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Polizei macht Platz für 200 Flüchtlinge

Sporthalle in der List Polizei macht Platz für 200 Flüchtlinge

In Hannover werden Flüchtlinge auch bei der Polizei untergebracht. In der Sporthalle der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) in der List wurde eine Turnhalle vorbereitet, in der bis zu 200 Flüchtlinge unterkommen sollen. Die ersten Asylsuchenden werden am Freitag erwartet.

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Die Vorbereitungen an der Tannenbergallee in der List laufen auf Hochtouren.

Quelle: Treblin

Hannover. Die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen wird auf ihrem Gelände an der Tannenbergallee in der List 200 Flüchtlinge aufnehmen. Sie werden im Verlauf des Freitags erwartet und sollen in der Turnhalle auf dem Areal untergebracht werden. Unklar ist, wie lange die Sporthalle und das dazugehörige Außengelände als Notunterkunft dienen soll. „Wir gehen im Moment davon aus, dass die Halle bis auf weiteres nicht für sportliche Aktivitäten genutzt werden kann“, sagt Behördenleiterin Christiana Berg. Somit fallen bis auf Weiteres nicht nur die Fortbildungseinheiten für die Bereitschaftspolizei sondern auch alle die Angebote des Polizeisportvereins, deren Mitglieder die Halle nachmittags und abends nutzen, aus.

Die Einrichtung einer Notunterkunft auf dem Gelände der Polizei, auf dem es unter anderem eine Waffenkammer und sensible IT-Einheiten für die Behörde gibt und das nur gegen Vorlage eines Dienstausweises betreten werden darf, stellt eine besondere Herausforderung dar. Um die Flüchtlinge räumlich von den Polizisten zu trennen, wird die Sporthalle und das Außengelände mit einem Zaun vom übrigen Gelände angegrenzt. Die Flüchtlinge erhalten nach ihrer Aufnahme in der Notunterkunft einen Ausweis von der Polizei, mit dem sie durch einen separaten Zugang an der Möckernstraße zur Turnhalle gelangen können. „Der Zugang wird 24 Stunden lang bewacht“, sagt der Leitende Polizeidirektor Michael Zorn, der den Umbau der Halle in eine Flüchtlingsunterkunft koordiniert hat.

Die Polizeidirektion Niedersachsen nimmt 200 Flüchtlinge auf.

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Um die Versorgung und Betreuung der Asylsuchenden kümmern sich die Mitarbeiter der Johanniter. „Etwa 15 bis 20 Helfer werden auf dem Gelände der Zentralen Polizeidirektion in Hannover eingesetzt“, sagt Thomas Mähnert vom Landesvorstand der Johanniter. Die angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hilfsorganisation stehen als Dolmetscher für die Neuankömmlinge zur Verfügung, sie kümmern sich um die Verpflegung und Betreuung der Flüchtlinge, zudem werden zwei Rettungssanitäter rund um die Uhr auf dem Gelände der Polizei zur Verfügung stehen. Die Johanniter kümmerten sich auch um die kurzfristige Beschaffung der Feldbetten und der Matratzen für die Flüchtlinge. „Das war nicht ganz einfach, auch weil einige Händler versuchen, die Preise in die Höhe zu treiben, aber wir haben unsere Mittel und Wege“, sagt Mähnert.

Die Zentrale Polizeidirektion stellt sich darauf ein, dass vor allem in den ersten Tagen ein gehöriges Maß an Improvisationstalent notwendig sein wird, um die Flüchtlinge so gut wie möglich in der Halle unterzubringen. Denn bislang steht weder fest, aus welchen Ländern die Flüchtlinge stammen, die neu nach Hannover ankommen werden, noch mit wie vielen Männern, Frauen und Kindern sie es zu tun haben werden. „Trotzdem sind wir positiv gestimmt, denn wir merken bereits jetzt, dass die Hilfsbereitschaft in den eigenen Reihen sehr hoch ist“, sagt Michael Zorn.

Zwei weitere Standorte nehmen Flüchtlinge auf

Die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen kümmert sich auch in zwei weiteren Liegenschaften um die Bedürfnisse von Flüchtlingen. Vor einer Woche wurden bereits auf dem Gelände der Polizeiakademie in Hann. Münden 140 Flüchtlinge aufgenommen. Zudem bereitet die Behörde gerade die Aufnahme von etwa 500 Flüchtlingen auf ihrem Gelände in Lüchow vor. Dort sollen sie vorübergehend eine Unterkunft finden, bis sie sich registriert haben und dauerhaft auf Gemeinden in Niedersachsen verteilt werden können. Vor allem die fest installierten Container für die Castor-Einsätze auf dem Grundstück sollen dafür genutzt werden.

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Aufnahme der Flüchtlinge in den Liegenschaften der Behörde ausdrücklich. „Die Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Tagen in Teamarbeit Konzepte entwickelt, die nicht nur die Unterbringung der Flüchtlinge bei uns ermöglicht, sondern auch die Sicherheit für den polizeilichen Dienstbetrieb gewährleistet“, sagt Frank Jürges, der Vorsitzende des Personalrates der Zentralen Polizeidirektion.

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Rund 200 Flüchtlinge haben am Freitag in der Turnhalle der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen in der Tannenbergallee eine vorübergehende Bleibe gefunden. Mit Bussen reisten sie am Abend aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Friedland bei Göttingen nach Hannover.

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