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Schärfere Kontrollen gegen „Elterntaxis“

Verkehrssituation vor Schulen Schärfere Kontrollen gegen „Elterntaxis“

Die Verkehrssituation vor Schulen ist oft chaotisch - besonders zu Beginn des neuen Schuljahres. Polizei und Stadt wollen Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto absetzen in den Fokus nehmen, um die Situation zu verbessern. Eine Ratsmehrheit fordert häufigere Kontrollen vor Schulgebäuden.

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Morgens herrschen teils chaotische Zustände, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zum Unterricht bringen – wie hier vor der Albert-Schweitzer-Schule. 

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Polizei und Schulleitungen sehen mit Sorge, was sich ab Donnerstag wieder vor den Schulen abspielen wird - wenn zahlreiche Eltern kurz vor Schulbeginn ihre Kinder mit dem Auto bringen und dabei häufig andere Kinder gefährden. Besonders vor Grundschulen herrschen teils chaotische Zustände. Stadtverwaltung und Polizei wollen daher ihre regelmäßigen Kontrollen vor den Schulen noch einmal intensivieren, wenn sich ab Sonnabend auch rund 4660 Erstklässler morgens auf den Schulweg machen.

Die Liste der Ordnungswidrigkeiten, die die Fahrer der „Elterntaxis“ oft begehen, ist lang. Sie parken in Halteverbotszonen, halten direkt auf dem Geh- oder Radweg, versperren Zufahrten und lassen ihre Kinder auf der Fahrbahnseite aussteigen. Polizeistreifen, Kontaktbeamte und Verkehrsaußendienst zeigen zwar im gesamten Schuljahr Präsenz, erteilen Verwarnungen und verhängen Bußgelder - ohne aber das Problem lösen zu können. „Wir hören immer wieder, dass Schulen sich machtlos fühlen, wenn es um die Verkehrssituation vor ihren Toren geht“, sagt auch ADAC-Sprecherin Christine Rettig. „Das Problem gibt es an fast allen Schulen“, sagt Polizeisprecher Sören Zimbal.

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Die rot-grüne Ratsmehrheit wies darauf hin, dass sie im Stadthaushalt extra mehr Geld zur Verfügung gestellt habe, damit der kommunale Verkehrsaußendienst jede Schule mindestens zehnmal im Jahr kontrollieren kann. Bisher reichte der Etat nur für durchschnittlich zwei Besuche pro Schule. Jetzt müsse der zuständige Ordnungsdezernent Marc Hansmann „zeigen, was in ihm steckt“, stichelte Grünen-Ratsfrau Renee Steinhoff: Man erwarte Ergebnisse.

Dass eine stärkere Präsenz von Kontaktbeamten und Polizei vor Grundschulen durchaus Effekte haben kann, bestätigt auch Ralf Kühnbaum-Grashorn vom Stadtelternrat. Er wohnt nahe der Grundschule Groß Buchholzer Kirchweg und sagt: „Nimmt dort die Frequenz der Kontrollen ab, steigt die Zahl der ,Elterntaxis’, die sich falsch verhalten.“ Er habe „manchmal den Eindruck, die Eltern scheren sich gar nicht um die Gefahren für die Kinder“.

Mit den jetzt geplanten verstärkten Kontrollen will die Stadt vor allem die Eltern der Erstklässler sensibilisieren und dazu bewegen, mit ihren Kindern den Schulweg möglichst früh zu üben, statt sie mit dem Auto zu bringen. Es sei zwar einfacher, das Kind vor der Arbeit schnell selbst vors Schultor zu fahren, , und bedeute auch Kontrollverlust, das Kind allein loszuschicken, sagt auch ADAC-Sprecherin Rettig. „Aber genau deswegen muss man den Weg immer wieder üben, damit das Schulkind sich überhaupt sicher im Straßenverkehr bewegen kann“

Hilfe gibt es dabei von vielen Seiten. Der ADAC zeigt mit seinem Schulwegplaner, welche Wege im Stadtgebiet als besonders sicher gelten. Und beim Fest zur HAZ-Aktion Sicherer Schulweg können Kinder mit ihren Eltern spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr trainieren. Es beginnt am Sonntag um 11 Uhr neben dem Rathaus.

Isabel Christian

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