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Mordkommission sucht Kopf der Kanal-Leiche

Nach Fund im Mittellandkanal Mordkommission sucht Kopf der Kanal-Leiche

Die Rechtsmediziner haben bei der Obduktion der Körperteile Kampfspuren entdeckt: Rippenbrüche und Abwehrverletzungen deuten auf ein Gewaltverbrechen hin. Nach HAZ-Informationen fehlen der Kopf und die Hände des Toten. Bei der Identifikation des Mannes stehen die Ermittler der Mordkommission "Kanal" vor einem Rätsel.

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Nahe der Noltemeyerbrücke suchen Polizisten nach weiteren Leichenteilen.

Quelle: Christian Elsner

Hannover. Auch einen Tag nach dem Fund von Teilen einer männlichen Leiche im Mittellandkanal in Groß Buchholz und dem Sahlkamp ist die Identität des Toten weiter ungeklärt. Die Obduktion in der Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule ergab zwar, dass es sich bei dem Opfer um einen Europäer über 50 mit kräftiger Statur handelt. Die geborgenen Körperteile wiesen aber keinerlei auffälligen Merkmale oder Tätowierungen auf.

Rechtsmediziner finden Kampfspuren an Leichenteilen

Die Mediziner stellten beidseitige Rippenbrüche und Abwehrverletzungen, vermutlich an den Armen, fest. Bislang sind noch nicht alle Leichenteile gefunden worden. So fehlt nach HAZ-Informationen unter anderem der Kopf des Mannes. Zur Frage, ob Fingerabdrücke des Toten überprüft werden konnten, wollte sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Das deutet darauf hin, dass der Leiche auch die Hände fehlen.

Polizei richtet Mordkommission "Kanal" ein

Fest steht, dass die Plastiksäcke mit den Körperteile bereits mehrere Tage im Wasser lagen, ehe sie Montag entdeckt wurden. Die Rechtsmediziner veranlassten eine DNA-Analyse. Das Ergebnis soll Ende der Woche vorliegen. Bei der Polizeidirektion wurde die Mordkommission (Moko) „Kanal“ eingerichtet.

Am Dienstag suchten Beamte mit Booten, Leichenspürhunden und Tauchern erneut den Mittellandkanal im Bereich der beiden Fundstellen ab. Die Hunde schlugen an mehreren Stellen an: So gaben sie unter anderem an einem Ausgleichsbecken im Bereich der Pasteurallee laut. Dort stießen die Taucher auf mehrere Gegenstände. Eine genauere Überprüfung ergab, dass sie mit dem aktuellen Fall nicht in Verbindung gebracht werden können. Die Suche wurde gegen 16 Uhr erfolglos eingestellt. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Braunschweig gab anschließend die bis dahin gesperrte Wasserstraße wieder für die Binnenschiffer frei.

Am Mittellandkanal nahe der Noltemeyerbrücke haben Arbeiter mehrere Säcke mit Leichenteilen gefunden. Die Brücke führt nur wenige Meter entfernt von der Podbielskistraße in Höhe Noltemeyerbrücke über den Kanal.

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Mitarbeiter des Amts hatten den Fall am Montagmittag ins Rollen gebracht. Bei Reinigungsarbeiten im Bereich der Noltemeyerbrücke hatten sie zwei im Wasser treibende Plastiksäcke entdeckt. Bei näherer Betrachtung fanden sie in einem der Beutel ein Teil einer Leiche und verständigten die Polizei. Die Beamten entdeckten neben dem abgetrennten Körperteil in der anderen Tüte mehrere Kleidungsstücke. Am Nachmittag meldete sich ein Schiffsführer bei den Ermittlern, nachdem er im Bereich der Hebbelstraße eine weitere Plastiktüte entdeckt hatte. Auch sie enthielt weitere Leichenteile.

Keine heiße Spur unter Hinweisen

Nach dem Fund des zerstückelten Toten sind bei den Ermittlern lediglich 30 Hinweise eingegangen. Eine heiße Spur ist bislang nicht darunter. Auch die Überprüfung der als vermisst gemeldeten Personen hat offenbar noch zu keinem Ergebnis geführt.

Die Moko „Kanal“ steht vor einer schwierigen Aufgabe. Unbekannt ist nicht nur die Identität des Toten. Die Ermittler kennen weder den Tatort noch die Stelle, an der der Leichnam zerteilt und verpackt worden ist. Ebenso wenig ist klar, wie der oder die Täter die schweren Leichenteile zum Mittellandkanal transportiert haben und wo genau die Körperteile in das Gewässer geworfen wurden. An all diesen Orten haben der oder die Täter möglicherweise Spuren hinterlassen, deren Auswertung den Durchbruch bringen könnten.

Deshalb ist die Polizei weiter auf Zeugen angewiesen. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter Telefon (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Der Leichenfund erinnert an den Fall Monika P.

 

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