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Familientreffen im Flüchtlingsheim

Projekt des Türkischen Elternvereins Familientreffen im Flüchtlingsheim

Türkische Eltern helfen Flüchtlingen dabei, sich in Deutschland besser zurechtzufinden. Dafür treffen sie sich einmal im Monat im Oststadtkrankenhaus. Unterstützt wird das Projekt durch die Region Hannover mit 5600 Euro im Jahr.

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Setzen sich für Kulturaustausch ein: Dorota Szymanska, Yaowanute Knüppel und Seyhan Öztürk.

Quelle: sp / Sielski

Hannover. Die Erfahrung, dass der Anfang in einem neuen Land schwer sein kann, haben viele Einwanderer gemacht. Der Türkische Elternverein Hannover will diese Erfahrungen nun nutzen, um Flüchtlingen in ihrem neuen Leben zu helfen. „Wir wollen Familien der dritten und vierten Einwanderergeneration mit Familien zusammenbringen, die gerade hier angekommen sind“, berichtet die Vereinsvorsitzende Seyhan Öztürk. Sich selbst bezeichnet die 41-jährige Rechtsanwältin als „typisches Gastarbeiterkind“, ihre Eltern wanderten in den Sechzigerjahren aus der Türkei ein. Andere Vereinsmitglieder haben russische, syrische, aserbaidschanische Wurzeln oder auch keine Einwanderungsgeschichte.

Zusammentreffen im Oststadtkrankenhaus

Im Oststadtkrankenhaus treffen sie mit ihren eigenen Kindern nun einmal im Monat auf ganz unterschiedliche Flüchtlingsfamilien aus Ländern wie Syrien, Ghana, Vietnam oder Irak. Und erklären den Neuankömmlingen das Leben in Deutschland. „Wir wollen aber auch von ihnen lernen. Beim zweiten Mal haben die Frauen aus Ghana bereits für uns gekocht.“ Herzlich und ungezwungen geht es bei den Treffen zu. Und nebenbei kommt zur Sprache, wozu es Krippen und Kindergärten gibt oder was Hausaufgaben sind. Oder Seyhan Öztürk erklärt einer Mutter behutsam, warum Hamburger vom Vortag und Cola als Pausenbrot bei der Lehrerin des Kindes Entsetzen hervorgerufen haben.

„Wir merken plötzlich, dass alltägliche Dinge wie Pünktlichkeit und Organisation für Menschen aus anderen Ländern erklärungsbedürftig sind.“ Wenn die eigenen Sprachkenntnisse nicht ausreichen, hilft Dolmetscher Boubkir Moussalli mit Arabisch und Französisch weiter. „Die Kinder sprudeln vor Energie und freuen sich über alles“, erzählt die 16-jährige Selin Öztürk, die bei den Treffen mit den Jüngeren spielt.

Finanzielle Unterstützung durch die Region Hannover

Die Region Hannover unterstützt das Projekt mit 5600 Euro für ein Jahr aus ihrem Fonds „Miteinander - Gemeinsam für Integration“. Seit 2009 stehen jedes Jahr 150 000 Euro zur Verfügung. Im vergangenen Jahr hatten sich darauf Projekte mit einem Volumen von mehr als einer Million Euro beworben. „Die Auswahl fällt der Jury nie leicht“, sagt Dorota Szymanska, Leiterin der Koordinierungsstelle Integration.

Die neue Runde für den Ideenwettbewerb startet am Montag, 4. April, um 16.15 Uhr mit der Veranstaltung „Zu Hause angekommen? Jung, allein und auf der Flucht“ im Haus der Region, Hildesheimer Straße 18.

Personen, Einrichtung, Vereine stellen Projekte vor

Dort stellen auch die aktuell geförderten Privatpersonen, Einrichtungen und Vereine ihre Projekte vor. Die Asiatische Frauengruppe in Langenhagen zum Beispiel vereint Frauen aus ganz unterschiedlichen Ländern, die sich einmal im Monat zu einem Thema treffen. „Wir lernen das Unbekannte kennen und sprechen Deutsch“, berichtet Yaowanute Knüppel. So erklärt eine Philippinin Rezepte aus ihrer Heimat, eine Deutsche zeigt die Herstellung von Pralinen oder eine Chinesin weist in die Kalligrafie ein, erzählt Yaowanute Knüppel. „Wir sind auch bei Youtube. Unsere Eierlikör-Torte, die wir dort erklären, ist das beste Rezept, das es gibt.“

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