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Linie 10: Ist das Konzept der Region gescheitert?

Oberirdische D-Linie Linie 10: Ist das Konzept der Region gescheitert?

Die oberirdische D-Linie hält Adventssonnabenden nicht stand – dann muss die Üstra die Stadtbahn im Gedränge durch den Tunnel schicken. Ist das Konzept der Region gescheitert? Eine alte Debatte wird neu geführt.

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Vergebliches Warten auf eine Bahn der Linie 10.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover.  Kann das Konzept für die Linie 10 in Hannover noch überarbeitet werden? Bekommt die Tunnellösung doch noch eine Chance? Nachdem am zweiten Adventswochenende die Straßenbahn nicht mehr durch den Verkehr kam und deswegen für mehrere Stunden unterirdisch fahren musste, fühlten sich viele Kritiker in ihren Befürchtungen bestätigt. Doch eine Renaissance der Tunnellösung erscheint den meisten nicht realistisch – man will eher Lösungen für die oberirdische Trassenführung suchen. 

Am frühen Sonnabendnachmittag gegen 14 Uhr beschloss der diensthabende Betriebsleiter in der Leitstelle, dass die Stadtbahnen der Linien 10 und 17 der Üstra im Verkehrsgewusel auf der Kurt-Schumacher-Straße nichts mehr verloren haben sollten –  schließlich kamen sie ohnehin nicht mehr durch. Das lag einerseits an den Fußgängermassen am Steintor oder vor der Ernst-August-Galerie, andererseits an von Autos verstopften Einmündungen wie an der Herschelstraße oder vom Posttunnel Richtung Schillerstraße. Also schickte der Betriebsleiter sie statt auf der oberirdischen Trasse für vier Stunden durch den Tunnel zur Station Hauptbahnhof am Raschplatz. Es gibt viele in Hannover, die so etwas haben kommen sehen: Stillstand in der City, wenn erst die neue Stadtbahnstrecke freigegeben ist.

Üstra hat gewarnt

„Der Verkehrsfluss für die Stadtbahnen war am Sonnabend nicht mehr gegeben. Dann müssen wir reagieren und die Bahnen durch den Tunnel schicken“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Dies sei im Übrigen nicht ungewöhnlich. Es werde bei Verkehrsproblemen generell so verfahren, im Nachtsternverkehr ebenso. Die oberirdischen Stationen Clevertor, Steintor, Rosenstraße und Raschplatz fallen dann weg.

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Zwei Wochen vor Weihnachten stauen sich in der Innenstadt die Autos. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens müssen die Stadtbahnen der Linie 10 auf die Tunnelstrecke ausweichen. Die Linie 17 fährt nicht alle Haltestellen an.

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„Wir sehen die Vorteile der oberirdischen Stadtbahnstrecke für die Fahrgäste, zum Beispiel durch die Hochbahnsteige“, erklärt Iwannek. Das hatte lange Zeit ganz anders geklungen. Die Üstra warnte vor programmierten Verkehrsproblemen und warb deshalb für den Bau einer zusätzlichen Tunnelstrecke. Diejenigen, die das besonders vehement getan hatten – der frühere Leiter der Stadtbahnsparte, Gunnar Straßburger, und der seit Freitag ehemalige Vorstandsvorsitzende André Neiß – sind nicht mehr im Amt.

Bald wird es im Tunnel noch enger

„Wir waren Gegner der oberirdischen Stadtbahnstrecke, müssen uns aber damit arrangieren, dass die Politik nicht in unserem Sinne entschieden hat“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft des Einzelhandels. Die Situation vom Sonnabend kenne man aus der Adventszeit 2016. „Sie entsteht zu den Stoßzeiten um 10 Uhr und nach 16 Uhr, wenn die Kunden mit den Autos die Parkhäuser ansteuern oder wieder verlassen“, sagt Prenzler. Was ihn umtreibt: Wenn die nächste Stadtbahnstrecke nach Hemmingen freigegeben wird, wird es im Tunnel noch enger. „Bisher wurde behauptet, dass dann auch in einem Notfall kein Platz mehr für die Linien 10 und 17 auf der Tunnelstrecke sei. Wenn dafür keine Lösung gefunden wird, bricht in der City alles zusammen“, befürchtet er. Vor allem darüber wollen die Kaufleute mit der für den Nahverkehr zuständigen Region reden.

„Beteuerungen von der Realität widerlegt“

Programm ist der Kampf gegen die Stadtbahn über der Erde bei der Initiative Pro D-Tunnel, die ihre Forderungen schon im Namen trägt. „Beteuerungen der Regionsverwaltung, es werde problemlos, sind von der Realität widerlegt worden“, sagt der Vorsitzende Jens Pielawa. Auch er hat eine Befürchtung: Die Situation werde nach dem Weihnachtsgeschäft eher schlimmer als besser, weil dann sechs Buslinien wieder ihren gewohnten Weg in der City nehmen und damit die Lage im kritischen Bereich Kurt-Schumacher-Straße und Ernst-August-Galerie zusätzlich verschärfen.

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Politiker fordern eine Lösung für die D-Linie.

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Die Region gibt sich kurz angebunden und verweist auf die Stellungnahme der Üstra. Die Stadt will auf die Verkehrssituation in der Kurt-Schumacher-Straße reagieren. „Wie dies genau aussehen wird, ist derzeit noch in Planung“, erklärt Sprecherin Michaela Steigerwald. Prenzler erwartet für das dritte Adventswochenende einen stärkeren Kundenandrang als am vergangenen Sonnabend.Zur immer wieder diskutierten Idee, die Kurt-Schumacher-Straße in Teilen zur Fußgängerzone zu machen, heißt es von der Stadt: „Langfristig wird sich dort nichts ändern.“

Von Bernd Haase und Mathias Klein

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