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Freiwilligenzentrum

Projekt „Ausbildungspaten“ durch 130.000 Euro bis 2012 gesichert

Von Veronika Thomas

Die finanzielle Basis des seit 2007 sehr erfolgreich laufenden Projekts „Ausbildungspaten“ des Freiwilligenzentrums ist bis 2012 durch weitere 130.000 Euro der hannoverschen Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung gesichert.
Erfolgreich (v. l.): Atilla Akbaba, Ingrid Ehrhardt, Chantalle Thiele und Prof. Burkhard Huch.

Erfolgreich (v. l.): Atilla Akbaba, Ingrid Ehrhardt, Chantalle Thiele und Prof. Burkhard Huch.

© HAZ

Hannovers Sozialdezernent Thomas Walter sagte bei der Bekanntgabe der Fördersumme: „Wir freuen uns außerordentlich über die erneute Hilfestellung.“ Von dem Geld können zwei Mitarbeiter bezahlt werden, die das Projekt koordinieren. Seit 2007 stellte die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung bereits 160.000 Euro dafür zur Verfügung. „Wir stiften gerne an, begleiten Projekte eine Zeit lang, doch dann müssen andere tragfähige Lösungen gefunden werden“, kündigte Prof. Burkhard Huch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, seinen Rückzug aus der langjährigen Förderung an.

Das Projekt Ausbildungspaten war 2007 mit 31 Ehrenamtlichen gestartet, um insbesondere Hauptschülern Hilfestellung bei der Suche nach einen Ausbildungsplatz zu geben und sie möglichst bis zum Abschluss zu begleiten. Inzwischen kümmern sich gut 140 ehrenamtliche Paten um 284 Schüler und Auszubildende. 40 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Einer von ihnen ist der 20-jährige Atilla Akbaba, der trotz guter Zeugnisse Schwierigkeiten hatte, einen Ausbildungsplatz als Kfz-Mechatroniker zu finden. Dies gelang mithilfe seines Paten, zu dem er noch heute gute Kontakte pflegt. Der junge Mann, jetzt im dritten Lehrjahr, steckt voller Pläne: Nach seiner Ausbildung will er die Meisterprüfung ablegen, als Gutachter für TÜV oder Dekra arbeiten und sich entweder selbstständig machen oder studieren.

„Die Berufswelt wird immer komplexer und ist für viele junge Menschen oft nicht mehr durchschaubar“, umschrieb Thomas Walter die Situation vieler Schulabgänger. Allein in Hannover lösten rund 20 Prozent aller Auszubildenden vorzeitig ihr Ausbildungsverhältnis. Für die jungen Leute bedeute dies eine schlimme Erfahrung, für die Volkswirtschaft aber entstehe ein hoher wirtschaftlicher Schaden. Deshalb sei das Projekt so wichtig für Hannover.

Inzwischen haben 102 Jugendliche eine Ausbildung begonnen, fünf besuchen weiterführende Schulen, und die ersten sechs Jugendlichen habe ihre Ausbildung abgeschlossen und arbeiten in festen Jobs. „Bei uns stehen noch einige Schulen auf der Warteliste, deshalb suchen wir weitere 50 Paten“, sagte Ingrid Ehrhardt, Geschäftsführerin des Freiwilligenzentrums. Mittlerweile sei das Projekt so erfolgreich, dass Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet kämen, sagte Ehrhardt. Aus diesem Grund sei ein 20-minütiger Film gedreht worden, um über die „Ausbildungspaten“ zu informieren. Er wird erstmals am 9. Juli um 15 Uhr im Kommunalen Kino gezeigt wird. Informationen unter der Adresse www.ausbildungspaten-hannover.de im Internet.

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