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Post mietet Hallen für geparkte Pakete

Streik Post mietet Hallen für geparkte Pakete

Wegen des andauernden Streiks hat die Post Hannover für die liegenbleibenden Pakete drei Lagerhallen angemietet: Die alte Reemtsma-Halle in Langenhagen, eine Halle in Sarstedt sowie eine in Algermissen. Die Kunden können ihre Pakete dort aber nicht abholen, dies sei technisch nicht möglich, so Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt.

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Quelle: von Ditfurth

Hannover . Weil wegen des andauernden Streiks Pakete liegen bleiben, hat die Post in Hannover jetzt drei Lagerhallen angemietet. „Die alte Reemtsma-Halle in Langenhagen sowie je eine Halle in Sarstedt und in Algermissen dienen als Zwischenlager für die Pakete“, erklärt Verdi-Sekretär Hans-Uwe Behrens. Die Kunden können ihre Pakete dort aber nicht abholen, sagt Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt. Es sei technisch nicht möglich, Pakete für einzelne Adressaten herauszusuchen.

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Um den Streik zu umgehen liefert die DHL mit freiwilligen Zustellern Pakete in Hannover aus – wie finden Sie das?

Die Lagerung wurde jetzt nötig, weil die Gewerkschaft so gut wie alle Bereiche der Post lahmgelegt hat. „Nur in der Briefzustellung im Stadtgebiet wird noch gearbeitet, weil dort sehr viele Beamte beschäftigt sind“, erklärt Behrens.
Die Bemühungen der Post, die Pakete am vergangenen Sonntag von Freiwilligen austragen zu lassen, sorgte hingegen für überraschend große Resonanz: Laut Hogardt beteiligten sich deutschlandweit rund 11 000 Freiwillige am ausgerufenen „Gelben Sonntag“. Auch zahlreiche HAZ-Leser berichteten, ihnen seien Pakete zugestellt worden. „Ich habe am Sonntag zehn Pakete auf einmal bekommen“, sagt ein Leser aus Arnum. Die Aussage einer freiwilligen Helferin, derzufolge Freiwillige in Hannover auch heute und morgen Pakete ausliefern sollen, wollte Hogardt jedoch weder bestätigen noch dementieren. „Das wird punktuell vor Ort entschieden“, sagte er.

So viel verdienen die Zusteller

Die Post AG zahlt Mitarbeitern im Schnitt 17,70 Euro pro Stunde – nach ­Angaben der Post doppelt so viel wie die Konkurrenten Hermes oder GLS. Die Angestellten der neu gegründeten DHL Delivery GmbH bekommen durchschnittlich jedoch nur 13 Euro. Bei der arbeiten nach Angaben der Post mehr als 6000 Angestellte. Dort gilt der Haustarif des Konzerns nicht, sondern der in der Regel niedrigere Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes. Der Haustarifvertrag, so argumentiert die Post, stamme aus Zeiten, in denen die Post noch eine Behörde war.
Der Mindestlohn von 8,50 Euro ist ohnehin gesetzlich vorgeschrieben, der Logistikdienstleister DPD bezahlt seine 7500 Mitarbeiter nach einem höher dotierten Tarifvertrag – und genau der gilt derzeit auch für die Beschäftigten der DHL Delivery GmbH. sam

Verdi kritisiert die improvisierte Zustellung stark. „Einige beteiligen sich dort bewusst als Streikbrecher“, ärgert sich Behrens. Zudem sei die Wahrung des Briefgeheimnisses bei einer Auslieferung von Freiwilligen fraglich. „Ich glaube nicht, dass das sauber gelaufen ist. Mir wurden Handyfotos zugeschickt, die zeigten, dass Pakete einfach auf Briefkästen abgestellt worden sind“, berichtet Behrens. Den Lieferbedingungen der Post widerspräche dies. Auch einige HAZ-Leser schilderten, sie hätten keine Benachrichtigungskarten erhalten. Der Leser aus Arnum berichtete, die ausliefernden Studenten hätten einen gestressten Eindruck auf ihn gemacht. Behrens bestätigt das. „Ein erfahrener Auslieferer, der seine Route kennt, schafft 300 Pakete am Tag. Ein unerfahrener natürlich sehr viel weniger.“

Bereits vor zwei Jahren hat sich in Hannover eine Firma auf die Vermittlung von Studentenjobs bei der Post spezialisiert. Geschäftsführer Björn Kitschke, der neben seinem Studium selbst jahrelang bei der Post arbeitete, sucht für seine Arbeitsvermittlung namens study life & work derzeit studentische Mitarbeiter für alle Bereiche: sowohl für das Paketzentrum in Anderten als auch für das Briefzentrum in Pattensen und als Brief- und Paketzusteller für Stadt und Region. Mit dem Streik habe das aber nichts zu tun: „Mein Angebot gilt längerfristig, seit dem Streik habe ich niemanden extra vermittelt“, sagt Kitschke. Dass er mit Stundenlöhnen von 10,09 Euro für Kurierfahrer und Paketzusteller sowie 11,18 Euro für Briefsortierer die Sparmaßnahmen der Post unterstützt, bestreitet er nicht. „Die Post hat sich mir gegenüber korrekt verhalten“, betont er. Dennoch: Die Post, die durch die Gründung der DHL Delivery GmbH versucht, die Haustarifverträge der Post AG zu umgehen, spart mit den Aushilfen viel Geld. Nach Auskunft der Post liegt der Stundenlohn von Mitarbeitern dort bei 17,70 Euro. „Damit sind wir im Vergleich zu anderen Logistikdienstleistern nicht wettbewerbsfähig“, meint Post-Sprecher Hogardt.

Von Sabrina Mazzola

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