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Aus der Stadt Primark-Beschäftigte fordern mehr Geld
Hannover Aus der Stadt Primark-Beschäftigte fordern mehr Geld
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00:15 25.10.2015
Von Gunnar Menkens
Dem Verdi-Motto „Wir zeigen, was wir wert sind“ folgten am Donnerstag zahlreiche Angestellte von Primark. Fotos: Verdi, Dröse (Archiv) Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Für die oft sehr jungen Kunden des Modediscounters Primark war der Anblick am Donnerstag womöglich eine Überraschung. Eine große Zahl von Beschäftigten der Billigmarke versammelte sich vor dem Kaufhaus, statt, wie sonst jeden Tag, im Laden. Die Erklärung: Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Warnstreik gebeten und nach Auskunft von Juliane Fuchs, Fachsekretärin für den Bereich Handel, folgten diesem Aufruf rund 100 Mitarbeiter. Es war bereits der dritte Streik in diesem Jahr. Am Freitag soll der Ausstand den ganzen Tag lang fortgesetzt werden. Ein Primark-Sprecher teilte auf Anfrage mit, das Unternehmen werde seinen Kunden „die gewohnten Einkaufsmöglichkeiten bieten“.

Der Konzern und Verdi streiten seit Langem um Entlohnung und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. Primark bot für die hannoversche Niederlassung einen Haustarifvertrag an, der für alle Filialen in Deutschland gelten soll. Die Gewerkschaft dagegen will nur einen Kontrakt unterzeichnen, der Bedingungen des gültigen Tarifvertrags für den regionalen Einzelhandel erfüllt. „Es geht um Unterschiede, die in der Spitze bis zu 300 Euro pro Monat ausmachen“, sagte Juliane Fuchs. Jeder Euro sei auch deshalb wichtig, um später eine „halbwegs gute Rente“ zu erhalten.

Die Gewerkschafterin beschrieb am Donnerstag, was Angestellte über die Arbeitsbedingungen berichteten. Die Lager seien voll, aber das Personal komme kaum noch nach mit der Arbeit. 60 Stellen seien unbesetzt, obwohl die Umsätze der Filiale stiegen, viele Mitarbeiter würden, bei einem ohnehin hohen Krankenstand, angeschlagen zur Arbeit erscheinen, manche mit Stärkungsmitteln. Am Rande des Warnstreiks sagte Fuchs: „Aufschwung mit weniger Leuten bedeutet mehr Gewinn fürs Unternehmen.“ Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, müssten Beschäftigte aus Braunschweig und Dresden aushelfen.

Neben besseren Gehältern wird über Sonderzahlungen, Urlaubstage und flexible Arbeitszeiten verhandelt. Nicht immer liegen die Kontrahenten weit auseinander. Verdi fordert eine Extrazahlung, die 110 Prozent eines Monatsgehaltes erreicht, Primark bietet 100 Prozent. Während der Flächentarifvertrag für den Einzelhandel sechs Wochen Urlaub sichert, will Primark diese Garantie nur langjährigen Beschäftigten bieten - eine Dauer, die nach Angaben der Gewerkschaft wegen der hohen Fluktuation die wenigsten Angestellten erreichen. Außerdem will Verdi nicht jenem Grad an flexiblen Arbeitszeiten zustimmen, der Primark vorschwebt, um Belastungen zu reduzieren.

Primark wollte sich am Donnerstag zu Inhalten der Verhandlungen nicht äußern. Ein Sprecher erklärte jedoch, der Streik sei nicht nachvollziehbar, da das Unternehmen derzeit mit Verdi auf Bundesebene über einen Abschluss verhandle. Man befinde sich dabei „in einem konstruktiven Dialog und vertrauensvollen Verhältnis“. Auch gebe die Lohnstruktur bei Primark keinen Anlass für einen Streik.

Die nächsten Tarifverhandlungen finden am 13. November in Hannover statt.

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