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Aus der Stadt Protest mit Kunstblut gegen Sommerbiwak in Hannover
Hannover Aus der Stadt Protest mit Kunstblut gegen Sommerbiwak in Hannover
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22:12 08.08.2010
Baden in blutroter Farbe: Mit feiner Abendgarderobe sind Mitglieder der Protestgruppen bis zum Eingang des Sommerbiwaks vorgedrungen. Quelle: Frank Wilde

„Es kann nicht sein, dass in Afghanistan Menschen sterben und gleichzeitig feiert sich die Bundeswehr in Hannover selbst“, sagte eine Teilnehmerin. Wie in den vergangenen Jahren stören sich viele Demonstranten vor allem an der Patenschaft der Stadt Hannover zur 1. Panzerdivision.

Der stundenlange Protestmarsch, der am Nachmittag am Ernst-August-Platz begann und zum Hannover Congress Centrum führte, verlief friedlich. Als die Demonstranten gegen 18.30 Uhr am Theodor-Heuss-Platz mit Wasserpistolen auf anreisende Gäste zielten und rotverschmierte Plastikgliedmaßen nach ihnen warfen, griff die Polizei ein.

Während des Sommerbiwaks der 1. Panzerdivision in Hannover ist es am Sonnabend zu einem Zwischenfall gekommen. Etwa 30 Demonstranten verschütteten gegen 19.30 Uhr direkt vor dem Haupteingang zu der Veranstaltung im Stadtpark flaschenweise rote Farbe und legten sich reglos auf den Boden.

Zu einem weiteren Zwischenfall kam es gegen 19.30 Uhr vor dem Eingang zur Eilenriedehalle. Vor den Augen zahlreicher Biwak-Gäste, die dort auf Einlass warteten, ließen sich 29 Demonstranten zu Boden fallen und überschütteten sich mit Kunstblut. Die Polizei löste den Protest friedlich auf und führte die Beteiligten ab. Die Bundeswehrgegner aus Hannover, Köln, Düsseldorf und Berlin im Alter von 25 bis 63 Jahren werteten die Aktion als erfolgreich. „Wir sind zum ersten Mal hier, aber was in Afghanistan passiert, können wir nicht mehr tolerieren. Wir kommen wieder“, kündigte eine der Beteiligten an. Sie war, wie ihre Mitdemonstranten, in Abendgarderobe erschienen und hatte es so hinter die Polizeiabsperrung geschafft. Auch im Stadtpark kam es zu Vorfällen. Eine Frau ließ während der Rede von Ministerpräsident David McAllister eine Farbbombe zerplatzen und wurde vorläufig festgenommen. Mitglieder der Linken, darunter der Landtagsabgeordnete Manfred Sohn, versuchten, sich zu entblößen.

Unterdessen ereigneten sich weitere Sachbeschädigungen, die nach Einschätzung der Polizei im Zusammenhang mit dem Biwak-Protest stehen könnten. So steckten unbekannte Täter in der Nacht zu Sonnabend in der Rundestraße ein Fahrzeug der Bundespolizei in Brand. Am späten Sonnabend wurde die Polizeistation in Hemmingen mit Farbbomben beworfen.

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