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Polizist reagiert wenig souverän auf pöbelnden Schüler

Verbaler Angriff Polizist reagiert wenig souverän auf pöbelnden Schüler

Schlechte Umgangsformen: Ein Sechstklässler der Wilhelm-Raabe-Schule in Hannover ruft „Bulle“ aus dem Fenster – und der Polizist reagiert wenig souverän auf die verbale Attacke .

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Ein Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule hat einen Polizisten als „Bullen“ bezeichnet.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Ein verbale Auseinandersetzung zwischen einem Polizisten und den Schülern einer sechsten Klasse hat dem Beamten eine Anzeige wegen Beleidigung eingebracht. Ein Schüler hatte ihn als „Bulle“ tituliert, von der lautstarken Reaktion des Polizisten aber fühlten sich insbesondere die Mitschüler beleidigt. Inzwischen haben sich aber alle Beteiligten darauf geeinigt, dass alles nur ein Missverständnis war. Der Schüler hat sich entschuldigt, und auch die Anzeige gegen den Beamten soll jetzt zurückgezogen werden.

Der 52-jährige Polizist war vormittags am Klassenzimmer der 6B der Südstädter Wilhelm-Raabe-Schule in der Birkenstraße vorbeigegangen. Die 33 Schüler waren mit einer schriftlichen Englischaufgabe beschäftigt. Die Lehrerin stand bei geöffneter Tür mit einem Schüler vor dem Klassenraum, um dessen Zeugnisnote zu besprechen. Plötzlich lief einer der Sechstklässler ans offene Fenster und rief dem Beamten die Worte „Ey, du Bulle“, hinterher.

Der Polizist machte kehrt, rannte ins Schulgebäude, fand die Klasse und baute sich, ohne mit der verdutzen Lehrerin auch nur ein Wort gewechselt zu haben, vor den Kindern auf. Da im Klassenzimmer dennoch nicht augenblicklich Ruhe einkehrte, schlug der 52-Jährige nach übereinstimmender Darstellung mit der Faust auf einen Tisch, an dem zwei Schüler saßen, und rief: „Setzt euch jetzt hin.“ Und dann sagte er einen Satz, der bei der inzwischen hinzugekommenen Lehrerin „Überraschung und Verwunderung“ auslöste, wie sie später zu Protokoll gab.

Denn der Beamte fragte: „Welches von euch Arschlöchern will eins auf die Fresse?“ Sein anschließender Satz: „Das ist die Sprachebene, auf der wir uns gerade bewegen“ ging offenbar in der allgemeinen Empörung unter. Später stellte sich aber heraus, dass 19 von 33 Schülern diesen Zusatz gehört hatten.

Schüler entschuldigt sich freiwillig

Nach Auskunft der Englischlehrerin erklärte der 52-Jährige den Schülern, dass die Bezeichnung „Bulle“ für einen Polizisten den Straftatbestand der Beamtenbeleidigung erfülle und dass man ab dem Alter von 14 Jahren dafür zur Rechenschaft gezogen werden könne. Nachdem sich der Schüler freiwillig entschuldigt hatte, erklärte der Beamte sinngemäß: „So, jetzt können wir wieder normal reden.“ Die Polizei bestätigt den Vorgang.

Auch die Englischlehrerin stuft den Fall inzwischen als abgeschlossen ein, obwohl sich die Schüler über den Auftritt des Polizisten beschwert hatten und angaben, sich beleidigt zu fühlen. Als sie am nächsten Tag erfuhr, dass Eltern den Beamten wegen Beleidigung angezeigt hatten, informierte sie Schulleiter Martin Thunich. Der beauftragte die Klassenlehrerin mit einer Befragung der Schüler, inzwischen liegen detaillierte Protokolle vor.

Die Pädagogin stuft den Vorfall als „misslungene Kommunikation zwischen Polizist und Klasse“ ein. Daraufhin vermittelte der Rektor zwischen beiden Parteien und führte schließlich einen Kompromiss herbei. „Wir haben vereinbart, dass die Anzeige zurückgezogen wird, wenn der Beamte noch mal in die Klasse kommt und alles erklärt“, sagt der Oberstudiendirektor. Der Termin soll nun noch vor den Sommerferien stattfinden.

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