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Aus der Stadt Zwischen Silbermöbeln und Schlachtgeschichten
Hannover Aus der Stadt Zwischen Silbermöbeln und Schlachtgeschichten
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00:22 06.06.2014
Von Simon Benne
Prinz Andrew bekommt von Ronald Clark, Chef der Herrenhäuser Gärten, Stefan Schostok und Ruth Brunngraber-Malottke, der Chefin des Wilhelm-Busch-Museums, eine Rose für die Queen überreicht. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Jungen und Mädchen aus dem Kindergarten der Internationalen Schule haben sich am Eingang des Landesmuseums postiert. Sie winken mit britischen Fähnchen, als der silbergraue Bentley vorfährt. Prinz Andrew ist in historischer Mission unterwegs: Er besichtigt die Ausstellung „Als die Royals aus Hannover kamen“ über die Epoche der hannoversch-britischen Personalunion.

Prinz Andrew hat seinen Deutschland-Besuch mit einem Rundgang durch die große Royals-Ausstellung in Hannover fortgesetzt. Im Landesmuseum erklärten Schülerinnen dem zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth (88) ausgewählte Exponate.

„Ich freue mich über den Besuch von Prinz Andrew – seine Töchter habe ich schon kennenlernen dürfen, als im vergangenen Jahr das Schloss Herrenhausen eröffnete“, sagt Ministerpräsident Stephan Weil, ehe er den zweitältesten Sohn der Queen vorm Museum begrüßt. Museumsdirektorin Katja Lembke führt die beiden Besucher durch die Ausstellung. Sie will Prinz Andrew insbesondere solche Exponate präsentieren, die er noch nicht kennt: „Nicht nur die Leihgaben aus London, die von seiner Mutter, der Queen, kommen“, sagt sie. Also bekommt der 54-Jährige Stücke wie den „Act of Settlement“ zu sehen, die Urkunde, die 1701 die britische Thronfolge regelte, oder den „Goldenen Brief“, den ein Herrscher aus Birma 1756 an Georg II. schrieb.

Am Abend von Prinz Andrews Besuch in hannover steht in Herrenhausen eine Gartenparty zu Ehren der Queen auf dem Programm: Der britische Botschafter hat die traditionelle Party wegen des 300. Jubiläums der Personalunion in diesem Jahr von Berlin nach Hannover verlegt.

Das Thema

Alles zum 300. Jubiläum der Personalunion

Zunächst aber stellen Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule dem Prinzen im Landesmuseum einzelne Exponate vor: „Er ist sympathisch und ganz locker“, sagen Gesine Adler und Paula van Laak, nachdem die beiden 18-Jährigen ihm die Silbermöbel von Georg II. präsentiert haben, die sonst auf der Marienburg zu sehen sind. Die Möbel stammen gewissermaßen aus der Familie; schließlich ist Georg II. der Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-Großvater von Prinz Andrew.

Museumsdirektorin Lembke plaudert an dieser Station mit dem Prinzen auch über die Schlacht bei Dettingen: Georg II. ging dabei 1743 als letzter britischer Monarch in die Geschichte ein, der seine Soldaten noch selbst in die Schlacht führte. Wie so oft, wenn es um Dettingen geht, wird ein Detail verschwiegen: Mitten im Kampfgetümmel, so heißt es, ging Georg II. damals das königliche Pferd durch. Der Monarch fiel aus dem Sattel, und bis Ross und Reiter wieder zueinander gefunden hatten, war die Schlacht gelaufen.

Prinz Andrew lässt sich Zeit bei seinem Besuch, immer wieder fragt er nach und liest ausgiebig Texttafeln neben den Exponaten. Dann verabschiedet er sich höflich und steigt wieder in seinen Bentley. „Er war sehr interessiert“, sagt Ministerpräsident Weil zufrieden. „Prinz Andrew hat den Besuch der Ausstellung sichtlich genossen.“

Chronik: Das war die Personalunion

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