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Aus der Stadt Polizeichef wehrt sich gegen Gewerkschaftskritik
Hannover Aus der Stadt Polizeichef wehrt sich gegen Gewerkschaftskritik
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00:17 18.09.2015
Von Tobias Morchner
Nach den Demonstrationen vom Wochenende hagelt es Kritik: Ist die hannoversche Polizei überlastet? Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Polizeipräsident Volker Kluwe ist der Kritik an der angeblichen Überforderung und Überlastung der Beamten seiner Behörde mit deutlichen Worten entgegengetreten. „Wir haben genügend Personal, um den aktuellen Anforderungen in Hannover und im Umland gerecht zu werden“, teilt der Behördenleiter mit. Nach den Ausschreitungen zwischen Türken und Kurden am Rande einer Demo am Sonnabend hatten zwei der drei Polizeigewerkschaften Alarm geschlagen.

Man werde noch öfter als bisher den polizeilichen Notstand ausrufen müssen, da die Polizeidirektion für die steigende Zahl von Großlagen nicht genügend Einsatzkräfte habe, hatte Thomas Kliewer, Landes-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, mitgeteilt. Sein Kollege Dietmar Schilff von der Gewerkschaft der Polizei hatte erklärt, die Polizei sei am Limit, die Beamten in Niedersachsen schöben 1,5 Millionen Überstunden vor sich her, der Krankenstand läge bei 10 Prozent.

Dieser Darstellung widerspricht Hannovers Polizeichef. Seine Behörde sei mit dem derzeitigen Personal sehr wohl in der Lage, auch mehrere parallel stattfindende Ereignisse professionell zu bewältigen, sagt Volker Kluwe. „Dieses haben wir in der Vergangenheit schon häufiger gezeigt, selbst wenn es dafür großer Anstrengungen bedurfte.“ Die Zahl der Überstunden befinde sich bei einer Betrachtung über einen Zeitraum von mehreren Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Tendenz in diesem Jahr sogar leicht rückläufig. Ähnliches gelte auch für den Krankenstand. „Dieser lag im Jahr 2014 bei knapp 7,5 Prozent und war damit im Vergleich zum Vorjahr rückläufig“, sagt der Polizeipräsident.

Mehrere Hundert Menschen demonstrieren in der Innenstadt von Hannover gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. 

Mit Blick auf die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken vom Wochenende, bei denen ein 26-Jähriger durch einen Messerstich in den Hals schwer verletzt wurde, erklärte Kluwe, die Eskalation zwischen beiden Lagern sei so nicht vorhersehbar gewesen. Durch das versuchte Tötungsdelikt sei eine hohe Emotionalisierung der Teilnehmer der beiden bereits friedlich zu Ende gegangenen Demonstrationen erfolgt. „Dennoch wurde diese Entwicklung durch professionelles und konsequentes Vorgehen der Einsatzkräfte gut bewältigt“, sagt Kluwe. Der Behördenleiter hält Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppierungen und damit zusammenhängende Straftaten „auch künftig für wahrscheinlich“. Konkrete Hinweise auf Aktionen gegen türkische Einrichtungen lägen derzeit allerdings nicht vor.     

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