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Polizist wegen Vergewaltigung verurteilt

Bewährungsstrafe Polizist wegen Vergewaltigung verurteilt

Wegen Vergewaltigung einer Prostituierten hat das Landgericht Hannover einen Bundespolizisten zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe wurde zu Bewährung ausgesetzt.

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Der Bundespolizist hat die Prostituierte in einem „Lovemobil“ wie diesem an der Landstraße B443 bei Koldingen vergewaltigt.

Quelle: HAZ

Hannover. Richter Rainer Gundlach spricht die Dinge offen aus. „Sie stehen vor dem Ruin ihres Lebens“, sagt er zu dem Mann mit dem gut sitzenden dunklen Anzug auf der Anklagebank. Kurz zuvor hat seine Kammer den 45-jährigen Bundespolizisten Karsten R. wegen Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Strafe ist zwar zur Bewährung ausgesetzt. Aber mit dem Urteil hat der Oberkommissar und Hubschrauberpilot seinen Job und seine Pensionsansprüche verloren. Bei einer Verurteilung zu mehr als einem Jahr Haft endet ein Beamtenverhältnis automatisch. Auch das Verhältnis zu seiner Familie, sagt der zweifache Vater, sei nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe problematisch.

R.s Opfer arbeitete als Prostituierte in einem „Lovemobil“ an einer Landstraße in Großburgwedel. Der Angeklagte leugnet nicht, die Dienste der jungen Frau in Anspruch genommen zu haben. Der Vorsitzende Richter rekonstruiert das weitere Geschehen so: Die 28-Jährige besteht auf der Benutzung eines Kondoms. Im weiteren Verlauf aber nötigt der 45-Jährige die junge Frau gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen ohne Kondom. Dabei sagt er, dass er „es bei hübschen Mädchen gern mit Gewalt macht“. Als die 28-Jährige die Polizei informieren will, droht er ihr, „Leute zu schicken, die dafür sorgen, dass sie dort nicht mehr arbeiten darf“.

Vor seiner Abfahrt macht der Polizist mit seiner Handykamera noch ein Foto von der Frau, um den Druck auf sie zu erhöhen. Die Prostituierte ruft dennoch die Polizei; diese sichert die Spuren des 45-Jährigen. Karsten R. kann erst Wochen später ermittelt werden, als er, diesmal in Uniform, wieder ein „Lovemobil“ besucht und auf die gleiche Frau trifft.

Vor Gericht behauptete der Oberkommissar, die Prostituierte habe freiwillig mitgemacht. In einem ersten Verfahren vor dem Amtsgericht Burgwedel glaubte man ihm – er wurde freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft und das Opfer als Nebenklägerin, unterstützt durch die Beratungsstelle Kobra, legten Berufung ein. Mit Erfolg.

Am Ende der Berufungsverhandlung zeigt sich das Landgericht von der Glaubwürdigkeit des Opfers überzeugt: „Wir haben keinen Grund gefunden, warum sie die Unwahrheit gesagt haben soll“, sagt Gundlach. „Sie will Geld verdienen und keine Freier verjagen.“

Die Kammer glaubt dem Angeklagten zwar, keine Gewalt angewendet zu haben. Gewalt sei für eine Vergewaltigung aber nach dem Gesetz nicht nötig. Es reiche, dass der Angeklagte ihre schutzlose Situation ausgenutzt habe. „Die Frau hat sich nicht gewehrt, weil sie Angst vor körperlichen Repressalien hatte“, resümierte der Kammervorsitzende.

Zugunsten des Beamten wertet das Gericht sein lupenreines Führungszeugnis und eine gute Sozialprognose. Gegen ihn spreche seine besondere Stellung, sagt Gundlach: „Als Polizeibeamter sollen Sie das Unrecht bekämpfen und nicht herbeiführen.“

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