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Polizei wacht von neuem Container über türkisches Konsulat

Neue Behausung Polizei wacht von neuem Container über türkisches Konsulat

Nach 18 Jahren im Bulli stellt die Polizei vorm türkischen Konsulat einen Container auf - und freut sich über den Komfort, den die neue Behausung den Beamten bietet. Zu lange hatten sie im Winter frieren und im Sommer schwitzen müssen.

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Hinterlüftete Fassade, zweierlei Dämmung: Der mobile Container vor dem Konsulat hat zudem zwei Sitzplätze und einen Tresen für den „Bürgerkontakt“.

Quelle: Steiner

Hannover. Am schlimmsten war es im Winter. Drei verschiedene Heizungen haben sie ausprobiert, und als sie eine hatten, mit der es im Bulli einigermaßen warm wurde, saugte die das Leben aus der Autobatterie. Im Prinzip hätten sie noch einen zweiten Bulli daneben stellen müssen, um den Motor zu überbrücken, sagen die Nordstädter Polizisten. Aber wie hätte das ausgesehen?

Seit 1993 bewacht die hannoversche Polizei per Dauerpräsenz das türkische Generalkonsulat am Engelbosteler Damm. Bisher saßen die Beamten zu diesem Zweck sommers wie winters in einem VW Bus und schwitzten oder froren dort mehr schlecht als recht vor sich hin. Seit gestern schieben die Beamten ihre Wache nun in einem mobilen Container mit hinterlüfteter Fassade, zweierlei Dämmung und einer Verkleidung aus Kunststoffplatten. Es scheint, als habe man sich nach all den Jahren entschlossen, den Eindruck der Vorläufigkeit endgültig nicht mehr erwecken zu wollen – so mobil der neue Container auch sei.

Seit 1993 bewacht die hannoversche Polizei per Dauerpräsenz das türkische Generalkonsulat am Engelbosteler Damm. Bisher saßen die Beamten zu diesem Zweck sommers wie winters in einem VW Bus und schwitzten oder froren dort mehr schlecht als recht vor sich hin. Seit Freitag schieben die Beamten ihre Wache nun in einem mobilen Container mit hinterlüfteter Fassade, zweierlei Dämmung und einer Verkleidung aus Kunststoffplatten.

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Anfang der neunziger Jahre war die Dauerpostierung von meist zwei Beamten vor dem Konsulat eine Reaktion auf die Aktivitäten der kurdischen Befreiungsorganisation PKK. Sicher habe sich die Situation seither verändert, sagt Polizeipräsident Uwe Binias. Noch immer aber gebe es eine „Gefährdungslage“, die die Anwesenheit von Beamten vor der Tür des Konsulats rechtfertige. „Es gibt zwar keine direkte Bedrohung“, sagt Generalkonsul Tunca Üzçuhadar, „aber Verrückte gibt es immer.“ Außerdem bewache die türkische Polizei deutsche Einrichtungen in Istanbul und Izmir schließlich auch. „Es gibt schon Gründe, warum die Polizei hier ist“, sagt Michael Schütte, Leiter des zuständigen Polizeikommissariats Nordstadt. Punktum.
So notwendig also die Wacht vorm Konsulat all die Jahre war, so unangenehm war sie zu Zeiten für die Polizisten. Im Winter kalt, im Sommer heiß, ein Knochenjob im Provisorium. Gleichzeitig aber waren die Nordstädter und ihre Gäste ganz froh, die Polizisten immer an ihrer Ecke vis-a-vis der Christuskirche zu wissen. Mehrmals täglich klopften „Bürger“ an die Scheiben und fragten nach dem Weg oder machten auf einen Verkehrsunfall aufmerksam. Der Schutzmann an der Ecke saß in der Nordstadt stets im Bulli.

Nun aber ist alles ein bisschen schicker, und für den Bürgerkontakt gibt es sogar einen kleinen Tresen. Zwei Sitzplätze hat der mobile Container, den die Polizei von einer Firma angemietet hat. Die Kosten dafür lägen gar unter denen für das Leasen eines VW Busses, sagt Schütte. Dafür muss nun niemand mehr schwitzen oder frieren, verspricht Tev Willemsen vom hannoverschen Architekturbüro „gesamtkonzept“. Im Winter sorgt eine elektrische Heizung für Wärme, im Sommer das gewitzte Dämmkonzept für Kühlung.

Für die Gestaltung der Fenster wiederum holte Willemsen genaue Vorgaben der Polizei ein. Einerseits sollten die Beamten nicht auf dem Präsentierteller sitzen. Andererseits durfte der Blick aufs Konsulat nun wirklich nicht verstellt sein. Das wäre nach 18 Jahren freien Blicks durch die Frontscheibe ein echter Rückschritt gewesen.

Felix Harbart

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