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„Luther“, geschmettert aus Tausenden Kehlen

Pop-Oratorium „Luther“, geschmettert aus Tausenden Kehlen

Mehr als 1000 Sänger haben in Hannover und im Umland für das Pop-Oratorium um den Reformator Martin Luther geprobt. Das Stück ist eine Mischung aus Musical und Symphonie. Die Aufführungen sind im Januar 2017.

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„Das ist ein Gänsehaut-Moment“: Die Laien-Chöre freuen sich auf ihren Auftritt im Januar in der Tui-Arena. Foto: Kutter

Quelle: (Foto: Katrin Kutter)

Hannover. Das Gitarrenriff klingt aus, der Chor setzt mit Wucht ein: „Luther“ tönt es aus mehr als 600 Kehlen im Expo Wal. Jeder Buchstabe wird einzeln gesungen, danach der volle Name des Reformators intoniert, am Schluss hallt die entscheidende Frage durch den Saal: „Wer ist Luther?“

Mehr als 1000 Sänger haben am vergangenen Wochenende in Hannover und im Umland das Pop-Oratorium ­„Luther“ geprobt. Das Stück ist eine Mischung aus Musical und Symphonie. Grob gesagt geht es um Luthers Biografie, szenischer Einstieg ist Luthers Widerstand am kaiserlichen Hof in Worms. Mehrere professionelle Solisten sind engagiert, die chorischen Abschnitte werden von Laien gesungen. Der Text stammt aus der Feder von Michael Kunze. „Das ist unser deutscher Musical-Papst“, sagt Peter Krumm von der Stiftung Creative Kirche, die die Veranstaltung organisiert. Komponiert hat das Stück Dieter Falk, bekannt für seine Bach-Interpretationen und als Juror bei der Fernsehsendung „Pop Stars“.

Am Ende sollen knapp 2000 Sänger das Pop-Oratorium am 14. und 15. Januar in der Tui-Arena aufführen. „Die Chöre müssen alles geben, das Ganze wird wirken wie ein Film auf Großbildleinwand“, sagt Chorleiter Wolfgang Teichmann, der am Sonntag im Expo Wal den Taktstock schwingt.

Sabine Elsen ist eine der wenigen Einzelsängerinnen an diesem Nachmittag. Die meisten Mitwirkenden sind zusammen mit ihren Chören angereist. Elsen interessiert sich weniger für das Spektakel als vielmehr für Luther. „Das Pop-Oratorium hilft, Luther in die Öffentlichkeit zu rücken“, sagt die Religionslehrerin. Für andere steht das gemeinsame Singen im Vordergrund. „Mit so vielen Menschen zusammen zu singen, das ist ein Gänsehaut-Moment“, sagt Edwin Gallus vom Chor Taktvoll aus der St.-Augustinus-Kirchengemeinde. Die Proben hätten zudem eine gesellige Komponente. „Wir treffen andere Chöre und tauschen uns aus“, sagt Gallus.

Mehrere Stunden üben die Sänger im Saal des Expo Wals. Die Musik läuft vom Band, ebenso die Stimmen der Solisten. „Nehmt euch einen Bleistift und markiert die Gefahrenstellen in den Noten“, mahnt Chorleiter Teichmann. Zwar sind die Melodien meist eingängig, doch die wechselnden Tempi und die Vielzahl von Stimmen verlangen den Chören einiges ab. Für Einzelsänger bietet die Stiftung einen zusätzlichen Probenachmittag am Sonntag, 6. November, von 13 bis 19 Uhr in der St. Martinskirche, Kirchstraße 19, an.

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