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Problem mit Papiersäcken hat bei aha Tradition

40 Millionen blaue Beutel Problem mit Papiersäcken hat bei aha Tradition

Das Verwenden von Altpapiersäcken für andere Zwecke ist auch den Lesern der HAZ nicht fremd. In einer Umfrage auf haz.de gab die Hälfte der Befragten an, die Säcke als Tüte für den Transport oder zum Lagern von Gegenständen im Keller zu verwenden.

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Kunden nutzen die Tüten zum Transport oder beim Hausbau.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Nur ein Viertel klickte an, die Tüten tatsächlich nur für Abfall zu benutzen. Ein Viertel hat keine Altpapiersäcke – denn viele Haushalte in der Region haben eine Tonne. Wie berichtet, wird derzeit fast jeder zweite gelbe und fast jeder zweite Altpapiersack zweckentfremdet. So ordert der Abfallwirtschaftsbetrieb pro Jahr rund 40 Millionen blaue Beutel für Altpapier, nur rund die Hälfte kommt auch gefüllt mit Papier und Pappe wieder zurück. Der Rest wird unter anderem für den Hausmüll benutzt oder ist auch schon in Reinigungen als Verpackung von frisch gewaschener Wäsche gesehen worden. Ähnlich ist das Problem bei den gelben Säcken: aha verteilt pro Jahr 53 Millionen Säcke für Verpackungsmüll, nur rund 30 Millionen nutzen die Bürger tatsächlich für das Sammeln von Verpackungsabfällen. Dadurch hat aha insgesamt Mehrausgaben von rund einer Million Euro, Geld, das die Gebührenzahler finanzieren müssen.

Die Zweckentfremdung von Abfallsäcken ist beim Abfallwirtschaftsbetrieb aha bereits seit dem Jahr 2003 ein Thema. Damals wurde die Schutzgebühr von 1,5 Cent pro gelber Sack für den Verpackungsmüll abgeschafft – in der Folge entstand ein riesiger Ansturm auf die Säcke. So wurden im Jahr 2004 insgesamt mehr als 60 Millionen gelbe Säcke vom Abfallwirtschaftsbetrieb aha an die Bürger in der Landeshauptstadt und des Umlands ausgebenen – doppelt so viele wie 2003.

Damals wie heute kam bestenfalls die Hälfte der Säcke gefüllt mit Verpackungsabfällen bei aha wieder an. Das führte zeitweise sogar dazu, dass die gelben Säcke vergriffen waren. aha überlegte sogar, die Schutzgebühr für die Kunststoffsäcke wieder einzuführen. Vor allem in der Landeshauptstadt wurden Säcke aus den Supermärkten gleich kistenweise weggeschleppt.

Damals wurden die Säcke nicht nur zum Verpacken von Haushaltsgegenständen oder als Tüten für die Küchenabfälle benutzt. Offenbar waren die Tüten auch bei Bauherren beliebt, die damit ihre Dachgeschosse von innen zum Schutz vor Feuchtigkeit verkleideten. Gelbe Säcke mit dem Aufdruck der Region Hannover sollen damals sogar auf polnischen Märkten verkauft worden sein.

Unterdessen wächst das Unverständnis der Bürger im Umland wegen nicht gefüllter Restmüllsäcke. Viele rechnen damit, dass ein Teil der Säcke bis zum Jahresende nicht gefüllt werden kann. Allerdings lehnt aha eine Rücknahme der Säcke mit der Begründung ab, dass das Mindestmüllvolumen auf zehn Liter pro Person und Woche festgesetzt ist. Die Restabfallsäcke aus diesem Jahr dürfen im kommenden Jahr auch nicht weiter genutzt werden. „Das ist eine große Unverschämtheit“, sagt eine Leserin aus Wennigsen.

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