Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Polizeipräsident schickt Neonazis klare Warnung
Hannover Aus der Stadt Polizeipräsident schickt Neonazis klare Warnung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:02 27.01.2012
 Axel Brockmann (Mitte) warnt die Neonazis in und um Hannover. Quelle: dpa
Hannover

Bereits Ende Oktober hatte der 47-Jährige die Leitung der Polizeidirektion Hannover übernommen, nachdem sein Vorgänger Uwe Binias überraschend zum Landespolizeipräsidenten berufen worden war. Gestern nun folgte die offizielle Amtseinführung durch den niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann (CDU). An dem Festakt nahmen neben Oberbürgermeister Stephan Weil und Regionspräsident Hauke Jagau (beide SPD) zahlreiche weitere Vertreter der Stadtgesellschaft teil. Brockmann, der mit seiner Familie in Wunstorf lebt, leitete zuletzt das Referat Kriminalitätsbekämpfung im Innenministerium.

In seinen ersten 90 Tagen an der Spitze der Polizeidirektion sei ihm nur eine einzige Angelegenheit wirklich negativ aufgefallen, sagte Brockmann gestern und wählte klare Worte: „Ich spreche von der unsäglichen rechtsextremistischen Erscheinung ,Besseres Hannover‘.“ Die Gruppe fällt seit etwa zwei Jahren durch provozierende Aktionen und einschlägigen Botschaften auf. Zuletzt stellten die Rechtsextremisten ein Video ins Internet, auf dem zu sehen ist, wie der sogenannte „Abschie-Bär“ in Hannover vor Döner-Imbissen den Arm zum sogenannten Hitlergruß in die Höhe streckt und Ausländer verhöhnt. In den vergangenen Tagen tauchten die Rechtsextremisten erneut vor hannoverschen Schulen auf und verteilten dort die vierte Ausgabe ihres rechtsextremistischen Jugendmagazins „Bock“. „Wir haben leider nur begrenzte Möglichkeiten, gegen diese Leute vorzugehen. Sie sichern sich rechtlich ab und achten darauf, sich gerade noch außerhalb des strafbaren Handelns zu bewegen“, sagte Brockmann. Dennoch werde die Polizei die Gruppe genau im Auge haben. „Ich hoffe, dass mich die Problematik des Rechtsextremismus, der Fremdenfeindlichkeit und des Antisemitismus in dieser Intensität nicht bis zum Ende meiner Dienstzeit begleiten wird“, sagte der neue Polizeipräsident.

In dieser Woche war bekannt geworden, dass Mitglieder von „Besseres Hannover“ offenbar gezielt versuchen, die Fanszene von Hannover 96 zu unterwandern. „Wir haben Hinweise. Die Prüfung läuft, und es wird Gespräche geben“, sagte Brockmann. Auch der ehemaligen Vizepräsident der Polizeidirektion Hannover, Rainer Langer, war am Freitag bei der Amtseinführung anwesend. Er ist inzwischen Beauftragter für die Sicherheit im Fußball in Niedersachsen. „Wir wissen um das Problem der Rechtsextremisten und nehmen es sehr ernst“, sagte er.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Die Gruppe „Besseres Hannover“ um den Rechtsextremisten Marc-Oliver M.  hat sich nicht aus freien Stücken dazu entschieden, das fremdenfeindliche Video mit dem „Abschie-Bär“ im Internet vorübergehend zu sperren.

22.12.2011

„Besseres Hannover“ ist geradezu beispielhaft dafür, wie sich die rechte Szene in Deutschland verändert. Unter anderem verbreitet die Gruppierung ein Drohvideo im Internet.

20.12.2011

Eine Woche nachdem die Gruppe „Besseres Hannover“ einen fremdenfeindlichen Film im Internet veröffentlicht hatte, haben die hannoverschen Rechtsextremisten offenbar entschieden, das Video vorerst zu sperren – zumindest auf ihrer eigenen Internetseite.

21.12.2011

SPD und Grüne im Rat von Hannover haben sich geeinigt: Die Grundsteuer steigt um 13 Prozent und die Bettensteuer wird ab dem Jahr 2014 eingeführt – wenn sich die Abgabe denn als gerichtsfest erweist.

Andreas Schinkel 27.01.2012
Aus der Stadt Schnee in Hannover - Ein bisschen Winter

Ein Hauch von Winter in Hannover. Obwohl die Meteorolgen am Flughafen nur maßen vier Zentimeter Schnee maßen nutzten die Hannoveraner das Wetter.

27.01.2012

Die Stadt Hannover plant, ein Netz von Verleihstationen für Elektrofahrräder, sogenannte Pedelecs, aufzuziehen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg den Zuschlag für ein vom Bund gefördertes „Schaufenster Elektromobilität“ erhält.

Bernd Haase 27.01.2012