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Aus der Stadt Polizei sucht mit Phantombild nach Annikas Mörder
Hannover Aus der Stadt Polizei sucht mit Phantombild nach Annikas Mörder
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20:24 02.12.2011
Von Vivien-Marie Drews
Mit diesem Phantombild sucht die Polizei nach dem mutmaßlichen Mörder. Quelle: Polizei Hannover
Hannover

 So soll der junge Mann aussehen, der am 1. Advent gegen 19.15 Uhr in der Kohlrauschstraße der 20-jährigen Studentin Annika B. mehrere tödliche Messerstiche versetzt hat. Nach dem unbekannten Täter fahndet die Polizei jetzt mit einer Phantomskizze.

Die Zeichnung basiert auf den Aussagen von drei jungen Männern, die sich am Sonntag zur Tatzeit an der Ecke Celler Straße/Kohlrauschstraße aufhielten. Sie hatten sich am Mittwochabend auf den Zeugenaufruf der Polizei vom gleichen Tag gemeldet, weil sie sich daran erinnerten, dass ihnen am fraglichen Adventsabend ein junger Mann entgegengerannt war – wie sich später herausstellte, war das unmittelbar nach der Attacke auf die alleinerziehende Mutter. Die Mordkommission Annika reagierte schnell auf die neuen Informationen. Sie bestellte die Zeugen am Donnerstag ein. Aus den Beschreibungen der jungen Männer fertigte ein erfahrener Polizeizeichner das Phantombild. Am Freitag beantragte die Staatsanwaltschaft die Veröffentlichung der Skizze. Dem Antrag wurde umgehend stattgegeben. Gegen 16 Uhr stellte die Behörde das Bild inklusive einer Beschreibung des Gesuchten auf ihre Facebook-Seite. Dort wurde es innerhalb von einer Stunde knapp 17 000 Mal „geteilt“, also weiterverbreitet. Bis um etwa 17.30 Uhr gingen bei den Ermittlern bereits 30 ernstzunehmende Hinweise auf die Identität des Gesuchten ein.

Für die Mitglieder der Mordkommission, die um eine Beamtin aufgestockt wurde, bedeutet diese überraschende Informationsflut zahlreiche weitere Überstunden und ein arbeitsreiches Wochenende, denn jedem Hinweis und jedem Kommentar im Internet muss genau nachgegangen werden. „Wir sind sehr erfreut, wie gut die Facebook-Gemeinde uns bei der Aufklärung des Falls unterstützt“, sagt Polizeisprecher Stefan Wittke. Der Mann auf dem Phantombild ist zwischen 20 und 30 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, hat eine normale bis sportliche Figur und war mit einer dunklen Kapuzenjacke bekleidet. Von der Kohlrauschstraße soll er nach rechts in die Celler Straße abgebogen und dann in Richtung Herschelstraße gerannt sein.

Die Polizei vermutet, dass Annika B. ihren späteren Mörder gekannt hat – wenn auch möglicherweise noch nicht so lange. Fest steht dagegen, dass der Täter der jungen Frau an jenem Abend vor ihrer Haustür aufgelauert hat. Annika B. hatte ihre Wohnung im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses, das ihrem Stiefvater gehören soll, um kurz nach 19 Uhr verlassen. Sie hatte sich auf den Weg gemacht, um bei ihrem Stammkiosk an der Ecke Celler Straße/Hamburger Allee eine Schachtel Zigaretten zu holen. Wie so oft telefonierte sie dabei per Handy mit einer Freundin. Auf dem Rückweg zu ihrer Wohnung griff der Täter sie unvermittelt an. Die Freundin erklärte später gegenüber der Polizei, die Gespräch mit Annika sei abrupt unterbrochen worden, dann habe sie nur noch die Hilfeschreie der 20-Jährigen vernommen.

Annika B. galt bei ihren Freunden und Verwandten als lebensfroh und hilfsbereit. Ihre zahlreichen Bekanntschaften pflegte die junge Frau über verschiedene soziale Netzwerke im Internet, hauptsächlich aber war sie auf Facebook aktiv. Die 20-Jährige hatte gerade das Abitur nachgeholt, den Abschluss, den sie wegen der Geburt ihrer Tochter vor drei Jahren nicht machen konnte. Seit dem 1. September war sie an der Fachhochschule Hannover für den Studiengang Elektro- und Informationstechnik eingeschrieben. Auch dort forschte die Kripo in den vergangenen Tagen intensiv nach, befragte Kommilitonen und Dozenten der Getöteten. Zwei junge Männer sollen mit Annika B. an der FHH intensiver Kontakt gehabt haben. Doch aus diesen Ermittlungsansätzen heraus hat sich offenbar bislang noch kein Motiv für die Bluttat ergeben. Auch von der Tatwaffe fehlt bislang noch jede Spur.   

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