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Aus der Stadt Protest gegen Tierimpfstoffzentrum wächst
Hannover Aus der Stadt Protest gegen Tierimpfstoffzentrum wächst
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16:39 13.07.2009
Boehringer hatte bislang von einer Räumung des Areals des geplanten Tierimpfstoffzentrums abgesehen. Quelle: Tobias Kleinschmidt dpa/lni
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„Da es sich bisher um einen friedlichen Protest handelt und die Besetzer bis jetzt sorgsam mit dem Grundstück umgehen, fassen wir eine Räumung des Geländes zurzeit nicht ins Auge“, erklärte Boehringer-Projektleiter Friedolin Nöker am Montag. Das pharmazeutische Unternehmen will bis 2011 ein europäisches Zentrum für die Erforschung und Entwicklung von Schweineimpfstoffen errichten.

Die Protestler auf dem Gelände wollen so schnell nicht weichen. In dem Camp wurden bereits eine Waschstation und eine Dusche installiert sowie ein Gemeinschaftszelt errichtet. Im Internet kündigen die Tierversuchsgegner ihre Aktionen für die kommenden Tage an, darunter ein Konzert sowie Workshops und Vorträge. Die Stadt will nur eingreifen, wenn es zu Ausschreitungen kommt. „Derzeit besteht kein Handlungsbedarf“, erklärte Sprecher Dieter Sagolla.

Das Areal werde allerdings genau beobachtet, Boehringer stehe in engem Kontakt mit der Stadt und der Polizei, teilte Nöker mit. Seit längerem sei die Einzäunung des Geländes vorgesehen, um illegale Müllablagerungen zu verhindern. Der Pharmakonzern will bis zu 35 Millionen Euro investieren, etwa 50 wissenschaftliche Mitarbeiter sollen im neuen Zentrum direkt gegenüber der Tierärztlichen Hochschule arbeiten.

Gegen das Projekt protestieren auch zahlreiche Anwohner, die sich in der „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ zusammengeschlossen haben. „Wir gehen aber einen anderen Weg als die Demonstranten und bereiten Klagen und Gutachten vor“, sagte Sprecher Klaus Neudahm. Die Initiative will die Entscheidung des Rats über das Projekt abwarten, die im September fallen soll. Bislang hatten SPD, CDU, Grüne und FDP mehrheitlich für die Ansiedlung gestimmt. Damit hätte der Bau- und Flächennutzungsplan dann Rechtskraft. „In diesem Fall werden wir sofort klagen“, betonte Neudahm.

dpa/lni

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