesamten Stadtteil.

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Kämpfe und Grünen-Landeschef Jan Haude fordern nun eine politische Debatte über die sogenannte Gentrifizierung. Der Begriff beschreibt die Verbürgerlichung und Verteuerung alternativer, oft innenstadtnaher Stadtteile. „Die Besetzung hat keinen zähnefletschenden Immobilienhai getroffen, sondern einen gesprächsbereiten und offenen Menschen, der durchaus ein Interesse an einer sozialen Entwicklung des Stadtteils hat“, räumte Haude ein. „Daher darf die weitere Debatte nicht auf dem Rücken des neuen Hausbesitzers geführt werden.“ Erstaunt über die Haltung der Grünen zeigte sich indes ihr Koalitionspartner SPD. „Für Hausbesetzungen habe ich kein Verständnis“, sagte SPD-Parteichef Alptekin Kirci. Das Problem der Gentrifizierung müsse angepackt werden. „Aber dass irgendwelche Chaoten Häuser besetzen, ist nicht tolerierbar. Wie die Grünen mit so einem Rechtsbruch umgehen, müssen sie selber wissen.“ Wohlwollend begleitet worden war die Besetzung auch vom stellvertretenden Bezirksbürgermeister von Linden-Limmer, dem Grünen Rainer-Jörg Grube.

Kritik an der Rolle der Grünen übte auch Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer. „Weder das Anliegen der Besetzer noch die Art und Weise ihres Vorgehens sind nachvollziehbar“, sagte er. Mit diesen „ideologisch urzeitlichen Grünen“ sei eine politische Zusammenarbeit nicht möglich.

Vivien-Marie Drews
 und Felix Harbart

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Gebäude bleibt okkupiert
Demonstration durch Hannover-Linden.

Die Besetzer des Hauses Limmerstraße 98 in Linden-Nord und dessen Besitzer kommen weiterhin nicht zusammen. Gespräche zwischen beiden Seiten blieben am Wochenende ohne Ergebnis. Als Reaktion demonstrierten am Sonntag rund 120 Mitglieder der linksalternativen Szene für den Erhalt des ehemaligen Fahrradgeschäftes.

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