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Darum verzichtet Post in Hannover auf E-Transporter

Luftverschmutzung Darum verzichtet Post in Hannover auf E-Transporter

Ausgerechnet in Bereichen mit hohen Luftschadstoffen setzt die Post selten ihre Street-Scooter ein. Der Grund: Sie sind nach Angaben der Post zu klein für das Ausfahren von Paketen in der Großstadt. Das Unternehmen hofft auf die nächste Fahrzeuggeneration. 250 Transporter mit Elektroantrieb hat die Post insgesamt regionsweit im Einsatz.

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Zu klein für die Stadt? Die elektrogetriebenen Transporter Street-Scooter der Post.

Quelle: Oliver Berg

Hannover. Etwa 250 Transporter mit Elektroantrieb hat die Post regionsweit im Einsatz. Und tatsächlich: Wer in der Wedemark oder Pattensen unterwegs ist, in Garbsen oder Burgdorf, der sieht die modernen und im Betrieb emmissionsfreien Fahrzeuge fast täglich. Ausgerechnet in Hannover mit seinen Luftqualitätsproblemen aber genießen die Wagen Seltenheitswert. Der Grund: Sie sind nach Angaben der Post zu klein für das Ausfahren von Paketen in der Großstadt. Das Unternehmen hofft auf die nächste Fahrzeuggeneration.

Mit seinen innovativen Street-Scootern hatte der Transportdienstleister 2014 Schlagzeilen gemacht - vor allem mit den Umständen, unter denen sie produziert werden. Weil die Autoindustrie stur auf Verbrennungsmotoren setzte und keinen alltagstauglichen Massentransporter mit E-Antrieb produzierte, übernahm die Post kurzerhand ein Startup-Unternehmen der Aachener Hochschule, das auf den Bau von E-Transportern spezialisiert ist. Inzwischen läuft die Serienfertigung, seit diesem Jahr werden nach Unternehmensangaben 15 000 Fahrzeuge jährlich produziert, allerdings für die Post und Fremdkunden. Bis die gesamte Post-Flotte von rund 70 000 Fahrzeugen auf Nullemissionsantrieb umgerüstet ist, soll es noch bis etwa 2050 dauern.

Auch Hannover wartet. Dabei ist die Post-Tochter DHL Partner im Arbeitskreis von Oberbürgermeister Stefan Schostok, der innovative Lösungen für eine schadstofffreie Innenstadtlogistik entwickeln will. Vergangene Woche hat Schostok das Projekt erneut als Baustein gegen die Luftverschmutzung angekündigt, allerdings eingeräumt, dass auch dieses Projekt keine kurzfristig umzusetzende Maßnahme sei.

Dabei sind die Street-Scooter der Post verfügbar. Die Fahrzeuge sind in Pattensen am Vertriebszentrum stationiert und beliefern von dort aus die gesamte Region. Aber eben fast ausschließlich im Umland, während in der Kernstadt die althergebrachten Transporter vor sich hindieseln.

Für Ballungsräume ungeeignet

Das Ladevolumen in den E-Transportern der ersten Generation („Street-Scooter Work“) betrage nur 4,3 Kubikmeter und damit rechnerisch so viel wie in einem VW Caddy, sagt Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt. Die Wagen sind zwar deutlich größer als ein Caddy, im Innenraum geht aber viel Platz für den Mittelgang verloren. Insbesondere für das Ausliefern von Paketen in Ballungsräumen sei der Fahrzeugtyp nicht geeignet.

Inzwischen produziert das Unternehmen die vergrößerte Variante Work L (8 Kubikmeter). 40 Stück davon sind bereits in Berlin im Einsatz bei der Paketzustellung. Zur IAA wurde die Vorserienproduktion für den Work XL (20 Kubikmeter) gestartet. Bis Jahresende sollen davon 170 Stück produziert sein. Wann der erste in Hannovers Innenstadt rollt, ist aber völlig unklar. Allerdings fehlt es zusätzlich an Ladeinfrastruktur. „Die Planungen laufen, dass die Infrastruktur zeitnah umgestellt wird“, verspricht Post-Sprecher Hogardt. Einen entsprechenden Zeitpunkt gibt es noch nicht.

Von Swantje Schurig und Conrad von Meding

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