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Postbank kommt bei Weihnachtsgeschäft nicht hinterher

Personalprobleme Postbank kommt bei Weihnachtsgeschäft nicht hinterher

Gerade vor Weihnachten verschicken viele Menschen Briefe und Pakete. Ob sie die in den kommenden Wochen allerdings in den hannoverschen Postbankfilialen loswerden, ist fraglich. Grund ist ein massives Personalproblem. Schon jetzt stehen Kunden oft vor verschlossenen Türen. Das wird noch schlimmer werden, warnt Verdi.

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„Dann steht man hier über eine Stunde umsonst in der Schlange“: Kunden der Postbank-Filiale im Roderbruch müssen viel Geduld aufbringen, um an ihre Pakete zu kommen.

Quelle: Beckmann

Hannover. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass Post-Kunden im Weihnachtsgeschäft Briefe und Pakete nicht loswerden. „Wir haben große Sorge, dass die Bürger vor den Feiertagen häufig vor geschlossenen Filialen der Postbank stehen“, sagt Gewerkschaftssekretär Jörg Reinbrecht. Der Grund: „Die Postbank tut gar nichts, um ein massives Personalproblem zu lösen“, sagt Reinbrecht. In Hannover gibt es acht Postbank-Filialen, im Umland neun.

Die Auswirkungen der Personalpolitik der Postbank seien derzeit in der Filiale am Roderbruch zu beobachten. Die Filiale ist seit Tagen immer mal wieder geschlossen. Auch am Sonnabend bleiben die Türen dicht. Und wenn geöffnet ist, bilden sich an den Schaltern lange Schlangen.

„Ich habe fünf Tage gebraucht, um an mein Paket zu kommen“, sagt Irina Narbutas. Sie stand mehrmals vor verschlossenen Türen und musste schließlich über eine Stunde in der Schlange warten, bevor sie ihr Paket mitnehmen konnte. Auch Antje Heine stand in den vergangenen Tagen schon öfter vor der verschlossenen Post-Tür. Sie ärgert sich außerdem darüber, dass Pakete nicht in der Filiale sind, obwohl es auf dem Abholschein so angegeben ist. „Dann steht man hier über eine Stunde umsonst in der Schlange“, sagt Heine. Das hat auch Patrick Czerny erlebt. „Ich frage mich, was hier passiert, wenn das Weihnachtsgeschäft richtig losgeht“, sagt er.

Kunden haben sich inzwischen sogar schon beim Vorstand der Postbank beschwert, eine Antwort gab es bisher nicht. „Leider ist die personelle Situation im Finanzcenter Roderbruch aufgrund von Personalausfällen aktuell sehr angespannt“, sagt Postbank-Sprecher Tim Rehkopf. Normalerweise könnten Krankmeldungen durch den Einsatz von Kollegen aus anderen Filialen oder sogenannte Springer aufgefangen werden. „Leider gelingt das nicht in allen Fällen, daher kann es in Einzelfällen auch zu einer temporären Schließung der Filiale kommen“, sagt Rehkopf.

Um im Weihnachtsgeschäft Schließungen oder lange Wartezeiten zu vermeiden, seien zusätzlich befristet eingestellte Mitarbeiter im Einsatz. Hinzu kämen Mitarbeiter aus der Konzernzentrale und aus der Verwaltung der Postbank, die in den Filialen aushelfen, auch Auszubildende arbeiteten verstärkt als „Weihnachtshelfer“.

Gewerkschaftsmann Reinbrecht glaubt nicht, dass das ausreicht. „Es gibt bei der Postbank ein Personalabbauprogramm, das ist das Kernproblem“, sagt er. „Die Stellenpläne des Vorstandes haben aber nichts mit der Realität in den einzelnen Filialen zu tun.“ Es seien einfach deutlich zu wenig Mitarbeiter eingeplant.

Die Folgen könne man derzeit beispielsweise am Roderbruch sehen. „Das ist ein unmögliches Vorgehen zulasten der Kunden“, sagt Verdi-Mann Reinbrecht. Der Gewerkschaftssekretär rechnet mit einem Anstieg der Krankheitsquote in den kommenden Wochen, bedingt durch die steigende Belastung der Mitarbeiter.

Ähnliche Probleme wie im Roderbruch hatte es im Sommer in der Postbankfiliale in Großburgwedel gegeben. Auch dort hatte das Unternehmen wegen Schließungen aus Krankheitsgründen zahlreiche Kunden verärgert.

Tipps für die Weihnachtspost

Einen Tag vorher reicht nicht: Damit Briefe mit Weihnachtsgrüßen noch rechtzeitig zum Fest ankommen, müssen diese nach Angaben der Post bis zum Donnerstag, 22. Dezember, abgegeben oder in den Kasten geworfen werden. Briefe in andere europäische Länder müssen spätestens am 17. Dezember im Kasten sein und Briefe außerhalb Europas bis zum 13. Dezember.

Pakete sind ähnlich schnell : Pakete und Päckchen, die am Donnerstag bis 18 Uhr eingeliefert werden, sollen pünktlich zum Fest ankommen. In der offiziellen Formulierung von DHL heißt es, dass diese Pakete „in der Regel bis zum 24. 12. zugestellt“ werden. Sowohl für Briefe als auch Pakete gilt: Sie müssen spätestens zu dem Zeitpunkt abgegeben werden, wenn der Lastwagen die Post aus der Filiale abholt. DHL schreibt sogar, dass Päckchen und Pakete, die am 23. Dezember bis 10 Uhr in einer Postbank-Filiale eingeliefert werden, „in der Regel“ noch rechtzeitig beim Empfänger ankommen. Da hängt dann aber viel davon ab, ob die Kunden sich in der Schlange auch bis 10 Uhr zum Schalter durcharbeiten können ...

Von Anna Beckmann und Mathias Klein

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