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Aus der Stadt Damit die Spenderniere länger durchhält
Hannover Aus der Stadt Damit die Spenderniere länger durchhält
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20:03 16.01.2017
Von Bärbel Hilbig
Uwe Tegtbur, Direktor des Instituts für Sportmedizin, spricht mit Patientin Gerlinde Klingsporn über ihr Trainingsprogramm.Foto: Kutter Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Wenn die Nieren dauerhaft versagen, wird die Transplantation eines Spenderorgans irgendwann dringend notwendig. Doch 8 Prozent der Patienten verlieren die neue Niere innerhalb der ersten drei Jahre wieder. Grund ist meist die falsche Einnahme der Medikamente, die das Abstoßen des fremden Organs verhindern. Bereits geringe Abweichungen vom Plan erhöhen das Risiko deutlich.

Jüngere sind eine Zielgruppe

Bei jungen Patienten sind vor allem die Pubertät und die Abnabelung vom Elternhaus eine Gefahr. „Die meisten Organe gehen in dieser Lebensphase verloren“, sagt Prof. Lars Pape von der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen. Zum Beispiel, weil ein Teenager mit seiner ersten Freundin übers Wochenende wegfährt und nicht will, dass sie von seiner Krankheit erfährt.

Ältere Patienten haben vielleicht Gedächtnisprobleme oder das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Medikamente verblasst, je länger die Operation zurückliegt. In dem Projekt „NTx 360°“ bekommen alle Teilnehmer deshalb zu Beginn eine psychosoziale Beratung, in der Fachleute der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie Risikofaktoren einschätzen. Diese Patienten werden in der Folge intensiver betreut.

Patient Christoph Wieloch aus Seelze erhofft sich vor allem mehr Klarheit für seine Behandlung. Denn das Projekt will mittels elektronischer Patientenakte und Telekonferenzen die Abstimmung zwischen MHH-Medizinern und niedergelassenem Facharzt verbessern. Im März hatte Wielochs Mutter dem 50-Jährigen eine Niere gespendet. „Ich stand seitdem bereits mehrmals vor der Wahl, was ich mache, weil die Ärzte unterschiedlicher Auffassung waren. Wenn die das unter sich klären, will ich dem danach gerne folgen.“

Die elektronische Patientenakte soll wichtige Laborwerte und Medikamente enthalten. „Der Patient kann selbst hineinschreiben, wie es ihm geht“, erläutert Pape. Bisher laufe viel über Post und Fax, sagt Professor Mario Schiffer von der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, der das Projekt mit Pape leitet. „Tatsächlich entstehen dadurch Missverständnisse. Akten enthalten veraltete Infos, denn mit dem Patienten ist längst etwas anderes besprochen.“

In Arbeitsgruppen wollen die Ärzte für die Nachsorge in Klinik und niedergelassener Praxis landesweit einheitliche Behandlungsstandards erarbeiten. Mit einem individuell abgestimmten Sportprogramm will das MHH-Institut für Sportmedizin außerdem typischen Begleiterkrankungen vorbeugen. Teilnehmen werden rund 1000 Patienten, die ab 2010 operiert wurden.

Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses für Ärzte, Kassen und Krankenhäuser fördert das vier Jahre laufende Projekt zur besseren Nachsorge mit sechs Millionen Euro. Die Ergebnisse werden von unabhängiger Stelle bewertet. „Alles, was funktioniert, wird bundesweit in die Regelversorgung übernommen“, sagt Schiffer. Positiv evaluierte Elemente sollen auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt werden.

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