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Aus der Stadt Hecken-Schabernack in Jeans
Hannover Aus der Stadt Hecken-Schabernack in Jeans
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00:15 02.08.2013
Von Juliane Kaune
Kobold mit Brille: Jens Krause probt den Puck Quelle: Michael Thomas.
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Hannover

Puck trägt heute Brille, Jeans und lässiges Knopfleistenshirt. Keine blauen Haare, kein schrilles Make-up. Da wirkt das mit grünen Federn besetzte Cape, das er übergeworfen hat, wie ein modischer Stilbruch. Doch noch sind bis zur Premiere am Freitag ein paar Tage hin. Erst dann verwandelt sich Schauspieler Jens Krause endgültig in den kauzigen Kobold aus dem Musical „Sommernachtstraum“. Beim Probenauftakt im Gartentheater in Herrenhausen ist er nur in einen Teil seines Kostüms geschlüpft. Es kommt vor allem darauf an, Text, Tanz und Gesang zu perfektionieren. Das geht überwiegend auch im bequemen Freizeitlook.

Wieder ist es so weit. Zum achten Mal kommt das shakespearesche Verwirrspiel um viel Liebe und ein bisschen Intrige in der Musicaladaption von Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig auf die barocke Freiluftbühne. Inzwischen ist es für viele der Schauspieler, die Engagements an ganz unterschiedlichen Theatern haben, wie ein Familientreffen, wenn sie im Sommer alle wieder in Hannover-Herrenhausen den Shakespeare proben.

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Hinter den Kulissen zum Sommernachtstraum im Gartentheater Herrenhausen. Premiere ist am 2. August.

„Das ist wie Urlaub“, sagt Krause, der zur Musical Company des Theaters für Niedersachsen (TfN) gehört. Nicht nur er war schon bei der Uraufführung anno 2003 als Puck dabei. Auch Elfenkönig Oberon alias Michael Ophelders gehört zum Ensemble der Pioniere, ebenso Mirja Regensburg, die die Helena spielt, und Fabian Joel Walter, der als Thisbe Frauenkleider trägt. Seit 2010 liegt die Produktion in den Händen von Hannover Concerts, die damalige Neuinszenierung unter Regie von Christian von Götz (die aktuelle Wiederaufnahme leitet Benjamin Bley) hat sich als Erfolgsmodell bewährt. Und  seit vergangenem Jahr treibt auch wieder Publikumsliebling Krause nach zweijähriger Puck-Pause seinen „Schabernack der Nacht“ zwischen den Goldfiguren des Barocktheaters.

Zu hören ist schon von Weitem, dass sich hinter den Hecken etwas tut. Anke Fiedler, die als Elfenkönigin Titania mit Gemahl Oberon singend einen Ehestreit ausficht, wirbelt mit Stiefeln und langem Rock (ein Ersatzmodell, das das Original schonen soll) über die mit Kies bedeckte Bühne. Dass trotz wachsamer Mitarbeiter immer mal wieder ein Gartenbesucher neugierig durch den Theatereingang schlüpft, muss das Ensemble in Kauf nehmen. „Manche Leute können keine Schilder lesen“, sagt Jürgen Hoffmann mit einem Schmunzeln. Er ist der stille Star hinter den Kulissen. Der Produktionsleiter sorgt dafür, dass die Einsätze der Schauspieler und der Liveband reibungslos ablaufen. Gleiches gilt für die Arbeit der 17 Techniker, Maskenbildner und Garderobieren. Auch den Bühnenaufbau, für den ein 40-Tonner in den historischen Garten fahren musste und mehr als 20 Kilometer Kabel verlegt wurden, hat der Logistikchef zu verantworten. Während die Proben laufen, hilft er, die Platznummern an die 894 Theaterstühle zu kleben. Und wenn es hart auf hart kommt, steht Hoffmann sogar mal auf der Bühne – als Zweitbesetzung für den Egeus, Vater der liebesverwirrten Hermia.

Premiere ist am Freitag um 20 Uhr, Karten für alle Termine bis zum 31. August unter (05 11) 44 40 66 und www.shakes­peare-herrenhausen.de.

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